Gossau SG

25. April 2018 17:27; Akt: 25.04.2018 17:27 Print

Diese süssen Tigerbabys sollen bald in die Wildnis

Am Dienstag sind im Walter Zoo drei seltene sibirische Tigerbabys auf die Welt gekommen. Nun hofft man, dass sie in ein Auswilderungsprogramm kommen.

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Der Verdacht, dass Tigerdame Julinka trächtig sein könnte, kam Zoodirektorin und Tierärztin Karin Federer und ihrem Team zwar schon vor einem Monat: «Eine Kotprobe, die in Berlin untersucht wurde, zeigte allerdings keine hormonellen Veränderungen.» Erst als die Tigerin in den vergangenen Tagen immer weniger frass und am Montag damit begann, die verschiedenen Höhlen in der Anlage abzugehen und einen Strohhaufen zu errichten, war die Sache klar. Wie der Walter Zoo am Mittwochmorgen nun mitteilt, gebar Julinka über Nacht drei Tigerbabys.

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Fürsorgliche Tigermutter

Statt für die separate Wurfbox entschied sich die Tigerin für jene Höhle in der Aussenanlage, die am besten von den Besucherinnen und Besuchern beobachtet werden kann. Ein bisschen Glück braucht es dennoch, um den Nachwuchs zu sehen. Die kleine Familie ist gut hinter dem Strohhaufen versteckt. «Die Tigerbabys sind sauber geputzt, trinken alle Milch und scheinen schon sehr munter zu sein», berichtet die Zoodirektorin hocherfreut. «Soweit wir es beobachten können, kümmert sich Julinka sehr gut um ihren ersten Wurf.»

Tigerpapa Viktor interessierte sich bisher wenig für den Nachwuchs. Vorerst ist er von der Mutter und den Jungtieren getrennt, damit sich diese erholen können. Federer kann sich jedoch gut vorstellen, Viktor in den nächsten Wochen wieder zu Julinka zu lassen, wenn diese nach ihm rufe.


Die Zoodirektorin im Interview. (Video: lmm)

Noch keine Geschlechter oder Namen

In den ersten zwei Wochen sind die Augen der Babys noch geschlossen. Nach fünf Wochen folgt die Impfung. «Vorher betreten wir die Höhle nicht und beobachten das Geschehen ganz genau», erklärt Federer. Deshalb lasse sich noch nichts über Geschlecht oder mögliche Namen sagen. Ganz aufatmen kann das
Zooteam leider noch nicht. Gerade weil es Julinkas erster Wurf ist, bestehe in dieser Zeit immer das Risiko, dass eines oder mehrere der Jungtiere nicht überleben. «Wir hoffen natürlich das Beste, aber müssen auch klar sehen, dass das Risiko wie in der freien Natur auch bei uns da ist.»

Der langersehnte Nachwuchs des Tigerpärchens sorgt für viel Freude und Begeisterung im Walter Zoo und auch beim europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP). Bei stark bedrohten Tierarten wie dem Sibirischen Tiger, der nur zwischen 450 bis 500 Individuen in freier Natur zählt, kontrolliert das Zuchtbuch die Fortpflanzung mit dem Ziel der späteren Auswilderung. Julinkas und Viktors Mission ist vorerst geglückt.

Wichtiger Beitrag zur Arterhaltung

Sollten die drei Gossauer Tigerbabys ins Auswilderungsprogramm aufgenommen werden, wäre dies ein langer Prozess, wie Leandra Pörtner, Biologin im Walter Zoos, erklärt. «Der Zuchtbuchführer überprüft zunächst, ob die Tiere für das Programm geeignet sind.» Die Kriterien seien rein genetisch. Pörtner: «Weil es nur noch wenige Sibirische Tiger gibt, muss zuerst überprüft werden, ob sie mit den wildlebenden Tigern nicht zu nah verwandt sind.»

«Im Alter von etwa zwei Jahren kämen die Jungtiere dann in ein riesiges, eingezäuntes Gelände», so Pörtner weiter. Dort würden sie ohne Menschenkontakt lernen, zu überleben. Die Tiger würden jagen und sich idealerweise auch fortpflanzen. Pörtner: «Ihre Babys wiederum würden dann komplett ausgewildert.»

Doch die Biologin betont: «Ein solches Wiederansiedlungsprojekt für sibirische Tiger ist erst in Planung und gibt es noch nicht.» Der genaue Ort für die Auswilderung stehe ebenfalls noch nicht fest und hänge davon ab, wie die politischen Diskussionen vor Ort verliefen. Ein möglicher Ort könnte Russland sein. «Erfolgreich funktioniert hat ein solcher Wiederansiedlungsprozess etwa bereits bei persischen Leoparden», so Pörtner. Die Überlebenschancen für die Tiere nach einem solchen Prozess stünden gut.

