Henau SG

08. November 2018 05:46; Akt: 08.11.2018 17:33 Print

Google wusste vor der Braut vom Antrag

Wohl jede Frau wünscht sich einen speziellen Heiratsantrag. Der St. Galler Mario* hat sich für seine Dominique etwas ganz Besonderes einfallen lassen.

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Google war ein bisschen voreilig und fotografierte das Projekt bereits vor seiner Fertigstellung und bevor der Bräutigam in spe die wichtige Frage überhaupt stellen konnte. Bis das Feld nämlich so aussah, wie der zukünftige Bräutigam Mario sich das vorgestellt hatte, vergingen Monate. «Wir mussten jedes Zeichen zuerst mit Hilfe eines Vermessers und eines Vermessungsgeräts einzeichnen, und das auf zwei Zentimeter genau», sagt Lukas Christen, Betriebsleiter eines Lohnunternehmens. Doch einfach nur den Namen seiner Geliebten in ein Feld zu schreiben, erschien Mario zu einfach: «Ich wollte etwas Spezielles machen, eine Verlobung ist ja schliesslich einmalig.» Deshalb säte er gemeinsam mit seinem Team Kleegras in die zuvor ausgeschnittenen Symbole und Buchstaben, das nochmals rund zwei Monate wachsen musste. Am 27. September war es dann endlich so weit: «Ich überraschte meine Freundin mit einem spontanen Heissluftballonflug.» Als sie es gesehen habe, sei sie total überwältigt gewesen und habe sofort Ja gesagt, so Mario. Ganz ähnlich: Dieser Antrag im Kanton Bern. Bereits im Februar 2017 kam ein junger Mann auf eine eher aussergewöhnliche Idee: Der 20-Jährige bat zwei befreundete Polizisten, so zu tun, als würden sie seine Freundin verhaften. Wenige Minuten nachdem der Frau Handschellen angelegt worden waren, wurde sie wieder freigelassen und ihr Freund fiel vor ihr auf die Knie. Die 20-Jährige nahm es mit Humor und sagte sofort Ja. Auch im Juli 2018 überraschte ein 27-jähriger Freund seine gleichaltrige Freundin am Flughafen, mit Kerzen, Rosen, Blumen und natürlich einem Ring. «Die Freundin war so überrascht, dass sie zu weinen begann und sofort Ja sagte», berichtet eine Freundin der Zukünftigen. Aber auch der Zug kann romantisch sein: Über den Lautsprecher hat eine Frau ihrem Freund im Dezember 2017 einen Heiratsantrag gemacht. Ein 22 Meter grosses Transparent hing im Mai 2018 mitten an der Kirchenfeldbrücke in Bern. Mit Erfolg: Denn die Angebetete hat Ja gesagt. Auch eine junge Amerikanerin bekam einen etwas anderen Heiratsantrag: Ihr Freund, Besitzer eines Tattoostudios, möchte, dass sie ihm ein Tattoo sticht. Daraufhin präsentiert er ihr sein neues Tattoo und einen Diamantring... und erhält zum Glück eine erfreuliche Antwort. Aber auch die Frontseite von 20 Minuten musste schon für Anträge herhalten. «Hoi min ängel, ih lieb di unendlich fescht. Liebi Sandra, wetsch du mini frau werde?» stand im Februar 2016 in einem Inserat. Aber auch hier sagte die Angebetete zum Glück Ja.

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Fehler gesehen?

Es ist vermutlich der süsseste Antrag, den das Ostschweizer Dorf Henau SG je gesehen hat. Seit geraumer Zeit kann man dort nämlich via Google Earth einen Schriftzug mit den Worten «DOMINIQUE WÖTSCH MI HÜROTÄ?» finden.

Blöd nur, dass eine Google-Drohne den Heiratsantrag festhielt, bevor der zukünftige Bräutigam ihn seiner Herzdame überhaupt gemacht hatte.

So kann man den Antrag via Google Earth sehen (Video: Leser-Reporter)

Über zwei Monate Planung

«Es war ein unglaublich süsser Antrag, meine Enkelin schwärmt heute noch», sagt Bauer Hans Rubi am Mittwoch zu 20 Minuten. Der Landwirt lieh dem Bräutigam in spe kurzerhand sein abgeerntetes Feld in Henau SG und konnte während des gesamten Aufbaus Mäuschen spielen: «Es dauerte alleine über zwei Monate, bis das Feld so aussah, wie Mario es wollte», so Rubi.

