Walensee

03. Juni 2019 04:55; Akt: 03.06.2019 04:55 Print

Geister-Rastplatz wird zum Trainingsplatz für Armee

Schon seit längerer Zeit ist die Raststätte Walensee vor Weesen SG gesperrt. Zwischenzeitlich nutzt sie die Armee als Trainingsplatz und übt dort den Häuserkampf.

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Noch immer nutzt das Bundesamt für Strasse (Astra) die Raststätte Walensee als Bauplatz. Zwischenzeitlich erhält sie jedoch noch eine weitere Funktion. Wie die «Südostschweiz» berichtet, waren kürzlich am Eingang des ehemaligen Restaurants und in dessen Umgebung Zettel mit der Aufschrift «Zutritt verboten, militärisches Trainingsobjekt» angebracht.

Der Grund: Die Armee nutzt den Ort, um den Häuserkampf zu trainieren. Dies allerdings eher selten, wie Ronald Drexel gegenüber der Zeitung sagt. Drexel ist Oberst im Generalstab und als solcher Kommandant des Ausbildungszentrums der Armee (AZA) in Walenstadt. «Wir benutzen es, um das taktisch und technisch richtige Vorgehen im Häuser- und Ortskampf zu trainieren», so Drexel. Das ehemalige Restaurant sei dafür bestens geeignet, weil Teile der Küche und anderer Hausinstallationen noch vorhanden seien. Zudem sei der Bau mit seinen Stockwerken sehr verwinkelt. «Für unsere Ausbildung ist das ideal, und es fordert die Kursteilnehmer taktisch wie auch technisch.»

Keine Entschädigung

Kürzlich fand ein Kurs mit 18 Teilnehmern statt. Dieser dauerte zwei Wochen – auf der Raststätte wurde jedoch nur an einem Tag für ein paar Stunden geübt. «Trainiert wurde darin mit Markiermunition. Doch der Kurs ist jetzt fertig und auch die Schilder wurden wieder entfernt», wird Drexel zitiert. Er könne sich aber durchaus vorstellen, wieder dort zu trainieren, wenn der Besitzer einverstanden ist.

Aktueller Besitzer des Restaurants ist Heinz Peter Moravcic, Geschäftsführer der Restwal GmbH. Um den Ort zu nutzen, musste die Armee sein Einverständnis einholen. Eine Entschädigung erhielt Moravcic dafür nicht.

Eigentlich gesperrt

Nebst dem Einverständnis des Besitzers waren auch Bewilligungen nötig, wie etwa jene des Astra, um den Rastplatz mit Autos befahren zu können. Denn eigentlich hat das Bundesamt für Strassen den Platz für die Öffentlichkeit bereits im September 2017 gesperrt. Für diese Massnahme wurden Sicherheitsgründe geltend gemacht: Die Strecke für die Wegfahrt sei zu kurz. Für die Fahrzeuge sei es nicht möglich, auf 80 Stundenkilometer zu beschleunigen. Für eine reibungslose Eingliederung in den Autobahnverkehr sei das aber notwendig.
Überdies fehlt bei der Wegfahrt ein Pannenstreifen und ein Ausbau sei vom Gelände her schlicht unmöglich, hiess es beim Astra. Selbst der Besitzer darf dort nicht mehr dem Auto hinfahren.

Das Restaurant des Rastplatzes ist bereits seit über 15 Jahren geschlossen. Seither gammelt es langsam vor sich hin. Das brachte ihm den Namen «Schandfleck der Region» oder auch «Geister-Raststätte» ein.

Moravcic hatte geplant, ein Wohn- und Gewerbehaus aus dem ehemaligen Restaurant zu machen. Die Gemeinde verweigerte aber die Baubewilligung, das Verfahren wurde sistiert. Danach wollte er laut «Glarner Nachrichten» selbst darin wohnen. Doch auch das wurde ihm verwehrt. Dafür hätte man die Liegenschaft nämlich an die Wasserversorgung anschliessen müssen. Weil die Leitungen aber mittlerweile verrostet seien und bersten könnten, sei das nicht so einfach.

Was nun mit der Raststätte passiert, weiss niemand so genau.

(taw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Steff am 03.06.2019 06:51 Report Diesen Beitrag melden

    gute Beschleunigung

    Ja das Militär hat natürlich keine Probleme auf dem kurzen Beschleunigungsstreifen mit ihren schnellen Fahrzeugen auf 80 zu kommen. Oder kommen sie zu Fuss? Da sieht man wieder das es eine Schikane ist

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  • Küde am 03.06.2019 06:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schnell gebaut?

    Anscheinend wurde in kurzer Zeit die Einfahrt verlängert! Der Parkplatz wurde angeblich gesperrt, weil die Einfahrt zu gefährlich sei.

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  • Marc'oh'polo am 03.06.2019 07:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie den dass? Mit dem Duro????

    Achso. Die dürfen dort rein und raus fahren???

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Die neusten Leser-Kommentare

  • iPhone am 04.06.2019 19:59 Report Diesen Beitrag melden

    Schilder stehen noch!

    Als ich das letzte mal da durch fuhr, war die Einfahrt offen. Nicht nur das, auch die Beschilderung welche die alte Raststätte zu erkennen gibt, ist noch vorhanden. So weist extra eine Ausfahrstafel auf die Raststätte hin. Langsam sollte man sich schon entscheiden, ist nun jetzt offen oder nicht?

  • Sepp am 04.06.2019 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Weg damit

    Mann könnte eigentlich auch mal was abreissen ohne wieder was Neues zu bauen.

  • Dä Jesus am 04.06.2019 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anlagenmangel?

    Ich wusste gar nicht, dass das Militär zuwenig HOK Anlagen hat. Steht doch an jeder Ecke eine Rum und in Eiken hat es sogar ein ganzes Dorf.

  • Walter am 04.06.2019 02:28 Report Diesen Beitrag melden

    Seltsam

    Die nahegelegene Einfahrt Mühlehorn ist aber offen obschon sie keinen Meter Beschleunigungsspur hat!?

  • Vielfahrer am 03.06.2019 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Schildbürger soweit das Auge reicht

    Genau, Beschleunigunsstrecke zu kurz, aber die Einfahrt Mühlehorn mit ihrer fast 180 Grad Kurve geht dann mit 80 km/h ?? Wieder einmal eine Typische Aussage eines Tischakrobaten, genauso wie jener der jetzt mochte das E-Autos unter 20 km/h künstliche Geräusche will, obwohl bei den heutigen Fussgänger ja das Dank Kopfhörer niemand hört