Tour de Suisse 2012

14. Juli 2014 17:26; Akt: 14.07.2014 17:26 Print

Fall Mattle erneut vor Gericht

Das Thurgauer Obergericht klärt die Frage neu, ob dem Stadtammann von Bischofszell, Josef Mattle, ungetreue Amtsführung vorgeworfen wird.

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Sein Fall beschäftigt die Thurgauer Gerichte: der Bischofszeller Stadtammann Josef Mattle. (Bild: SRF)

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Mattle war im Zusammenhang mit der Tour de Suisse 2012 vorgeworfen worden, zu unrecht Geld aus der Stadtkasse abgezweigt zu haben. Das Bezirksgericht Weinfelden sprach ihn im November 2013 frei.

Die Thurgauer Staatsanwaltschaft focht den Freispruch jedoch an, so dass sich am Montag das Obergericht in zweiter Instanz mit dem Fall befassen musste. Dieses Urteil steht noch aus.

Die umstrittene finanzielle Transaktion im Zusammenhang mit der Tour de Suisse 2012 – Bischofszell war damals Etappenort – trug Mattle den Vorwurf der ungetreuen Amtsführung und der ungetreuen Geschäftsbesorgung ein. Mattle soll eigenmächtig 54'000 Franken aus der Stadtkasse an eine Sportagentur überwiesen haben, so die Anklage.

Aus der CVP ausgetreten

Schon 2011 war es in Bischofszell zu einem Eklat gekommen: Mehrere Angestellte der Stadt waren mit Mattles Führungsstil nicht einverstanden und quittierten den Dienst. Der Stadtschreiber, der Mattle öffentlich kritisierte, wurde darauf vom Stadtammann freigestellt. Zudem trat Mattle aus der CVP aus.

Vor einem Monat kündigte der 64-jährige Politiker seinen Rücktritt auf Mai 2015 an – aus Altersgründen. Mattle wird dann 15 Jahre im Amt gewesen sein. Obwohl Mattle umstritten war und ihm die politischen Parteien mehrmals die Unterstützung verweigerten, wurde der Parteilose stets wiedergewählt.

(sda)