Berufung

01. Juli 2014 16:46; Akt: 01.07.2014 16:47 Print

FCSG-Ultra erneut wegen Attacke vor Gericht

Einer der Schweizer, die 2013 wegen des Angriffs auf den Sohn des ehemaligen FCSG-Sicherheitschefs verurteilt wurden, akzeptiert das Urteil nicht. Es kommt erneut zum Prozess.

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St. Galler Fans beim Pyro-Zünden. (Bild: Keystone/Alessandro Della Bella)

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Der 25-jährige Schweizer bestreitet, den Angriff geplant und direkt daran beteiligt gewesen zu sein.

Am 23. Dezember 2011 sassen die fünf Beschuldigten zusammen mit anderen Personen aus dem Umfeld der Fanszene im Spanischen Klubhaus beim Hauptbahnhof St. Gallen, als sie an einem Nebentisch den Sohn des damaligen Sicherheitschefs des FC St. Gallen erkannten. Es wurde spontan beschlossen, den Kantonsschüler «anzupöbeln». Einige der Männer vermummten sich und folgten ihm. Einer verpasste ihm auf der Rosenbergstrasse von hinten einen Faustschlag auf den Kopf. Gleichzeitig sagte er ihm, er solle seinem Vater einen Gruss ausrichten.

Das Opfer konnte fliehen und sich in einem Garten hinter einem Gebüsch verstecken. Die Angreifer verfolgten den Schüler, fanden ihn aber nicht in seinem Versteck. Später verständigte er von dort aus die Polizei.

Planlose «Saufaktion»

Der 25-jährige Mitangeklagte war vom Staatsanwalt als Drahtzieher der Aktion bezeichnet worden. Er selbst sprach vor Gericht von einer planlosen «Saufaktion», an welcher er nicht direkt beteiligt gewesen sei.

Die Strafe wegen versuchter einfacher Körperverletzung und Sachbeschädigung wurde vom Kreisgericht St. Gallen teilbedingt ausgesprochen. Von der Geldstrafe von 130 Tagessätzen à 70 Franken werden 50 Tagessätze vollzogen. Der Beschuldigte, der auch an einem Farbanschlag auf das Stadion Bergholz des FC Wil beteiligt war, ist vorbestraft.

Im Berufungsverfahren, das Mitte August vor Kantonsgericht St. Gallen stattfindet, verlangt er einen Freispruch vom Vorwurd der versuchten einfachen Körperverletzung sowie eine bedingte Geldstrafe für die Sachbeschädigung.

Opfer genötigt

Die Staatsanwaltschaft beantragt mit Anschlussberufung einen zusätzlichen Schuldspruch wegen versuchter Nötigung. Ausserdem sei die Geldstrafe unbedingt zu vollziehen.

In erster Instanz waren die Beschuldigten vom Vorwurf der Nötigung freigesprochen worden. Die Aktion habe dem Vater gegolten, der Sohn sei zu keiner Handlung veranlasst worden. Das Motiv der Tat sei spekulativ, sagte die Gerichtsvorsitzende.

(taw/sda)