Teure Spitäler

15. Juni 2018 18:36; Akt: 16.06.2018 18:27 Print

Gesundheitskanton Ostschweiz prüfen

Die Diskussion um die Zukunft der St. Galler Spitäler geht weiter. Auch die Gründung eines Gesundheitskantons Ostschweiz soll geprüft werden.

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Die Spitalstrategie wird noch viel zu reden geben. Blick auf das Kantonsspital St. Gallen. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)

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Auch nach dem Ende der Junisession des St. Galler Kantonsrates beschäftigt das Thema Spitäler die St. Galler Politik weiter. Die Parteien fordern von der Regierung Antworten zur neuen Spitalstrategie und zu den wirtschaftlichen Konsequenzen.

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Sollen die Ostschweizer Kantone bei der Spitalplanung künftig eng zusammen arbeiten?

Der Verwaltungsrat der vier Spitalverbunde des Kantons St. Gallen will die bisherige stationäre Grundversorgung aus Kostengründen auf den Kopf stellen und nur noch vier Standorte betreiben.

Heftige Reaktion auf mögliche Spitalschliessungen

In einem Grobkonzept mit Massnahmen wird die Schliessung der stationären Abteilungen der fünf Landspitäler in Altstätten, Walenstadt, Wattwil, Flawil und Rorschach vorgeschlagen.
Die Parteien reagierten heftig.

Zum Start der Junisession wurde dann die politische Diskussion lanciert. Das Parlament bildete eine von der SVP-Fraktion geforderte Spezialkommission, die sich mit der Spitalstrategie beschäftigen soll. Zudem ging eine Reihe von Vorstössen ein.

Mehr Verantwortung für Parlament und Regierung

Mit der Umsetzung der Public Corporate Governance (PCG) ist die Zuständigkeiten für die stationäre Gesundheitsversorgung der st. gallischen Bevölkerung neu definiert worden. Die St. Galler Regierung gibt den Spitalverbünden die übergeordnete Strategie und die Grundausrichtung vor. Im Rahmen der Eigentümerstrategie verfügt der Verwaltungsrat der Spitalverbunde über unternehmerische Freiheiten.

Die SP-Grünen-Fraktion fordert in ihrer Motion wieder mehr Verantwortung beim Kantonsrat und der Regierung. Die gesetzlichen Grundlagen sollen geändert werden, um auch den Verwaltungsrat der Spitalverbunde besser in die politischen Prozesse zu integrieren und um in Zukunft sicherzustellen, dass die gesamtkantonalen Interessen bei den Entscheidungen der Spitalverbunde berücksichtigt wurden.

In einem zweiten Vorstoss liefert die Ratslinke der Regierung eine umfangreiche Liste von grundsätzlichen Überlegungen, welche in das Grobkonzept des Verwaltungrates einbezogen werden sollten; etwa die gesundheitspolitischen Herausforderungen, die Auswirkungen auf die Staatsbeiträge, Veränderungen der Patientenströme oder realistische neue Angebote an den aufgehobenen Spitalstandorten.

Auch Liechtenstein und beide Appenzell mit Problemen

Nicht nur der Kanton St. Gallen, auch die beiden Appenzell und das Fürstentum Liechtenstein hätten mit steigenden Kosten und sinkender Qualität zu kämpfen, heisst es in einer gemeinsamen Interpellation von FDP und SVP. Gerade heute, wo überall sehr intensiv über die Spitalpolitik gesprochen werde, wäre ein optimaler Zeitpunkt, eine vertiefte Zusammenarbeit im Gesundheitswesen zu prüfen.

Die beiden Fraktionen wollen von der St. Galler Regierung wissen, wie sie sich zur Gründung eines «Gesundheitskantons Ostschweiz» stellt. Abgeklärt werden soll dabei auch, welche positiven Effekte sich ergeben, wenn die Spitalplanung interkantonal organisiert wird.

