Conters im Prättigau

03. August 2016 18:16; Akt: 03.08.2016 18:16 Print

Fäkalbakterien – Dorf muss Wasser abkochen

In Wasserproben in Conters GR ist verdünnter Kot von diversen Tieren gefunden worden. Mittels Flugblatt werden die Einwohner darauf hingewiesen, das Trinkwasser abzukochen.

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«Haben Sie bereits verschmutztes Trinkwasser konsumiert? Beobachten Sie sich, sollte innert 48 Stunden hohes Fieber, Durchfall oder Erbrechen auftreten, konsultieren Sie einen Arzt», heisst es auf einem Flugblatt, das im Bündner Dorf Conters im Prättigau an alle Bewohner verteilt wurde. Gezeigt wird ein Wasserhahn, der mit einem roten Verbotsschild durchgestrichen ist. Grund für die Warnungen sind Fäkalbakterien im Trinkwasser, schreibt die «Südostschweiz» am Mittwoch.

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Mussten Sie auch schon einmal das Hahnenwasser abkochen?
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Insgesamt 427 Teilnehmer

Das bestätigt auch Erwin Läser, Conterser Gemeindevorstandsmitglied und Wasserfachvorsteher: «Die Verunreinigungen wurden bei einer Routinenuntersuchung des Bündner Amt für Lebenensmittelsicherheit und Tiergesundheit festgestellt.» Nachdem man die Hiobsbotschaft erhalten habe, seien die Einwohner des Dorfs sofort darüber informiert worden, so Läser. «Seit dem 14. Juli wird ihnen deshalb geraten, das Hahnenwasser abzukochen.»

Üblich in Bergquellen

Wie es zu solch einer fäkalen Verunreinigung kommen kann, teilt Matthias Beckmann, Bündner Kantonschemiker der Gemeinde Conters, in einem Schreiben mit: «Kot von Kühen, Schafen und Ziegen sickert durch Regen ins Erdreich. Durch geringe Filtrationswirkung des Bodens, wie es in Bergquellen (...) meist der Fall ist, gelangen die Fäkalien dann verdünnt ins Wasser», heisst es etwa. Und: «Je stärker es regnet, desto schneller.»

Eine 86-Jährige aus dem Dorf schaudert es allein bei dem Gedanken, sich die Zähne mit verschmutztem Hahnenwasser zu putzen oder dies sogar zu trinken. Trotzdem hätten sie die Warnungen am Anfang nicht wirklich ernst genommen. Bis ihr Mann starken Durchfall bekommen habe. «Seit da koche ich das Wasser immer ab – auch wenn ich nur das Gemüse damit wasche.»

Eine andere Einwohnerin hat sogar Zettel an alle Wasserhähne gehängt und sie mit: «Kein Trinkwasser» beschriftet. «Ansonsten vergisst man es ja aus lauter Gewohnheit.» Mittlerweile würden sie aber wieder mit normalem Wasser Zähne putzen und Gemüse waschen. Getrunken werde aber nach wie vor aus gekauften Flaschen und nicht ab dem Hahn.

Verzögerung bei Lieferung

Um die Verschmutzung in den Griff zu bekommen, muss das Trinkwasser im Reservoir mit einer Ultraviolettanlage behandelt werden. Gemäss Läser ist eine solche Anschaffung bereits vergangenem Mai an einer Gemeindeversammlung beschlossen worden – bei der Lieferung habe es aber eine Verzögerung gegeben. Die Anlage, die das Wasser desinfiziert, soll nun am 15. August angebracht werden. Läser: «Wenn alles funktioniert, können wir dann auch gleich mittels Flugblätter Entwarnung geben.»

(nab)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • C.Käser am 03.08.2016 21:14 Report Diesen Beitrag melden

    Ei Ei Ei

    Bei entsprechenden Anzeichen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker..oder fragen Sie den Dipl. Agrarökonom bzw. Bauern der wieder einmal nicht wusste wohin mit seiner vielen Gülle.

  • hittä am 03.08.2016 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    go conters i.p!!

    der grenzwert wurde bloss um zwei punkte überschritten. der belastungswert liegt nun bei 22. früher war er doppelt so hoch und wir haben das conterser wasser auch getrunken:)

    einklappen einklappen
  • Dude am 03.08.2016 23:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Finde es uncool

    Naja, mein Ding wär sowas nicht...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Verursacherin am 04.08.2016 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    waschechte Conterserin

    Ich bin in Conters zu Hause. Ich habe von beginn der Warnung bis jetzt mein Wasser nie abgekocht, weder fürs trinken noch für sonst irgendwas. Und ooo Wunder ich lebe noch, und hatte nicht im geringsten irgendwelche Beschwerden.

    • Gärtnerin am 04.08.2016 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Verursacherin

      Also ich lebe auch noch trotz vielem trinken von diesem verseuchtem Wasser!!

    einklappen einklappen
  • Insider am 04.08.2016 11:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Furna

    Furna lässt sämtliches Abwasser in den Bach fliessen. Dieser wiederum fliesst in die Landquart... Manchmal sieht man am Furnerbach an, dass da alles runtergespült wird.. Lecker..

  • Alfred am 04.08.2016 11:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    UV-Wasserentkeimung

    Leider gibt es noch in vielen kleineren Wasserversorgungen ein Defizit an der Qualitätssicherung. Leider garantiert eine UV- Anlage noch keinen ausreichenden Schutz vor Wasserverunreinigungen. Es ist dringend zu empfehlen einen Wasserfachmann für die Qualitätssicherung beizuziehen. Es könnte sonst für dir Gemeinde sehr teuer werden.

  • Amriswiler am 04.08.2016 07:35 Report Diesen Beitrag melden

    Übermässige Gülle

    Bei der jetzigen Menge wie die Gülle die von der Landwirtschaft mit ihren überdimensional gebauten Güllewagen ausgefahren wird, muss das früher oder später mit der Verschmutzung des Grundwassers gerechnet werden. Genau gleich wie mit den Bächen die durch die Landschaft fliessen, sollte 50 Meter Abstand zu Bächen und Schächte für Regenwasser das in die Bäche eingeleitet wird eingehalten werden, so dass sich die Bäche nicht bei mittlerem Regen sofort grünbraun verfärben.

  • Dude am 03.08.2016 23:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Finde es uncool

    Naja, mein Ding wär sowas nicht...