Juli-Spitzenreiter

30. Juli 2014 16:00; Akt: 04.08.2014 11:39 Print

Güttingen hält den Rekord bei den Sonnenstunden

Dieser Ort wird vom Wetter verwöhnt: Güttingen am Bodensee zählte im nassen Juli am meisten Sonnenstunden in der ganzen Schweiz.

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Innerhalb des aktuellen Sauwetters hat es die Gemeinde Güttingen am Bodensee im Juli am besten getroffen: Das zeigt die aktuelle Sonnenstunden-Liste von SRF Meteo. Insgesamt 180 Stunden lachte dort in diesem Monat bisher die Sonne vom Himmel – so oft wie nirgendwo sonst in der Schweiz.

«Ich konnte es kaum glauben, als ich es gehört habe», sagt der Güttinger Gemeindammann Urs Rutishauser. Sogar das Tessin, die vielzitierte Sonnenstube der Schweiz, hat man hinter sich gelassen, wie «10 vor 10» am Dienstagabend berichtete. Rutishauser: «Wir hatten im Juli nie länger als drei Tage am Stück schönes Wetter. Aber offenbar hat es andere noch viel schlimmer getroffen.»

Trotzdem kommt der Sonnen-Spitzenplatz für Rutishauser nicht ganz überraschend. Der Familienort mit 1500 Einwohnern wirbt mit den umliegenden Gemeinden als «Sonnenecke Bodensee.» Und nachdem es die Sonne im nassen Juli mit Güttingen noch vergleichsweise gut meinte, könne man sich jetzt auch gleich «Sonnenecke Schweiz» nennen, findet Rutishauer.

Hier findet man Ruhe und Sonne

Für Hafenmeister Heinz Schnell war der Juli ein ständiges Auf und Ab. «Sicher, es gab vereinzelt ein paar schlechte Tage, aber bei trockenem Wetter war hier richtig viel Betrieb.» Die Gästeplätze im Hafen seien mit Besuchern aus dem In- und Ausland überwiegend gut besetzt gewesen. «Bei uns findet man eben Ruhe und Sonne», so der Hafenmeister.

«Der Juli war durchzogen, aber nicht so schlecht», sagen Margrit und Paul Bischofberger, die seit 26 Jahren die Gelegenheitswirtschaft Sunnehüsli führen. Dass Güttingen von der Sonne verwöhnt werde, könne mit dem Seerücken zusammen hängen. Die Erhöhung zwischen Weinfelden und Steckborn würde für gutes Wetter sorgen, sagt das Wirtepaar. «Und wenn es einmal regnet, dann strahlen hier eben die Menschen.»

SRF-Wetterexperte Jürg Zogg will die Annahme mit dem Seerücken weder bestätigen noch dementieren. «Es kann vielleicht sein, dass der Hügel einen kleinen Einfluss auf das Wetter in Güttingen hat.» Er hält zudem fest, dass die Gemeinde am Bodensee knapper Spitzenreiter auf tiefem Niveau sei. So schien die Sonne in Güttingen im Juli nur etwa drei Viertel so viel wie im langjährigen Durchschnitt.

(dst)