Rapperswil-Jona

08. Oktober 2018 11:03; Akt: 08.10.2018 11:35 Print

Feuerteufel wehrt sich erfolgreich vor Gericht

Der 29-jährige Serien-Brandstifter von Rapperswil hat sich am Kantonsgericht St. Gallen erfolgreich gegen eine stationäre therapeutische Massnahme gewehrt.

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Zwischen September und Dezember 2015 brannte es in Rapperswil-Jona rund ein Dutzend Mal. Die Brandstiftungen wurden dem Beschuldigten zur Last gelegt. Er sei lediglich für zwei Brände verantwortlich, hatte er an der Berufungsverhandlung vom Donnerstag erklärt. Er verlangte Teilfreisprüche und eine mildere Strafe als es das Kreisgericht See-Gaster ausgesprochen hatte.

Vehement stellte er sich auch gegen die Anordnung einer stationären therapeutischen Massnahme. Er distanziere sich klar von der schweren Persönlichkeitsstörung, die ihm in einem psychiatrischen Gutachten diagnostiziert werde.

Aus Frust Brände gelegt

Der 29-Jährige hatte zugegeben, dass er in der Nacht auf den 21. Oktober 2015 den Unterstand in der Tiefgarageneinfahrt zur Stadtverwaltung von Rapperswil-Jona in Brand gesetzt und bei einem Restaurant den Sonnenschirm angezündet hat.

Als Grund für die Taten gab der Beschuldigte Frustration an. Das Geld für seine Familie mit zwei kleinen Kindern habe nicht gereicht, da das Betreibungsamt einen Teil des Lohnes gepfändet habe. Unter Alkoholeinfluss sei es dann zu den zwei Brandstiftungen gekommen. Für alle anderen Brände sei nicht er verantwortlich.

Im Lauf der Untersuchungen gegen ihn fanden die Behörden auf seinem Handy 134 Bilddateien mit kinderpornografischem Inhalt. Er sei im Internet zufällig auf ein Pädophilen-Forum gestossen und habe etwas dagegen unternehmen müssen, hatte er dazu erklärt.

So habe er Jagd auf die Betreiber des Pädophilen-Forums gemacht, um die Adressen der Polizei übergeben zu können. Dazu habe er die Bilder auf sein Handy geladen.

40 Monate Gefängnis

Am Montag hat nun das Kantonsgericht St. Gallen das Urteil veröffentlicht. Darin geht es davon aus, dass der Mann alle ihm vorgeworfenen Straftaten begangen hat. Es verurteilte ihn unter anderem wegen mehrfacher Brandstiftung, mehrfacher Pornografie sowie Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes und des Waffengesetzes. Wie die Vorinstanz sanktionierte es ihn mit einer Freiheitsstrafe von 40 Monaten. Zudem hat er eine Busse von 500 Franken zu bezahlen.

Erfolgreich war der Beschuldigte mit seiner Berufung in Bezug auf die Therapie. Das Kantonsgericht ordnete nicht wie die Vorinstanz die kleine Verwahrung, sondern lediglich eine ambulante Massnahme an.

(sda)