St. Gallen

18. Oktober 2019 10:41; Akt: 18.10.2019 10:41 Print

Falscher Polizist nimmt Frau 77'000 Franken ab

Weil eine Frau in die Falle eines falschen Polizisten tappte, ist sie nun ihr Erspartes los. Die Polizei warnt vor Betrügern und zeigt, wie Sie sich schützen können.

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Der Kantonspolizei St. Gallen wurde am Mittwoch gemeldet, dass eine 86-jährige Frau Opfer der Betrugsmasche «Falscher Polizist» wurde. Sie wurde am Donnerstag, 3. Oktober 2019, von einem hochdeutsch sprechenden Mann angerufen, schreibt die Kapo St. Gallen in einer Mitteilung. Dieser sagte ihr, dass er Kriminalpolizist sei. Er erklärte, dass die Polizei einen Betrüger verhaftet habe, der Zugriff auf die Konten der Frau hätte. Um ihr Geld zu schützen, solle sie es abheben und der Polizei übergeben.

Die Frau hob daraufhin bei verschiedenen Banken und an mehreren Tagen Bargeld ab. Dieses übergab sie stets einem jüngeren Mann. Die Übergaben fanden sowohl bei ihr zuhause als auch im Freien statt. Nachdem die Frau nach einigen Tagen nichts mehr von dem falschen Polizisten hörte, vertraute sie sich einem Bekannten an. Dieser informierte die Kantonspolizei St.Gallen.

Darauf sollten Sie achten

Die Betrugsmasche des falschen Polizisten verläuft meist nach dem gleichen Schema, wie im obigen Fall beschrieben, und richtet sich vorwiegend an ältere und betagte Menschen. Die Betrüger rufen meist mit einer Telefonnummer an, welcher einer Schweizer Polizeinummer ähnelt. Dies ist aber eine Täuschung. Mittels Computerprogramm kann die Telefonnummer manipuliert werden, um offizieller zu wirken.

Da sich die Meldungen über Anrufe von falschen Polizisten in der letzten Zeit wieder gehäuft haben, möchte die Kantonspolizei St. Gallen erneut auf einige Punkte hinweisen: Echte Polizisten sprechen Schweizerdeutsch und würden nie am Telefon nach finanziellen Verhältnissen Fragen. Zudem werden nie Geld oder Wertsachen zur sicheren Unterbringung verlangt.

Übergebenes Geld ist verloren

Personen sollten insbesondere misstrauisch werden, wenn sie am Telefon von jemanden unter Druck gesetzt werden, schreibt die Kantonspolizei St. Gallen in der Mitteilung. Im Weiteren gilt: Jüngere Personen sollten ihre älteren Verwandten und Bekannten über die Betrugsmasche informieren und aktiv nachfragen bezüglich merkwürdiger Telefonanrufe. Zudem sollten Warnungen von Bankangestellten ernst genommen werden. Übergeben Sie ausserdem niemals Geld an eine unbekannte Person. Bei Unsicherheit kann bei der Notrufnummer 117 nachgefragt werden. Es gilt aber: Rechtzeitig nachfragen. Ist das Geld erst einmal übergeben, ist es in der Regel verloren.

Neben dem falschen Polizisten sind noch weitere Telefon-Betrugsmaschen im Gange. Für weitere Informationen steht die Broschüre «Bei Anruf … Betrug» der Schweizerischen Kriminalprävention unter zur Verfügung.

(viv)