Frauen reingelegt

15. März 2012 12:21; Akt: 16.03.2012 00:08 Print

Fünf Jahre Knast für Taxi-Vergewaltiger

Ein St. Galler Taxifahrer ist wegen mehrfacher Vergewaltigung von Passagierinnen zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der 42-jährige Türke wird zudem mit einem Berufsverbot belegt.

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Die Passagierin war stark betrunken. Trotzdem wehrte sie sich und wollte mehrmals fliehen – einmal splitternackt und barfuss in der kalten Winternacht. Der Angeklagte packte die Frau jedoch wieder und zerrte sie zurück ins Taxi, so die Version der Staatsanwaltschaft zu einer Serie von Verbrechen, die in St. Gallen vor rund zwei Jahren für grosse Unruhe sorgten.

Unter Todesängsten gab die Frau ihren Widerstand schliesslich auf. «Sie hatte keine Chance», sagte der Staatsanwalt. Die erlittenen Verletztungen seien eindeutig. Laut den späteren Untersuchungen im Spital hatte das Opfer mehrere Hämatome und Kratzspuren. «Sie war übel zugerichtet», sagte der Staatsanwalt. Nach der Vergewaltigung erinnerte sich der Vergewaltiger wieder an seinen ursprünglichen Auftrag und fuhr sein Opfer nach Hause.

Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass dies kein Einzelfall war. Eine ebenfalls gut 20- jährige Frau, die den Taxifahrer von früheren Fahrten kannte, war ebenfalls betrunken, als der Angeklagte sie vergewaltigte. Eine dritte Frau, die sich nach einem Aufruf in den Medien meldete, beschuldigt den Mann, sie sexuell genötigt zu haben.

Berufsverbot gefordert

Die Staatsanwaltschaft forderte für den dreifachen Familienvater wegen mehrfacher Vergewaltigung, mehrfacher Freiheitsberaubung und Entführung, versuchter sexueller Nötigung und sexueller Belästigung eine Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren.

Der Angeklagte habe das Vertrauen, das Kunden Taxifahrern entgegenbrächten, schamlos ausgenützt. Seit seiner Festnahme sei wieder Ruhe im St. Galler Taxi-Geschäft eingekehrt. Der Staatsanwalt verlangte ein fünfjähriges Berufsverbot für den beschuldigten Taxi- Chauffeur.

Die beiden Vergewaltigungs-Opfer fordern eine Genugtuung von je 25 000 Franken. Sie seien traumatisiert und benötigten eine Psychotherapie, sagte die Opfervertreterin.

«Wir hatten einvernehmlichen Sex»

Der Taxifahrer fordert einen vollumfänglichen Freispruch. «Wir hatten einvernehmlichen Sex», sagte er am Donnerstag vor dem Kreisgericht St. Gallen.

«Ich bin unschuldig», sagte der 42-jährige Taxifahrer am Ende der gut vierstündigen Gerichtsverhandlung. Er habe mit beiden angeblichen Vergewaltigungsopfern Sex gehabt, aber dieser sei einvernehmlich gewesen, sagte der Beschuldigte.

Er wolle die Opfer nicht zu Täterinnen machen, aber die Wahrheit ans Licht bringen, sagte sein Verteidiger. Die beiden Frauen hätten den Geschlechtsverkehr gewollt. Der Angeklagte habe die Frau, die er in der Nacht auf den 28. Januar heimfuhr, nicht bedroht und keinerlei Gewalt angwendet.

Der Verteidiger forderte einen vollumfänglichen Freispruch. Weil der Angeklagte seit zehn Monaten unschuldig in Untersuchungs-, bzw. Sicherheitshaft sitze, verlangt der Verteidiger für den 42-jährigen Familienvater aus der Türkei Schadenersatz und Genugtuung von 75 000 Franken.

