Studie warnt

08. Mai 2012 20:17; Akt: 08.05.2012 20:23 Print

Glasfasernetz wird zum Millionen-Debakel

Für 78 Mio. Fr. baut die Stadt St. Gallen ein Glasfasernetz. Dieses könnte laut Experten zum Finanz-Debakel werden.

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Das städtische Glasfasernetzwerk wird ausgebaut. (Bild: St. Galler Stadtwerke)

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Bis 2015 sollen 80 Prozent der St. Galler Haushalte mit Glasfaseranschlüssen ausgerüstet sein. Dafür haben die Stimmbürger der Stadt 78 Millionen Franken gesprochen. Die übrigen 60 Prozent der Gesamtkosten übernimmt die Swisscom. Doch laut einer neuen Studie könnte das Projekt ein finanzielles Debakel werden: So werden der Stadt Zürich für ihr Glasfasernetz vom Wissenschaftlichen Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (Wik) Verluste von Hunderten Millionen Franken prophezeit; der «Tages-Anzeiger» schreibt von einem «Millionengrab».

Zürich spielt grössenmässig in einer anderen Liga – trotzdem sagt Urs Meister, bei der Denkfabrik Avenir Suisse auf Telekommunikation spezialisiert: «Glasfasernetze werden für Städte kaum rentieren. Das gilt für St. Gallen genauso.» Das Problem sei, dass die Städte sehr hohe Investitions- und Betriebskosten tragen würden, während ihre späteren Erträge als Provider gering seien. Bei der Vermarktung der Glasfaserleitungen wird St. Gallen zum Konkurrent der Swisscom und muss gegen diese um Marktanteile kämpfen.

Peter Stäger, Projektleiter des St. Galler Glasfasernetzbaus, glaubt hingegen, dass der Netzbetrieb für die Stadt «in 15 bis 25 Jahren rentabel ist». Die Stadt rechne mit einem Marktanteil als Provider von bis zu 25%. Im Vergleich eine optimistische Schätzung: In Zürich geht man gerade mal von 9% aus. Laut den Verfassern der Wik-Studie wären für einen rentablen Betrieb jedoch über 30% Marktanteil nötig.

(upz/20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan Egli am 09.05.2012 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    Verwundert nicht

    Diese Studie würde mich mal interessieren. Von was für Betriebskosten wird hier geredet? Die Glasfaser ist ein passives Element das ausser bei einem Kabelbruch keine Wartung benötigt. Es liegt einfach nur da. Das grosse Problem ist das die Städte keine richtigen Service anbieten und weshalb nicht? Weil es die Politik so möchte und verhindert. Ebenso hätte man sich überlegen müssen wie zu bauen - bei uns wird es vergoldet, in anderen Ländern wird dies mit völlig anderen Konzepten gemacht. Aber lieber im Nachhinein sich schlau machen... gut gemacht

  • Glasfasertechniker am 09.05.2012 08:07 Report Diesen Beitrag melden

    Der Steuerzahler baut, Swisscom kassiert

    Sorry Leute, falsches Konzept. War aber von Anfang an klar, dass es so nicht wirklich funktionieren kann nur haben das einige Sturköpfe nicht wahrhaben wollen und dem unwissenden Stimmvolk Zucker auf den Senf gestreut.

    einklappen einklappen
  • Büezer am 08.05.2012 21:18 Report Diesen Beitrag melden

    das wird nicht klappen

    "in 15 bis 35 Jahren rentabel" - bis dahin ist die Technik schon lange wieder veraltet und überholt...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Stefan Egli am 09.05.2012 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    Verwundert nicht

    Diese Studie würde mich mal interessieren. Von was für Betriebskosten wird hier geredet? Die Glasfaser ist ein passives Element das ausser bei einem Kabelbruch keine Wartung benötigt. Es liegt einfach nur da. Das grosse Problem ist das die Städte keine richtigen Service anbieten und weshalb nicht? Weil es die Politik so möchte und verhindert. Ebenso hätte man sich überlegen müssen wie zu bauen - bei uns wird es vergoldet, in anderen Ländern wird dies mit völlig anderen Konzepten gemacht. Aber lieber im Nachhinein sich schlau machen... gut gemacht

  • Glasfasertechniker am 09.05.2012 08:07 Report Diesen Beitrag melden

    Der Steuerzahler baut, Swisscom kassiert

    Sorry Leute, falsches Konzept. War aber von Anfang an klar, dass es so nicht wirklich funktionieren kann nur haben das einige Sturköpfe nicht wahrhaben wollen und dem unwissenden Stimmvolk Zucker auf den Senf gestreut.

    • Michael Müller am 09.05.2012 11:05 Report Diesen Beitrag melden

      Anbieterwechsel?

      Ich finde die Swisscom übertreibt es langsam. Bin ein Fan der Swisscom. Schaut man sich den Markt an, so bezahle ich bei Swisscom 20-50% mehr als bei der Konkurrenz. Will ich wechseln, so verhindern monopolistisches Verhalten, dass ich auch bei anderen Anbietern zu anständigen Preisen Teleclub erhalte (ja, Teleclub gehört der Swisscom!). Als ehemaliges Staatsunternehmen verdient Swisscom zudem noch an div. anderen Gebühren, von welchen niemand weiss, dass da Swisscom mitprofitiert.

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  • Büezer am 08.05.2012 21:18 Report Diesen Beitrag melden

    das wird nicht klappen

    "in 15 bis 35 Jahren rentabel" - bis dahin ist die Technik schon lange wieder veraltet und überholt...