Tote Leitung

19. September 2019 20:14; Akt: 19.09.2019 20:14 Print

Familie denkt wegen Swisscom an Umzug

Eine Familie aus Rheinwald GR ist mit ihren Nerven am Ende. Seit über einem Jahr hat sie kaum Internet-Empfang. Es ist kein Einzelfall im Dorf.

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«Ich weiss nicht mehr wie weiter», sagt Dominik Neuhaus mit verzweifelter Stimme. Seit mehr als einem Jahr investiert er viel Zeit in ein grosses Ärgernis. Er und seine Familie haben in ihrem Haus in Rheinwald kaum Empfang. Der Handyempfang ist meist tot. Die Telefonleitung ist meist tot. Und auch die Internetleitung ist meist tot. Der Familienvater sagt: «Ich kann nicht mehr. Erst gerade am Mittwoch war die Leitung wieder komplett unterbrochen.» Und wenn mal etwas funktioniere, sei der Empfang so schlecht, dass das Internet extrem langsam sei.

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Keine Alternative

Den Anbieter könne er nicht wechseln. Nur die Swisscom habe in der Gemeinde eine Leitung und so bleibe ihm nichts anderes übrig, als auf eine Lösung mit Swisscom zu hoffen.

Gross war die Hoffnung, als Neuhaus im Mai an einen Swisscom-Angestellten gelangte, von dem er glaubte, er würde ihm endlich zuhören und seinen Fall ernst nehmen. Unzählige Techniker und andere Spezialisten sind seither bei der Familie Neuhaus ein- und ausgegangen. Bis heute ohne Lösung.

Nachdem sich Neuhaus am Mittwoch erneut über Probleme beklagte, meinte der Swisscom-Angestellte, er könne nun nichts mehr machen, Neuhaus müsse sich an den Kundendienst wenden. Der Kunde sagt enttäuscht: «Ich werde nur von einer Person zur anderen abgeschoben. Mittlerweile zittere ich vor Wut.» Die Situation belaste der Familie derart, dass auch schon Umzugsgedanken aufgekommen seien.

Mehrere Betroffene

Familie Neuhaus ist mit ihrem Problem nicht allein. Eine Nachbarin sagt: «Bei Schnee oder Sturm ist auch bei uns tote Hose. Sonst funktioniert zwar das Internet, aber auch nur sehr langsam.» Jedesmal wenn die Rechnung von der Swisscom kommt, mache sie das hässig. Es könne doch nicht sein, dass sie in den Bergen gleich viel bezahlen müsse, wie andere im Unterland, wo alles tadellos funktioniere. Sie fordert von der Swisscom ein günstigeres Abonnement. Weiter sagt die Frau: «Ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass es besser wird. Ich verzichte lieber auf das Internet, als meine Zeit zu verschwenden.»

Bei der Swisscom fällt die Reaktion geteilt aus. Dass es in Rheinwald ein grundsätzliches Problem mit dem Empfang gebe, verneint der Telekomanbieter. Mediensprecherin Sabrina Hubacher sagt aber auch: «Mit Herrn Neuhaus sind wir seit über einem Jahr in Kontakt. Die Situation ist schwierig.» Dies hänge damit zusammen, dass das Kupferkabel für die Internetverbindung relativ lange sei. Dies sorge dafür, dass auch der Empfang schlechter ist. Der Kunde sei aber nicht vergessen gegangen. Man wolle das Problem lösen. Neue Hoffnung also für Familie Neuhaus.

(mig)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fridolin am 19.09.2019 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade kein Netz

    wenn er doch nur jetzt diesen Artikel lesen könnte würde er sich wohl ein bisschen freuen.

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  • K. Meier am 19.09.2019 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstärker

    Möglicherweise müsste man ein "nicht Bakom abgesegnete Variante" versuchen.

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  • anja am 19.09.2019 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Handyaantenne

    Eine Handyantenne würde das Problem lösen. Aber das will er ja sicher nicht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Armin _ HunzenschwilAG am 20.09.2019 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    Home Tv ..pc

    Ich habe 200 MBit

  • BenG am 20.09.2019 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    Bergler

    Du gehst billig in den Bergen wohnen, warum sollten wir dir dann einen top Internet-Zugang zu gleichem Preis finanzieren?

    • hebna am 20.09.2019 17:35 Report Diesen Beitrag melden

      ben der eselhaftige

      schon mal daran gedacht, das manche menschen schon vor dem internet da waren wo sie jetzt sind? kaum, denn dazu fehlt wohl die denkvorrichtung ...

    • Corinne B. am 20.09.2019 20:32 Report Diesen Beitrag melden

      wohnst du auch in den Bergen?

      Hast du schonmal in den Bergen gelebt? Von wo weisst du dass es dort billig ist?

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  • Netzelektriker am 20.09.2019 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Netzelektriker

    Hallo das einzige problem ist das es was kosten würde, sprich grabarbeiten, kabelziehen ect. Alles andere sind nur faule ausrede. Were gar kein problem ein glasfaser kabel ins dorf zu ziehen, aber eben würde halt die swisscom was kosten....

    • Manuel am 20.09.2019 15:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Netzelektriker

      Ich glaube der Image Schaden für Swisscom ist bereits grösser als dem Herr zu helfen... Mal abwarten bis Kassensturz noch berichtet.

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  • Domenico am 20.09.2019 12:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausprobieren :)

    In Rheinwald GR hat Salt sowie Sunrise eine relativ gute Netzabdeckung über LTE und 3G. Ich würde es einmal mit einem mobilen Hotspot mit einer oder zwei externen Antennen versuchen. Ich bin überzeugt, dass da eine einigermasen akzeptable Internetgeschwindigkeit zur Verfügung steht. Für den Netztest am besten 2 Prepaidkarten mit einem Datenpaket von beiden Anbietern kaufen und einmal vergleichen. Als Alternative bietet unteranderem die Swisscom ein Zugang auch über Satelit, welcher jedoch relativ teuer und eher langsam ist. Vieleicht ist auch eine Richtstrahlverbindung möglich, sofern ein Sender in der Nähe steht. Viel Glück und Erfolg beim Testen.

  • J G am 20.09.2019 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte Noten für Swisscom und Co

    In Graubünden steht's sehr schlecht mit Festtelefonie,Handy Empfang und Internet. Man bezahlt gleich viel wie im Unterland und hat nur 10 Prozent der Leistung. Alte Telefonleitungen in den Ortschaften über offene Leitungen wie vor 30 Jahren, zuwenig Handy Abdeckung etc etc