St. Gallen

24. Februar 2019 17:42; Akt: 24.02.2019 18:04 Print

Feuerwehr muss wegen Abrissparty ausrücken

Ein Auto, das in die Hausfassade kracht. Mobiliar, das aus dem Fenster geworfen wird. Eine Abrissparty in St. Gallen artete aus.

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Am Samstag geriet am Stadtrand von St. Gallen eine Abrissparty völlig ausser Kontrolle. Hausbesitzer P.M.* erzählt, wie er eigentlich nur enge Freunde und Familienangehörige eingeladen hat – und das bewusst nicht öffentlich etwa auf Facebook – und dann plötzlich circa 100 Leute in seinem Haus standen und feierten.

Die Situation eskalierte immer mehr: «Schränke wurden aus dem Fenster geworfen, Scheiben eingeschlagen und Rauchpetarden gezündet – und das nicht etwa vor, sondern im Gebäude drinnen», so der 28-Jährige.

«Es war völlig verrückt!»

Unter den Gästen waren auch seine Freunde, zwei St. Galler Rapper, die an der Party-Location kurzerhand ihr Musikvideo drehten – im Hintergrund ein brennendes Auto, das zuvor in die Fassade des Gebäudes gefahren wurde.

«Irgendjemand hat es vorher angezündet, es war völlig verrückt!», so P.M.* Das in Flammen stehende Auto, laut dem Mann ohnehin nicht mehr strassentauglich, war es dann auch, das die Feuerwehr sowie die Stadtpolizei St. Gallen auf den Plan gerufen hat. Die Kantonspolizei bestätigte auf Anfrage einen Einsatz bei der betroffenen Liegenschaft. Wer die Kosten für den Einsatz tragen muss, werde derzeit noch abgeklärt.

«Ich hatte die Party meines Lebens»

Der junge Mann, dessen Haus nun «nicht mehr bewohnbar» ist, gibt zu, mit der Situation überfordert gewesen zu sein. Deshalb habe er auch nicht von sich aus die Polizei gerufen. Unter einer Abrissparty habe er verstanden, dass man allenfalls eine Zigarette am Boden ausdrückt oder Bier verschüttet. Dass es so eskalieren würde, habe er nicht geplant.

Trotzdem nimmt er es locker: «Ich hatte die Party meines Lebens.» Nun müsse er halt früher als geplant mit dem Neubau auf seinem Grundstück beginnen. «Ich bin Optimist und sehe immer das Positive im Leben.» Nur auf den Kosten des Feuerwehr- und Polizeieinsatzes wolle er nicht alleine sitzen bleiben – deshalb habe er bereits am Samstag von seinen Gästen Geld gesammelt und so eine stolze Summe von fast 1000 Franken zusammengekriegt.

*Name der Redaktion bekannt

(rab)