Amden SG

19. Juni 2019 17:53; Akt: 20.06.2019 10:37 Print

Familie wird von fallenden Steinen fast erschlagen

Am Montag ging in Amden SG ein Steinschlag direkt vor einer Familie nieder. Schon in der Vergangenheit war es dort zu solchen Vorfällen gekommen. Die Gemeinde will die Strasse dennoch nicht sperren.

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Der 17. Juni 2019 wird einer Familie aus dem Kanton Glarus wohl für immer in Erinnerung bleiben. Fünf Familienmitglieder brachen am Montag zu einer Wanderung am Walensee auf. Auf der Betliserstrasse in Amden SG geschah es dann: Direkt vor der Familie ging ein Steinschlag nieder. Doch die Wanderer hatten wohl einen wachen Schutzengel. Alle Personen blieben unverletzt. Wie Gemeindepräsident Markus Vogt zur «Linth-Zeitung» sagt, hinterliess der Steinschlag aber einen grossen Schock. Laut ihm hat die Familie grosses Glück gehabt.

Es ist nicht das erste Mal, dass es auf der Strasse Richtung Betlis zu einem Felssturz gekommen ist. Wie Vogt gegenüber 20 Minuten sagt, könne so etwas immer wieder vorkommen. In diesem Jahr soll es schon dreimal der Fall gewesen sein. «Es ist schon ein riesiger Zufall, wenn sich genau dann Wanderer auf dem Weg befinden oder sogar von einem Stein getroffen werden», sagt Vogt.

«Felssturz war nicht voraussehbar»

Doch nur weil etwas selten ist, ist es nicht unmöglich. Das musste eine Spaziergängerin 2017 am eigenen Leib erfahren. Die Frau war am 13. Februar in Richtung Betlis unterwegs gewesen, als sie von einem herabfallenden Stein am Kopf getroffen wurde. «Sie musste mit einem Rega-Helikopter ins Spital geflogen werden, wo sie in ein künstliches Koma versetzt wurde», so eine Zeugin.

Die Gemeinde erstellte daraufhin eine Gefahren- und Risikoanalyse. Diese schätzte das Risiko, von einem Stein getroffen zu werden, als gering ein. Vogt: «Es sind Sanierungsarbeiten in Planung, die diesen Herbst beginnen sollen.» Allerdings zähle der Bereich, in dem am Montag die Steine hinuntergingen, nicht dazu. Dieser steht laut der Analyse erst an neunter Stelle. «Der Felssturz kam sehr unerwartet und war nicht voraussehbar. An anderen Örtlichkeiten sind Sanierungen dringender», so der Gemeindepräsident.

«Bei Steinschlägen im Belag zügig weitergehen»

Die Strasse ist eine beliebte Wanderroute und die einzige Landverbindung ins 58-Seelen-Dorf Betlis, weshalb man seitens der Gemeinde von einer Sperrung absieht. An der Stelle, an der die Wanderin 2017 verunglückte, wurden bereits Fangnetze angebracht.

Um einem möglichen Felssturz zu entgehen, hat der Gemeindepräsident einige Tipps: «Zu Fuss sollte man zügig durchlaufen. Wo der Fels vertikal zur Strasse steht, sollte man sich nah an der Felswand aufhalten.» Zudem höre man die Steine herunterfallen. Auch am Strassenbelag könne man sich orientieren. Sehe man an einem Ort Belagsschäden, solle man besser woanders Pause machen. Ansonsten unterscheidet sich der Weg laut Vogt nicht von anderen Gebirgsstrecken.

(juu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Claudia am 19.06.2019 18:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geografie

    Betlis gehört zu Amden, nicht Weesen... Für alle Leute, die einen Fensterplatz in der Schule in Geografie hatten...

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  • Neumann am 19.06.2019 19:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unlogisch

    Ja und? In einem Steinschlag-Gebiet kann Steinschlag schon mal vorkommen. Schon erstaunlich und unlogisch, oder?

  • Webi deno am 19.06.2019 19:20 Report Diesen Beitrag melden

    Ach nee

    Irgendwie normal in einem Gebiet wo vor Steinschlag gewarnt wird. Warum ist das ein Beitrag wert?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • fast Erschlagener am 20.06.2019 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Ich wurde auch fast erschlagen

    aber nur fast ist das ein Artikel wert??

  • Robert Manser am 20.06.2019 13:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sperrung unmöglich

    Die Strasse sperren? Auf solche Ideen kommen wohl auch nur Redaktoren in weit entfernten Büros ohne Bezug zur Realität. Die Strasse ist die einzige Zufahrt für ein Restaurant und zahlreiche Bauernhöfe.

  • Beni S. am 20.06.2019 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Traurige Gesellschaft

    Die Steine schlugen vermutlich 50 Meter vor der Familie ein. Die müssen schon einen grossen Kopf haben, dass es sie nur fast getroffen hat.... Wo Steinschlag drauf steht ist auch Steinschlag drin! Halt die Felsen im Auge behalten, wenn man da durch läuft! Aber niemand will mehr die Verantwortung für das eigene Leben übernehmen. Das müssen immer andere! Traurig Gesellschaft!

  • Shredder X am 20.06.2019 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    Oh je....

    ...da wird einem schon ganz mulmig, denn wir sind dort noch öfter unterwegs und hatten selbst auch schon miterlebt, wie auf dieser Strasse ein paar kleinere Steine herabfielen. Nichts passiert, aber hat uns dann schon beängstigt. Schade, dass man da nichts macht bzw. das eine Schutzmassnahme gegen Steinschlag zu teuer und aufwendig ist, denn dieser Weg nach Betlis ist toll.

  • Josef am 20.06.2019 05:45 Report Diesen Beitrag melden

    Besserer Vorschlag

    Ich bin dafür, Städte zu sperren. Ich lese jeden Tag von Verbrechen, die dort passieren. ;-)