Coronavirus

13. März 2020 04:59; Akt: 15.03.2020 11:41 Print

Freiwillige wollen Einkäufe für Unbekannte machen

Ältere Menschen sollen vor dem Coronavirus geschützt werden. Genau das wollen Freiwillige jetzt tun. In Jonschwil SG wurde dafür ein Projekt lanciert.

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Über 800 Menschen sind in der Schweiz mittlerweile am Coronavirus erkrankt. Sechs von ihnen sind bis Donnerstag an der Krankheit gestorben. Als Risikogruppe gelten laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) vor allem Menschen über 65 und solche mit bestehender Vorerkrankung.

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In den sozialen Medien gibt es zunehmend Bemühungen, diesen Menschen zu helfen. Susann Schuh hat das Projekt «Helfende Hand Jonschwil» ins Leben gerufen. Sie sagt: «Die Idee ist, Leuten aus den Risikogruppen den wöchentlichen Einkauf abzunehmen.» Die Lebensmittel sollen direkt nach Hause geliefert werden.

Ihr Projekt hat die berufstätige Mutter auch auf Facebook gepostet. Innert weniger Stunden hätten sich die ersten vier Personen gemeldet, die ebenfalls helfen wollen. Interessierte könnten sich via Facebook direkt bei ihr melden. «Im Idealfall können später andere Personen für ihre Gemeinde das Projekt kopieren», sagt die 39-Jährige. Sie selbst konzentriere sich auf Jonschwil.

Unterstützung zugesichert

Im Dorf hat sie sich auch schon umgehört. Die Gemeinde und auch die Geschäfte würden das Projekt unterstützen, meint Schuh. Dies vor allem mit Werbung. Das sei wichtig, da ältere Menschen weniger in den Sozialen Medien unterwegs seien, so die Initiantin. Ihr Ziel: «Alle Betroffenen einer Risikogruppe in der Gemeinde sollen das Angebot kennen und im Idealfall auch davon profitieren.» Noch keine definitive Lösung gibt es laut der Initiantin des Projekts für die Bezahlung der Produkte. Das sei derzeit noch das grösste Fragezeichen, so Schuh.

Die Idee für das Projekt sei in den letzten Wochen entstanden. Gerade in schwierigen Zeiten wie jetzt sei es wichtig, dass es Leute gebe, die helfen. Zu ihrem eigenen Antrieb sagt sie: «Ich bin ein Helfertyp und bin mir um den Ernst der aktuellen Lage bewusst. Ich will schlicht helfen und bin mit diesem Gefühl nicht alleine.»

Auch andere wollen helfen

Die Idee von Susann Schuh teilt Cornelia Plüss aus Gossau SG. Auch sie bietet sich für Einkäufe an. Plüss sagt: «Ich bin Tanzlehrerin und habe im Moment viel Freizeit wegen dem Virus, da Kunden die Stunden absagen. Doch ich will die Zeit sinnvoll nutzen.» Sie sei ein Macher und könne nicht nur zu Hause rumsitzen.

Bisher sei noch keine Anfrage reingekommen. Interessierte könnten sich direkt bei ihr melden. Sie sei nun gespannt, wie sich alles entwickelt. Weiter sagt Plüss: «Das Coronavirus hat mir zwar beruflich einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber es gibt auch positive Seiten.» Sie nehme etwa wahr, wie die Leute respektvoller miteinander umgehen und eher nach den Bedürfnissen anderer fragen würden.

In Wien zeigt sich diese Haltung durch den Hashtag #wienliebe.

Unter diesem Hashtag bieten viele Personen an, Menschen der Risikogruppen unter die Arme zu greifen, sei es mit Einkäufen oder sonstigen Tätigkeiten in der Öffentlichkeit.

(mig)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nurse am 13.03.2020 06:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mithelfen

    Ich war früher Pflegefachfrau. , bevor meine Kinder zur Welt kamen. Ich bin sicher, ich habe viele Berufskolleginnen, die auch nicht mehr im Beruf arbeiten oder nur Teilzeit. Gerne würde ich meine Hilfe anbieten. Einkaufen oder sogar im Spital mithelfen.

