Spender gefunden

22. Oktober 2018 05:44; Akt: 22.10.2018 05:44 Print

Frau aus Übersee soll krebskranke Mutter retten

Die Rheintalerin Brigitte Ricchello (60) leidet an Leukämie. Ihre Tochter suchte wochenlang nach einem passenden Stammzellen-Spender. Nun hat die Familie einen Retter gefunden.

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«Ich bin überglücklich. In rund vier Wochen können wir starten», sagt Sabrina Ricchello am Sonntag zu 20 Minuten. Damit meint die 32-Jährige die lebensnotwendige Stammzellenspende für ihre Mutter. Die seit mehreren Monaten an Akuter Myeloischer Leukämie (AML) erkrankte Brigitte Ricchello (60) ist auf eine schnelle Transplantation angewiesen, da sich ihr Gesundheitszustand ohne Spende zunehmend verschlechtern würde.

Um so glücklicher ist die Familie nun, da sie die Zusage auf eine Transplantation erhalten haben: «Als wir am Freitagmorgen im Spital waren, haben wir dort die positive Nachricht erhalten.» Jetzt heisst es für die Familie abwarten. «Die Spende ist für Ende November angesetzt», so die Tochter.

Spender aus Übersee

Um ihre Mutter zu unterstützen und möglichst schnell einen Spender zu finden, machte Sabrina es möglich, dass ihre Mutter an einem Typisierungstag des österreichischen Vereins Geben für Leben teilnahm. Obwohl am 22. September hunderte Freiwillige daran teilnahmen, kommt die passende Spende nun aus Übersee: «Wir haben nicht viele Informationen, aber beim Spender handelt es sich um eine junge Frau aus der internationalen Datenbank», so die Tochter.

Trotzdem freut sie sich , an der Aktion teilgenommen und andere Menschen zum Spenden ermutigt zu haben: «Auch wenn an diesem Tag niemand Passendes für meine Mama dabei war, kann vielleicht einem anderen Menschen irgendwo auf der Welt geholfen werden.» Die Familie will nach Ablauf der gesetzlichen Frist unbedingt Kontakt zu der Spenderin aufnehmen.

50 prozentige Chance

Dennoch bedeutet die Spende nicht in jedem Falle eine Besserung: «Wir müssen einige Risiken eingehen», sagt die Rheintalerin. So etwa eine Abstossung der Stammzellen oder eine Infektion, da das Immunsystem vor der Transplantation enorm geschwächt ist.

Doch die Familie ist bereit, diese Risiken zu akzeptieren: «Wir haben gar keine andere Wahl. Die Chance für eine erfolgreiche Transplantation liegt bei rund 50 Prozent.» Auch habe das Transplantationszentrum bereits mit keimresistenten Zimmern vorgesorgt. Ricchello betont daher, dass die Familie und vor allem ihre Mutter stehts in guten Händen waren und sich mit dem Entscheid sicher fühlen.

(juu)