Auch wenn die Auswilderung mit den drei Babys des Walter Zoos noch in weiter Ferne steht, ist man im Zoo stolz auf den Nachwuchs: «Wir leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Arterhaltung der bedrohten Tiere», sagt Pörtner.

(lad)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Real am 25.04.2018 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    Scheuklappen ablegen und mitdenken

    Unglaublich, wie viele angebliche Tierschützer vor Ignoranz nur strotzen bzw. zu faul sind, den ganzen Artikel zu lesen. Es handelt sich um Sibirische Tiger, deren Art sehr bedroht ist. Nicht immer ist Zoo Zoo. Zoo's haben auch die Aufgabe, bedrohte Tierarten zu erhalten, da die Jungtiere meist in der Wildnis nur kleine oder keine Überlebenschancen haben.

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  • Cinzia Bölsterli am 25.04.2018 12:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tiger lässt Grüssen

    Gratulation an die Tigerfamilie und an das Zoo Team. Das konnte ich zu meiner Lehrzeit im Tierli Walter nicht erleben, allso Lehrlinge : Geniesst es!!!!

  • Llewellyn am 25.04.2018 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    Glückliche Tieger

    Wow schön gehe seit meiner kindheit in den walterzoo und war schon immer begeistert wie gesund die tiere aussehen. in andere zoos im ausland mussten meine eltern immer umkehren da ich ser sensibel bin wenn tiere es nicht schön haben. ich gehe nur in den walterzoo

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ivanka am 26.04.2018 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    Grosswildjäger

    "Der genaue Ort für die Auswilderung stehe ebenfalls noch nicht fest und hänge davon ab, wie die politischen Diskussionen vor Ort verliefen. Ein möglicher Ort könnte Russland sein. " Dann wird sich der mit leidenschaft Grosswild jagende Putin ja auf neue Bettvorleger freuen können. Schade um die schönen Tiere.

  • Ruedi am 25.04.2018 22:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was denn nun?

    Titel: Tiegerbabys sollen bald in die Wildnis. Letzter Textabschnitt: Auswilderung steht noch in weiter Ferne. Bravo an den Verfasser. Viel mehr kann sich der Artikel ja gar nicht widersprechen.

  • hot chili am 25.04.2018 16:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nur für den Fall !

    sind Zoos Erdbeben sicher ? irgendwo habe ich mal gelesen, dass die Tiere ausgebrochen sind, die Bevölkerung dürfte nicht mehr auf der Strasse wegen der Gefahr von Löwen, Reptilien, usw. der Gedanke wäre schon krass!

    • Cécil am 25.04.2018 17:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @hot chili

      krass sind auch Ihren Gedankengänge! Hut ab :D

    • hot chili am 25.04.2018 18:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Cécil

      Sicherheit ist die Mutter der Maßnahmen... muss nicht sein, aber nicht unmöglich !

    • Fäbu am 25.04.2018 18:32 Report Diesen Beitrag melden

      @ hot chili

      Das heisst, sie wohnen erdbebensicher?

    • Werner am 25.04.2018 19:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @hot chili

      uiii, bleiben sie ja zuhause, es könnte ein Erdbeben kommen und dann sind die Tiger ausgebrochen

    • hot chili am 25.04.2018 22:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Werner

      auch nicht möglich der Artikel mit dem Mann der attackiert mit Axt 2 wehrlose frauen ! leider, leider passieren solche ereignisse.. man kann nichts mehr ausschließen den 100% Sicherheit gibt es nicht, für garnichts.

    • O A F am 26.04.2018 06:29 Report Diesen Beitrag melden

      Propheten

      Ja das ist jetzt wirklich ein großes Problem.......Ich hoffe das sie bis zu ihrem Lebensende alles bis in letzte Detail geplant haben . Vermutlich ist in ihrem Kalender das Datum: 7.April 2021 16.30 schon notiert was gemacht werden muss.....

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  • Ornella Meyer am 25.04.2018 16:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fühlen sich wohl

    Wenn Tiere sich fortpflanzen ist es für mich ein Zeichen, dass sie sich wohlfühlen. Klar ist im Vergleich zur freien Natur jedes Gehege zu klein. Aber die Abwesenheit von Fressfeinden, gutes Futter und medizinische Versorgung machen das ein Stück wett.

  • Fehlinfomierte Menschen auf dem stand de am 25.04.2018 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Tierli Walterzoo

    Ist ja wahnsinn leute gibs und schreiben hier sachen unglaublich die armen babys werden schon vertäufelt als tierfutter, schade lesen manche nicht den ganzen artikel. und fies denen gegenüber die es geschafft haben das die tiere sich in gefangenschaft vortpflanzen wahnsinns leistung und sicher mit viel arbeit verbunden. hut ab