St. Gallen

08. September 2014 15:22; Akt: 08.09.2014 19:06 Print

HSG will an die weltweite Forschungsspitze

Die HSG platzt aus allen Nähten. Mit einem Erweiterungsbau will der Kanton Abhilfe schaffen. Zudem sollen zwei neue Forschungsbereiche zu weltweiter Anerkennung verhelfen.

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Die Universität St. Gallen baut aus. (Bild: Keystone/Regina Kuehne)

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Trotz Sparmassnahmen und höheren Studiengebühren steigen die Studierendenzahlen an der Universität St. Gallen (HSG) weiter an: Im kommenden Herbstsemester 2014 wird erstmals die 8000er-Marke erreicht. 90 Prozent der Studierenden stammen von ausserhalb des Kantons St. Gallen. Der Ausländeranteil ist aus Kapazitätsgründen auf 25 Prozent beschränkt.

«Die letzte Erweiterung und Sanierung des Campus im Jahr 2011 war auf rund 5000 Studierende ausgelegt und reicht heute bei weitem nicht mehr aus», erklärte der St. Galler Bildungschef Stefan Kölliker am Montag an der Jahresmedienkonferenz der HSG. Die Planungsarbeiten für einen nächsten Ausbauschritt seien nun an die Hand genommen worden. Die Regierung werde im November über das Bauvorhaben informieren.

Raum und Finanzbedarf steigt

«Mit wachsenden Studierendenzahlen steigt nicht nur der Raumbedarf, sondern auch der Finanzbedarf wird grösser», so Kölliker. Für 2016 ist die Einführung der mehrjährigen Leistungsvereinbarung mit der HSG geplant.

«Damit ist die Erwartung verbunden, dass die Hochschulen noch stärker als heute finanzielle Verantwortung übernehmen», sagte Kölliker. Im Gegenzug garantiere der Kanton eine Finanzierungssicherheit über mehrere Jahre.

Im vergangenen Jahr erhielt die HSG 50,9 Mio. Franken vom Kanton St. Gallen, 32 Mio. Franken von den übrigen Kantonen und 29,9 Mio. vom Bund. 103,7 Mio. Franken von insgesamt 216,5 Mio. Franken hat die HSG selbst aufgebracht, etwa durch Erträge aus Weiterbildungen, Forschungskooperationen, Studiengebühren oder Forschungsprogrammen.

«Die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative hat keine negative Auswirkung auf die Universität St. Gallen. Wir sind nach wie vor sehr begehrt bei ausländischen Studenten», sagte HSG-Rektor Thomas Bieger. Ausserdem verfüge die HSG über direkte Abkommen mit 184 Partner-Universitäten.

Wissensaustausch in der Region

Die HSG ist in vier Feldern tätig: Lehre, Forschung, Weiterbildung und Dienstleistung. «In der Forschung strebt die HSG einen globalen Spitzenplatz an», so Bieger. Um dieses Ziel zu erreichen werden zwei Center lanciert, die zukunftsgerichtete Lösungen für Probleme der Wirtschaft und Gesellschaft bringen sollen.

Mit dem «Global Center for Customer Insight» soll das Verhalten von Kunden noch besser erforscht werden und beim «Global Center for Entrepreneurship and Innovation» stehen Unternehmertum und Innovation im Zentrum.

«Um in Zukunft als eine der führenden Wirtschaftsuniversitäten Europas wahrgenommen zu werden, müssen Impulse in der Forschung gesetzt werden», so Bieger. Ausserdem wolle man für die HSG renommierte Forscherinnen und Forscher gewinnen.

Aber auch der Wissensaustausch in der Region sei wichtig. Die HSG arbeite nicht nur mit der Fachhochschule und der Pädagogischen Hochschule zusammen. «Die Universität ist auch ein Partner der regionalen Unternehmen», sagte Bieger. Die HSG leiste jährlich einen Wertschöpfungsbeitrag von rund 200 Mio. Franken.

(sda)