Werden Investitionen umgelagert

Die CVP-GLP-Fraktion will wissen, welche rechtlichen Konsequenzen die neue Strategie der Spitalverbunde habe. Es wird die Frage aufgeworfen, ob die vom Volk gutgeheissenen Investitionen in die betroffenen Regionalspitäler nur teilweise ausgeführt oder auf andere Spitalstandorte umgelagert werden könnten.

Über Schliessungen von Spitälern entscheidet gemäss Gesetz über die Spitalverbunde der Kantonsrat. Wer über den Umbau von Spitälern in ambulante Gesundheitszentren entscheidet, wollen die Interpellanten wissen. Die Mitarbeitenden der bedrohten Spitäler seien verunsichert. Die CVP-GLP-Fraktion befürchtet eine Abwanderung des Personals.

Sorgen um den volkswirtschaftlichen Schaden, den eine Schliessung des Spitals Wattwil haben könnte, machen sich Jörg Tanner (GLP, Sargans) und Erich Zoller (CVP, Quarten). Sie wollen wissen, was die ambulanten Gesundheitszentren leisten sollen und ob sie überhaupt in eine Strategie für stationäre Spitäler, welche die Spitalverbunde zu betreiben hätten, gehörten.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ader von der Welt am 15.06.2018 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verschwendung der Superlative

    Spital St. Gallen gar nicht gut. Heidi Hanselmann die Regierungsrätin hat null Ahnung vom Gesundheit Department. Unglaublich das eine ehemalige Kindergarten Lehrerin dieses Amt inne hat.

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  • rogerb am 15.06.2018 21:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Struktur überprüfen!

    Der ganze Apparat des Kantonsspitals (vorallem der Standort Stadt St.Gallen) ist total aufgeblasen! Zu viele teure chefs und zu wenig bodenpersonal. Überprüft doch das mal genau. Würde bestimmt eine Reduktion von 30 Mio herausspringen!

  • Esther am 15.06.2018 18:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fabrik

    Von den Kosten her verstehe ich die Bemühung. Nur der Spital in St. Gallen ist nun schon eine Fabrik. Wenn da noch Leute hin müssen......!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ulitka am 16.06.2018 20:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kantonsspital st. gallen abzocke

    kleine spiräler rorschach, flawil, walenstadt, grabs usw. alles schliessen. kantonsspital St. Gallen nur unfaire einrichtung, wo patienten von einer instanz zu der anderen geschick werden, um Geld zu verdienen. bitte eine ambulante versorgung beiden Spezialisten ausbauen. sie werden dann entscheiden, ob patient ins spital geschickt werden muss oder nicht.

  • Jakob Künzler am 16.06.2018 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chlapf

    Ich bin eine ältere Generation,mich nimmt das nur Wunder wie ein Arzt früher nur überlebt hat,da waren Kr,kassen nicht Obligatorisch,wenn wir Husten hatten machte unsere Mutter den Sirup selbst,und machte um die Brust warme Tücher,ich denke so wie jetzt mit so vielen Spitäler muss es einmal ein Chlapf geben,

  • Philippe am 16.06.2018 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Achtung

    Meiner Schwester wurde im Kantonsspital St. Gallen ein Schnitt an der Hand genäht, aber sowas hat bei unseren Spitälern in der Zentralschweiz noch niemand gesehen. Passt auf; Inkompetenz gepaart mit Personalmangel!

  • Thomas am 16.06.2018 17:33 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstbedienungsladen Gesundheitswesen

    Solange sich im Gesundheitswesen nicht grundlegend etwas ändert spielt es eh keine Rolle, wer sich jetzt wo mehr bedient. Am besten wäre wohl, man lässt das gesamte System mal so richtig kollabieren, damit man es danach vernünftig neu aufbauen kann.

  • Nina am 16.06.2018 16:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auswandern

    Alle kleinen Spitäler schliessen,damit gibt es auch weniger unnötige Operationen,und dann hat es genug Pflegepersonal,Deutschland hat in der Pflege sowieso zu wenig Personal ,