St. Gallen

03. Februar 2011 15:30; Akt: 03.02.2011 17:43 Print

Frauen-Komitee feiert Jubiläen

Mit einer Reihe von Aktionen erinnert das überparteiliche Komitee «Gleichstellung jetzt! an die Einführung des Frauenstimmrechts in der Schweiz vor 40 Jahren. Doch im «Frauenjahr 2011» werden nicht nur Jubiläen gefeiert, es wird auch weiter gekämpft.

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40 Jahre Frauenstimmrecht oder 20 Jahre Frauenstreik - Frauen haben Grund zur Freude, wie Bettina Surber vom Komitee «Gleichstellung jetzt!» an einer Medienkonferenz am Donnerstag sagte. «Aber wir sind noch lange nicht am Ziel», erklärte die 29- jährige St. Galler Stadtparlamentarierin.

So würden Frauen beim Lohn immer noch diskriminiert. Laut einer Studie verdienten Frauen im Jahr 2008 im Durchschnitt 24 Prozent weniger als Männer. Die Ungleichheit sei zwar teilweise strukturell bedingt. Ohne Diskriminierung müssten Frauen aber knapp 10 Prozent mehr verdienen.

Kritik am Sparpaket

Einsetzen will sich das St. Galler Frauen-Komitee auch für mehr Teilzeitstellen in den Unternehmen. CVP-Kantonsrätin Monika Lehmann (Rorschacherberg) kritisierte zudem das Sparpaket der Regierung: Zum Teil werde auf Kosten der Gleichstellung und der Ausbildung für Frauen gespart.

Alexa Lindner (75), St. Galler SP-Politikerin und Frauenrechtlerin der ersten Stunde, blickte auf ihr Jahrzehnte langes Engagement für Gleichberechtigung zurück - «mit gemischten Gefühlen». So hätten 1971 noch 53 Prozent der St. Galler Stimmbürger gegen das Frauenstimmrecht gestimmt.

«Blöde Emanzen»

Und als Lindner damals vor den Nationalratswahlen an einer Standaktion in St. Gallen Frauen zum Wählen ermuntern wollte, wurde sie von Frauen als «blöde Emanze» betitelt. Lindner ärgerte sich über die vielen Anläufe, die nötig waren, freute sich aber auch, «dass es schliesslich gelungen ist».

Erika Bigler (69), Netzwerkerin, Laufbahnberaterin für Frauen und Herausgeberin des Magazins «Ostschweizerinnen», äusserte sich aus philosophischer Sicht zur Gleichstellung. Es gelte «Unmögliches zu denken und Mögliches zu tun», sagte Bigler, die nach ihrer Pensionierung noch Philosophie studierte.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • J. K. am 24.04.2014 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Ja, der Tag, an dem die Schweiz verloren hat... schade... es hätte nie soweit kommen dürfen.

  • Mann am 08.02.2011 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Kämpft auch für uns!

    Diese Lohnunterschiede sind ein wehleidiges Thema: Frauen können vor Gericht klagen. Diskriminierung der Frauen ist im Gesetz verboten. Diskriminierung der Männer (Wehrpflicht, höheres Rentenalter, Scheidungsrecht) ist im Gesetz verankert. Ich bin für gleiche Löhne. Aber: Bitte hört auf zu jammern und schafft nicht nur unilaterale Gleichstellung

  • Urs J. am 24.04.2014 15:07 Report Diesen Beitrag melden

    FRauen DÜRFEN nicht gleichviel verdienen

    Recht so, das Frauen weniger Lohn kriegen... schliesslich zahlen Sie keine Militärsteuern, werden von Männern eingeladen und müssen meist nichtmal im Ausgang für Eintritte bezahlen (dieser Diskriminierung müsste man eh dringendst nachgehen, es darf nicht sein, dass Clubs aufgrund der Geschlechter verschiedene Preise verlangen). Aber hauptsache motzen... und wenn Mann dann wieder mal will, kommen die Kopfschmerzen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Urs J. am 24.04.2014 15:07 Report Diesen Beitrag melden

    FRauen DÜRFEN nicht gleichviel verdienen

    Recht so, das Frauen weniger Lohn kriegen... schliesslich zahlen Sie keine Militärsteuern, werden von Männern eingeladen und müssen meist nichtmal im Ausgang für Eintritte bezahlen (dieser Diskriminierung müsste man eh dringendst nachgehen, es darf nicht sein, dass Clubs aufgrund der Geschlechter verschiedene Preise verlangen). Aber hauptsache motzen... und wenn Mann dann wieder mal will, kommen die Kopfschmerzen.

  • J. K. am 24.04.2014 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Ja, der Tag, an dem die Schweiz verloren hat... schade... es hätte nie soweit kommen dürfen.

  • Mann am 08.02.2011 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Kämpft auch für uns!

    Diese Lohnunterschiede sind ein wehleidiges Thema: Frauen können vor Gericht klagen. Diskriminierung der Frauen ist im Gesetz verboten. Diskriminierung der Männer (Wehrpflicht, höheres Rentenalter, Scheidungsrecht) ist im Gesetz verankert. Ich bin für gleiche Löhne. Aber: Bitte hört auf zu jammern und schafft nicht nur unilaterale Gleichstellung