Amden SG

15. Juni 2011 23:06; Akt: 16.06.2011 08:22 Print

Facebook-Lehrer spioniert Schüler aus

Auf Facebook hat sich ein Pädagoge als Mädchen ausgegeben und Oberstufenschüler über den Unterricht und ihren Drogenkonsum ausspioniert. Experten kritisieren sein Vorgehen.

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Bild: Keystone.

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Riesenwirbel um die Web-2.0-Aufklärung an St. Galler Oberstufenschulen: Ein selbstständiger Pädagoge hat auf Facebook unter anderem unter dem Pseudonym «Flurina» rund 200 Oberstufenschüler aus Amden und Eschenbach kontaktiert. Er gab sich als 16-jähriges Mädchen aus, das bald in die Region ziehe. So befragte er die Jugendlichen zum Unterricht, schaute ihre offenherzigen Bilder an und befragte sie auch nach ihrem Drogenkonsum.

Anschliessend wurden seine Recherchen – gesammelte Postings und Bilder auf Facebook – in der Klasse gezeigt und diskutiert. Das passte nicht allen Jugendlichen: «Ich fand es unanständig, in die Privatsphäre der Schüler einzubrechen», schreibt ein Betroffener.

Kritisiert wird die Methode des Pädagogen auch von Experten: «Das ist ein Verstoss gegen die Berufsethik eines Sozialarbeiters», sagt Felix Hof, Leiter des Beratungszentrums in Rapperswil-Jona gegenüber der «Südostschweiz». Laut Allan Guggenbühl, Psychologe und Leiter des Instituts für Konfliktmanagement in Zürich, würden die Teenager so «höchstens lernen, dass sie Erwachsenen nicht trauen dürfen».

Der Pädagoge selbst verteidigt sich: «Um die Schüler wachzurütteln, war die Aktion legitim.» Ausserdem seien über 90 Prozent der Rückmeldungen positiv ausgefallen. Die gesammelten Informationen habe er danach gelöscht.

(tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jelo Geni am 16.06.2011 10:22 Report Diesen Beitrag melden

    ausfragerei

    eine Idee zum Thema: Sollte mich jemand irgendwie ausfragen, - und ich wär an diesem Profil nicht uninterresiert - würde ich auch verlangen, dass sich das "Profil" der/die fragende, bei mir registriert. Und zwar wie alle registrierungen sind. Name Vname Strasse ort und tel. das könnt ich nachprüfen auf richtigkeit. Anschliesssend kann ich immer noch entscheiden ob ich die frage beantworte. Wenn das fragende Profil sich nicht registriert, weiss ich das vielleicht ein/e Lehrerin oder ähnliches dahintersteckt......

  • Ferdinand Gosswiler am 16.06.2011 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    Nix gelernt

    Klar wenns ein pädagoge macht ists "oh nein wie schrecklich" aber dass das jeder machen könnte... das ist das was man daraus lernen sollte... Immer auf andere zimmern und selber nix lernen darauf kommt es an

    einklappen einklappen
  • Marco Hausmann am 16.06.2011 06:16 Report Diesen Beitrag melden

    Privatsfäre,und Gedankenlosikeit

    Vertrauen ist gut Kontrole ist besser. Jeder selber schuld der dem Internett blind vertraut. Jedes Kind sollte wissen wie einfach ein Profil zu Fälschen ist. Und wer eifach private dinge von sich gibt ohne nachzudenke sollte sich mal über mögliche Konsequenzen gedanken machen.Und wer das alles Lesen könnte.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Caroline Trailovic am 24.06.2011 18:13 Report Diesen Beitrag melden

    Pädagoge rules!

    Hey, dass war von mir aus gesehen eine wirklich sehr kluge Idee und und verstehe die Kritik nur teilweise, da die Jugendlichen selber bestimmten, was sie da `Flurina` erzählten.

  • Fabian am 17.06.2011 16:39 Report Diesen Beitrag melden

    Als Schüler dabeigewesen

    Ich war selbst als Schüler bei diesem Vortrag dabei. Ich kann nur ein positives Feedback geben. Es war sehr eindrücklich und hat wohl vielen Mitschülern die Augen geöffnet. Verstehe die Kritik absolut nicht.

  • Daniel am 16.06.2011 22:57 Report Diesen Beitrag melden

    So lernen sie es

    So lernen sie es, keine Daten über sich preiszugeben. Wobei lieber Lehrer, wer Feedback über sich haben möchte, muss dies nicht in Facebook einholen, der kann ganz einfach eine freiwillige, anonyme Umfrage über sich machen. Das Resultat dürfte überraschen.

  • Johhny Cents am 16.06.2011 22:11 Report Diesen Beitrag melden

    my 2 cents

    1. Es war, wie ich aus dem Text lese, nicht der Klassenlehrer, welcher sich als jemand anderen ausgegeben hat. 2. Die ganze Aktion wurde anschliessend in der Schule besprochen und verarbeitet. 3. Besser die Jugendlichen lernen es in diesem Rahmen als durch ein anderes tragisches ereignis. 4. Die Jugendlichen werden wohl kaum lernen, dass man Erw. nicht trauen kann, sondern Personen im Internet. Fazit: Traue niemandem im Internet. Verhalte dich entsprechend!

  • Guschti am 16.06.2011 20:59 Report Diesen Beitrag melden

    Aufklärung ist nötig!

    Wenn der Lehrer nichts gescheiteres mehr zu tun hat darf er auch auf FB sein - und wenn die Kinder nicht merken was sie auf FB tun - dann müssen zuerst diese aufgeklärt werden.