Rapperswil-Jona SG

30. Juli 2018 05:46; Akt: 30.07.2018 07:54 Print

Fischer als «fuuli Sieche» und Tierquäler beschimpft

Wegen der Trockenheit ist der Wasserpegel der Jona besonders tief. Den Fischen im Fluss droht der Tod. Die zuständigen Fischer weisen Kritik zurück.

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Der Wasserstand der Jona ist derzeit dramatisch tief und das verbliebene Wasser überdurchschnittlich warm, sodass ein Algenteppich das Flussbett beim Stadthaus in Rapperswil-Jona SG bedeckt. Bereits vor einer Woche hatten sich die Anwohner deshalb über den Gestank beschwert – und darüber, dass die Fische bedroht seien.

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Wie die «Zürichsee-Zeitung» jetzt berichtet, wagten sich vergangenen Mittwoch sogar zwei Tierschützer in den Fluss, um mit Eimern ausgerüstet bedrohte Fische einzufangen. Die zwei eifrigen Retter wurden laut Andri Pfister, Fischer und Obmann der Bachbewirtschaftungsgruppe in Jona, jedoch weggewiesen. Ihre Aktion sei zwar gut gemeint gewesen, aber trotzdem illegal.

«Tierquäler und Totschläger»

Der Vorfall zeigt aber auch, dass nicht alle einverstanden sind mit der Arbeit der Bachbewirtschafter. Die Fischer sehen sich diese Tage einem regelrechten Shitstorm ausgesetzt. Als «fuuli Sieche», Totschläger oder Tierquäler mussten sie sich betiteln lassen. «Warum helfen Sie den Fischen nicht und lassen Sie diese elend verrecken?», hiess es in einer Nachricht. Doch Pfister weist die Vorwürfe zurück: «Als Tierquäler wollen wir uns nicht bezeichnen lassen.» Den Bachbewirtschaftern gehe das Schicksal der Fische nahe.

Wie er gegenüber der «Südostschweiz» ausführt, würden die ohnehin schon geschwächten Tiere das Abfischen mittels der üblichen Elektroschocks gar nicht überleben. Gefährlich sei auch die Verbreitung von Krankheiten. «Wenige Milliliter Wasser reichen, um die Krebspest in ein neues Gewässer zu tragen», wird Pfister von der Zeitung zitiert. Ausserdem: «Wohin sollen wir die Fische denn umsiedeln?» Der Lebensraum sei begrenzt, an jedem neuen Ort komme es zu Verdrängungskämpfen.

Ab 25 Grad wird es tödlich

Zum Schutz der Fische würden die Bachbewirtschafter Sträucher und Bäume entlang der Gewässer pflanzen. In ein paar Jahren soll der Schatten helfen, die Gewässer vor dem Austrocknen zu schützen. Zur Ausführung ihrer Arbeit müssen die Bachbewirtschafter regelmässig Weiterbildungskurse besuchen und seien deshalb bestens informiert.

Aktuell misst das Wasser der Jona 23 Grad. Ab 25 Grad werde es tödlich für die Fische. Wie Meteonews am Sonntag bekannt gab, wird der Niederschlag auch in den kommenden Tagen ausbleiben, die Temperaturen sollen gar noch steigen. Keine guten Aussichten für die Fische in der Jona.

(lad)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Höfi am 30.07.2018 07:29 Report Diesen Beitrag melden

    Tierlifründe

    Es ist immer das gleiche mit diesen möchtegern allwissenden Tierretter die sich auch nicht auf diskusionen einlassen. Sie Wissen sowiso immer alles besser und nehmen sich rechte heraus die unter aller Sau sind. Das selbe Problem hat man auf der Jagd.

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  • Roger am 30.07.2018 06:04 Report Diesen Beitrag melden

    Fische als fuuli Sieche tituliert

    Finde es eine Frechheit, die Fischer als fuuli Sieche zu betiteln. In den Pachtgewässern leisten die Fischereivereine viel Fronarbeit, um den Fischbestand aufrecht zu erhalten, was die Bevölkerung nicht sieht oder nicht sehen will. also besser zurückhaltend sein, mit solchen Aeusserungen. Ich bin selbst Hobby Fischer und gehe einer geregelten Arbeit nach!

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  • leser am 30.07.2018 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ferienbetreuung

    jeder Tierschützer und Anwohner sollte doch einfach einen Fisch (besser 2 wegen der Gesellschaft) in die heimische Badewanne nehmen. das wäre dann individuelle Betreuung ohne Verdrängung anderer Arten. denn von aussen wissen es immer alle Leute besser

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Andy Seeland am 30.07.2018 18:13 Report Diesen Beitrag melden

    Alle am Anschlag

    Das warme Wetter führt leider vielen Orten zu Problemen, die Leute sind sehr schnell am Anschlag. Gerade Fische haben nicht nur in der begradigten Jona Mühe mit warmem Wasser. Was tun? Der Algenteppich wird das Wasser zusätzlich noch ansäuern und anaerobe Prozesse werden den letzten Sauerstoff wegfressen. Es braucht in dr Wasserwirtschaft schnell pragmatische und einfach zu realisierende Lösungen ohne Bürokraten und Besserwisser.

  • Nicky am 30.07.2018 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Vielen Dank

    Vielen Dank , der Feuerwehr , Polizei und allen die jetzt patrouillieren um unsere Wälder und Wiesen vor Feuer zu schützen , und allen die jetzt den Tieren mit Wasser helfen um in dieser Trockenheit zu überleben .

  • Anton M. am 30.07.2018 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit, den Bachbewirtschaftern

    Faulheit unterstellen zu wollen! Das Wetter ist nun einmal so, mit allen negativen Erscheinungen. Gemäss Wetterforschern sollen ja auch in der Schweiz solche heissen und trockenen Sommer in der Zukunft vermehrt auftreten. Ja, das Klima ändert sich, und alle werden sich mittel- und langfristig anpassen müssen; die Pflanzen, die Tiere, auch wir Menschen.

  • Rolf am 30.07.2018 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Gestern Experte , Heute Professor.

    Weder habe ich den Artikel ganz gelesen noch die Kommentare .. nur die Anzahl derer, die hier Ihren Senf wieder dazugeben müssen. Gestern noch F1 Experte , Heute bereits Ökologie Professor.. schon interessant.

  • Läncu am 30.07.2018 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sogenannte Tierrechtler

    Ich alls fauler Freizeit-Fischer leiste im Jahr ca. 80-100 Stunden Frondienst im Fischerverein und arbeite nebenbei 150%. Solche Tierrechtler müssten mir nur einen Monat unter die Arme greifen, um zu erkennen was für dick gebackene Moral-Apostel sie eigentlich sind. Selbsternannte Tierschutz-Organisationen die den Blinden ihre Blindenhunde wegnehmen wollen, da dies nich artgerecht ist, denen sollte man so oder so den Hahn zuschnüren.