Bodensee

02. Juli 2014 11:56; Akt: 02.07.2014 12:44 Print

Fischer wollen Seewasser düngen

Nach ihren deutschen Kollegen wollen nun auch die Schweizer Bodenseefischer mehr Phosphat in den See leiten. Umweltschützer lehnen das Ansinnen ab.

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Kaum noch Fische im Netz: Die Erträge der Bodenseefischer gingen in den letzten Jahren dramatisch zurück. (Bild: Keystone)

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Die Erträge der Bodenseefischer sind in den vergangenen Jahren dramatisch gesunken. Grund ist das saubere Seewasser. Moderne Kläranlagen filtern fast alles Phosphat aus den Abwässern. Resultat: Die Fische finden weniger Nahrung, ihre Bestände gehen zurück , die Tiere werden weniger gross.

Nach den deutschen wollen nun auch die Schweizer Bodenseefischer die Diskussion über mehr Phosphat im Seewasser anstossen. Eine «sanfte Regulierung des jetzigen Phosphat-Managements» nennt Reto Leuch, Präsident der Schweizer Berufsfischer am Bodensee, das Ansinnen. Wie das «St.Galler Tagblatt»
berichtet
, möchte Leuch die Phosphat-Filterung in den Kläranlagen zurückfahren. «Wir wollen den See nicht verdrecken», stellt der Fischer klar, «wir wollen keine Kläranlagen aufheben, und wir wollen keine Mast im See betreiben.» Umgekehrt dürfe der See aber auch nicht ausgehungert werden.

Widerstand von WWF und Pro Natura

Fünf Milligramm pro Kubikmeter Wasser beträgt der aktuelle Phosphorwert. Die Berufsfischer wünschen sich einen höheren Wert – Leuch spricht von zehn bis fünfzehn Milligramm. Technisch sei das möglich. Auch vom Gesetz her: Es erlaubt einen Phosphorgehalt von bis zu 30 Milligramm pro Kubikmeter. Dass der Gehalt so tief sinken würde, habe man bei der Festlegung der Obergrenze nicht wissen können, sagt Leuch, und: «Es wurde über das Ziel hinausgeschossen.»

Das Vorhaben der Fischer stösst bei Umweltschützern jedoch auf wenig Gegenliebe: WWF und Pro Natura haben bereits klargemacht, dass sie von einer «Aufdüngung des Bodensees» wenig halten.

(20 Minuten)