Das Gericht folgte den Ausführungen der Verteidigung nicht und verhängte eine fünfjährige Freiheitsstrafe wegen mehrfacher Vergewaltigung. Die beiden Vergewaltigungs-Opfer erhalten eine Genugtuung von 15'000, beziehungsweise 20'000 Franken. Der Angeklagte akzeptiert das Urteil nicht. Dies sagte sein Verteidiger nach der Gerichtsverhandlung

(voi/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Haser am 15.03.2012 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    .....

    lächerliche 5.5 Jahre, mit guter Führung ist er in 2 Jahren wieder auf freiem Fuss, das ist unsere Justiz :), Klaut ein Kind einen Kaugummi oder frisiert das Moped gibts fast härtere Strafen! Raus mit dem....

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  • Tommy am 15.03.2012 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    Methode Al Capone

    Al Capone haben sie damals wegen Steuerhinterziehung drankgekriegt, weil sie ihm sonst nichts beweisen konnten. Vielleicht sollten wir Gewalt- und Sexualverbrecher auch wegen irgendwelche finanziellen Unregelmässigkeiten verklagen, statt wegen ihren echten Verbrechen. Dann würden sie wahrscheinlich die höhere Strafe kriegen! 5.5 Jahre für mehrfache Vergewaltigung, Freiheitsberaubung und sexuelle Nötigung... Das ist ein verdammter Witz! Und zwar ganz ein schlechter!

  • Peter Kleissner am 15.03.2012 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    5 Jahre für Raubkopierer in Deutschland

    Und hier gibts nur 5,5 für mehrfache Vergewaltigung. Wenn man noch davon ausgeht, dass man nicht immer erwischt wird, ist es für den umtriebigen Sexualstrafttäter durchaus lohnenswert und DAS IST KRASS! Strafen sollen abschreckend wirken, so tun sie es nicht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marco Schwarz am 15.03.2012 22:06 Report Diesen Beitrag melden

    Sexualverbrecher

    Nach meiner Meinung sollten Sexualstraftäter nicht nur mit Gefängnis bestraft werden, sondern auch einer chirurgischen oder zumindest hormonellen Kastration unterzogen werden, was eine spätere Rückfälligkeit einschränkt, da ja gerade Sexualverbrecher äusserst häufig rückfällig werden

  • Zigorio am 15.03.2012 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    Zeit heilt Wunden, aber Narben bleiben

    Es sollten diejenigen die Gesetze machen, die geschädigt wurden. Dann wären die Strafen "gerechter". Die meisten Gesetzesmacher/Schreiber/Vollstrecker wissen gar nicht wie es ist geschändet/missbraucht/vergewaltigt zu werden. Diese Erfahrung zieht wie eine kleine dunkle Wolke durch das Leben und schiebt sich immer wieder mal vor die Sonne.

    • SW.R am 17.03.2012 19:44 Report Diesen Beitrag melden

      Ja genau

      Ja genau. ein Opfer leidet lebenslänglich.Warum sollen die Täter nicht auch lebenslänglich bekommen?

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  • Peter Haser am 15.03.2012 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    .....

    lächerliche 5.5 Jahre, mit guter Führung ist er in 2 Jahren wieder auf freiem Fuss, das ist unsere Justiz :), Klaut ein Kind einen Kaugummi oder frisiert das Moped gibts fast härtere Strafen! Raus mit dem....

    • SW.R am 17.03.2012 19:45 Report Diesen Beitrag melden

      Ja Peter

      Ja Peter, irgendetwas stimmt hier definitiv nicht.

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  • Manu am 15.03.2012 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausschaffen!

    Warum wird so etwas nicht härter bestraft?? Nach 5 Jahren das selbe Spiel von vorne,oder was?! Wenn man kein Schamgefühl und Respekt aufweisen kann,einfach lebenslänglich (er hat immerhin 3 leben genauso zerstört!!) oder in diesem Fall: raus aus der Schweiz! Da platzt mir einfach der Kragen.

  • Gernot am 15.03.2012 18:11 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist alles

    Wow. 5 Jahre und 35'000 Schadenersatz! Das ist alles? Und als Raubkopierer muss man 20 Jahre ins Gefängnis und bezahlt eine Millionenstrafe oder so? Unglaublich.....