Neuer Prozess

09. März 2011 15:22; Akt: 09.03.2011 17:48 Print

Familienvater hofft auf Gnade der Richter

Der 47-jährige Mann, der im Mai 2008 auf dem Schulhausplatz von Kümmertshausen einen 18-Jährigen erschossen haben soll, will nicht 16 Jahre ins Gefängnis.

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Das Thurgauer Obergericht befasst sich am 21. März mit der Bluttat von Kümmertshausen. Das Bezirksgericht Bischofszell verurteilte den Mann wegen vorsätzlicher Tötung zu einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren; es folgte damit den Anträgen der Staatsanwaltschaft.

Der Verteidiger des Angeklagten hatte eine bedingte Freiheitsstrafe von vier Jahren wegen fahrlässiger Tötung beantragt. Auslöser für die Bluttat war ein Streit unter einigen jungen Leuten. Daran beteiligt war auch einer der beiden Söhne des Angeschuldigten.

Nichtiger Streit

Ursprünglich ging es beim Streit um sechs Franken, die zwei Teenager einem Mädchen geschuldet hatten. Einer der beiden Burschen rief seinen Vater zu Hilfe. Dieser packte seinen Revolver ein und liess sich von seiner Frau im Auto zum Pausenplatz chauffieren.

Kurze Zeit später fiel der tödliche Schuss. Ein 18-jähriger Lehrling wurde von einer Kugel am Kopf getroffen und starb an den Folgen der Schussverletzung. Der Familienvater liess sich nach der Tat von seiner Frau nach Hause fahren. Dort wechselte er die Kleider, fuhr zurück an den Tatort und stellte sich der Polizei.

(sda)