Dass die Verlobungsvorbereitungen kein leichtes Unterfangen waren, bestätigt auch Lukas Christen von der landwirtschaftlichen Dienstleistungsfirma Christen: «Wir mussten jedes Zeichen zuerst mit Hilfe eines Vermessers und eines Vermessungsgeräts einzeichnen, und das auf zwei Zentimeter genau.» Danach habe man die Schrift noch mit einer Kreiselegge nachfahren müssen, so der Betriebsleiter.

Dominique hat Ja gesagt

Doch einfach nur den Namen seiner Geliebten in ein Feld zu schreiben, erschien Mario zu einfach: «Ich wollte etwas Spezielles machen, eine Verlobung ist ja schliesslich einmalig», so der 30-Jährige. Deshalb legte er noch einen drauf und säte am 28. Juli dieses Jahres gemeinsam mit seinem Team Kleegras in den zuvor ausgeschnittenen Buchstaben und Symbolen.

Rund zwei Monate musste dieses wachsen, bis es Marios Vorstellungen entsprach. Am 27. September war es dann endlich so weit: «Ich überraschte meine Freundin mit einem spontanen Heissluftballonflug und im entscheidenden Moment sagte ich zu ihr, dass sie hinunterschauen sollte.» Sie sei von der Aktion total überwältigt gewesen und habe sofort Ja gesagt, erzählt der 30-Jährige.

«Wir sind fast aufgeflogen»

Durch die lange Planung sei die Geheimhaltung allerdings alles andere als leicht gewesen, erzählt Christen. «Jeder Heissluftballonfahrer und Drohnenflieger wusste bereits Wochen vor dem grossen Tag von der originellen Idee.» Auch Bilder seien immer mal wieder aufgetaucht. «Wir mussten dann immer nett darum bitten, sie zu entfernen, da wir sonst aufgeflogen wären», so der Lohnunternehmer.

Auch wenn es riskant und langwierig war, bereut Mario seine Idee keinesfalls: «Meine Verlobte ist eine sehr liebenswerte und charmante Frau, für die mir nichts zu schade ist.»

*Voller Name der Redaktion bekannt

(juu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frau Bescheidenheit am 08.11.2018 08:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überbieten

    Vermutlich fühlt sich jede Frau geschmeichelt, wenn ihr Partner sich für einen Heiratsantrag sehr bemüht. Was mich stört, sind Anträge, welche die Öffentlichkeit ungefragt miteinbeziehen. Sogar ein Heiratsantrag muss heutzutage ausgefallener sein als jeder andere. Unbedingt muss man der Mittelpunkt des Tages sein, gerne auch im Internet präsent. Sogar im Zug müssen alle informiert werden. Liebe ist für mich etwas Intimes.

  • Karsten Meyer am 08.11.2018 09:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kreiselecke?

    Vielleicht war die "Kreiselecke" eher eine Egge? ;-) Ich wünsche dem Paar eine glückliche Zukunft.

  • MITCH F. YOUNG am 08.11.2018 08:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die Erde gehört google

    Das ist der Beweis dass wir 24h überwacht werden!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ideenlos am 08.11.2018 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Nachahmer

    Es gibt einfallsreichere Heiratsanträge als dieser. Zudem ist dieser Mann ein Nachahmer. Ob er wenigstens in der Ehe sich selber ist oder auch dauernd versucht, andere zu kopieren?

  • Grendel am 08.11.2018 12:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur das

    Google kennt auch seine zukünftige Ehefrau besser als er. Google weiss bestimmt auch schon ob geschieden wird oder nicht.

  • huschmie am 08.11.2018 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    Je mehr Brimborium, umso oberflächlicher

    Alles Schall und Rauch. Je mehr Brimborium, umso oberflächlicher sind die Leute. Das wird nicht lange halten.

  • klara am 08.11.2018 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    kitsch

    ich wünsche mir auf keinen Fall einen solchen Heiratsantrag. Das ist privat und soll so bleiben!

    • Romie am 08.11.2018 12:39 Report Diesen Beitrag melden

      Unter Kitsch verstehe ich etwas anderes...

      Ich bin (zwar) schon 80 Jahre alt,doch ich halte die Idee SUPER, er hatte sich etwas überlegt und nicht einfach den Standarte Satz "willst du mich heiraten....so etwas von langweilig!"

    einklappen einklappen
  • Stefjoo am 08.11.2018 11:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow effekt

    Jööö! wäre es auch mit farbigen Blumen gegangen?