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  • Calculus am 13.03.2020 05:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rechnen

    Zur Zeit ist die Ansteckungsrate in der CH mit Faktor 1.28. Multipliziert man die heutige Zahl der Infizierten mit dieser Zahl usw kommt man am 1. April auf rund 115'000, am 15 April auf 355'000 und am 1. Mai auf 1.7 Mio. Dies zeigt die potentielle Gefahr. Es geht also darum, den Faktor 1.28 runter zu bringen und die Verbreitung massiv zu verlangsamen, sonst kommt es zum Kollaps in der medizinischen Versorgung da rund 15% der Fälle einen schweren Verlauf haben. Gelingt die Verlangsamung nicht sieht es spätestens Mitte April bei uns so aus wie in Norditalien. Nüchtern mathematisch betrachtet.

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  • crissi am 13.03.2020 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte kontaktiere mich, zusammen sind wir noch stä

    Wir sind seit 10 Tagen daran, das Konzept für den Kanton Zug steht. Zwei grosse Vereine aus dem Facebook, "siidefade" und "zuger helfen zuger" arbeiten Hand in Hand und vernetzen Helfer mit schwerkranken, oder älteren Personen aus der ganzen Deutsch Schweiz. Denn was wenn es finanziell schwächere trifft? Diese können nicht schnell für 200 Franken Vorrat einkaufen! Bei vielen hat der Arzt bereits seit Tagen geraten zu Hause zu bleiben, doch wie? Einkaufen sollte als erstes abgegeben werden, hierfür müssen wir, denen das Virus nicht viel macht, aktiv werden. Wir helfen, und aktivieren Helfer von uns vor Ort. UNSERE ELTERN WÜRDEN ES OHNE ZU ZÖGERN FÜR UNS TUN!! Stellt euch vor es wäre für 30 bis 60 jährige tödlich, eure Eltern würden nicht eine Minute überlegen und alles zum Schutz der Kinder tun

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Die neusten Leser-Kommentare

  • so gehts am 14.03.2020 14:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diese Idee hatte ich auch schon

    und im näheren Umfeld schin umgesetzt. Die Bezahlung ist denkbar einfach; ich habe 10 Gutscheinkarten gekauft, diese kommen in ein aAdressiertes( Empfänger ) Cuvert und dieser bezahlt die für ihn eigens reservierte Karte. 3 davon verschenke ich an Bedürftige Familien.

  • alice am 13.03.2020 19:54 Report Diesen Beitrag melden

    Nachbarschafthilfe

    also da sind wir gut dran ! Nachbarschafts Hilfe !wir kommen gut mit allen aus und Sie haben uns Angeboten dass SIe für uns Brot oder kleinigkeiten Posten das finde ich supper Geld ins Couvert und Zettel alles mit Handschuhen gemacht und ein Batze für den Postillion und gut ist

    • Peter Pan am 14.03.2020 07:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @alice

      So sollte es doch sein, ist leider viel zu selten heute. Gratuliere Euch zur gut funktionierenden Nachbarschaft

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  • alice am 13.03.2020 17:19 Report Diesen Beitrag melden

    weisses Tuch

    finde ich prima !vorbild Milano ?man hängt ein weisses Tuch aus dem Fenster und dann kommt jemand einkaufen das ist Mega werde es ausprobieren wenn ich nicht raus kann?

  • Karin am 13.03.2020 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Gebt die Regionen und Städte durch

    Super Idee. Würde dies auch tun und einkaufen gehen. Könnte dies jedoch nur am Sa. da sonst bei der Arbeit. Gebt doch die Regionen oder Städte bekannt wo diese Aktion läuft

  • RealMaster am 13.03.2020 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arztstudium

    Was machen eigentlich all jene, welche ein Arztstudium abgeschlossen haben und jetzt nicht mehr auf diesem Beruf arbeiten? Das sind etwa 50% !!! Genau diese Leute würde man jetzt brauchen. Bitte meldet euch!