St.Gallen

21. Juni 2018 12:29; Akt: 21.06.2018 12:29 Print

Haben HSG-Mitarbeiter bei den Spesen geschummelt?

Gegen Mitarbeiter eines Institus der HSG läuft ein Disziplinarverfahren wegen Unregelmässigkeiten bei Spesenbezügen.

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Die Universität St.Gallen habe Kenntnis über allfällige, nicht dem
Spesenreglement entsprechende Spesenbezüge an einem HSG-Institut, heisst es in der Mitteilung der Universität St. Gallen vom
Donnerstag. Es werde von einem Einzelfall ausgegangen.

Stefan Kölliker, Präsident des Universitätsrates, hat einen
externen unabhängigen Rechtsanwalt mit einer
Administrativuntersuchung zum Sachverhalt beauftragt. Diese
Untersuchung ist derzeit noch in Gang.

Am 19. Juni wurden nun drei Disziplinarverfahren eröffnet. Damit
werde eine schuldhafte Verletzung der Amts- oder Dienstpflicht
geahndet, heisst es in der Mitteilung. Nach Abschluss stelle die
Disziplinarbehörde einen begründeten Antrag.

Verfahren gegen drei Personen

Die Administrativuntersuchung habe gezeigt, dass weitergehende
Massnahmen angezeigt seien, begründete Bildungschef Stefan Kölliker die neu eröffneten Verfahren.

Es handle sich um einen einzelnen Fall, das Disziplinarverfahren
richte sich aber gegen drei Personen, stellte er klar. In welchem
HSG-Institut sie tätig sind, wollte Kölliker nicht sagen.

Auf Nachfrage erklärte er, es gebe keinen Zusammenhang zu Johannes Rüegg-Sturm. Der zurückgetretene Präsident des
Raiffeisen-Verwaltungsrats war diese Woche wegen Vorwürfen aus einem Bericht der Finma in den Medien präsent gewesen. Er leitet das HSG-Institut für Systemisches Management und Public
Governement.

Bedeutsamer Fall

Bei den Spesenbezügen, die nun untersucht werden, handle es sich um einen «bedeutsamen Fall», bewertete Kölliker. In den letzten zehn Jahren habe es an der Universität keine vergleichbare Untersuchung gegeben.

Wer den möglichen Missbrauch aufgedeckt hat, sagte Kölliker nicht. Es habe «Feststellungen» gegeben, die weitergeleitet worden seien, bis sie das Rektorat und danach ihn selber erreicht hätten.

Die Administrativuntersuchung läuft nun weiter. Es sei das Ziel
aller Beteiligten, den Fall rasch abzuschliessen, erklärte der
Präsident der Universitätsrats. Einen Termin dafür gibt es nicht.
Vorläufig gelte die Unschuldsvermutung, betonte er.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Swissman73 am 21.06.2018 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Nich wirklich überraschend

    Die nächste Genaration von Korrupten muss es ja irgendwo erlernen wie es geht....

  • Max Schlecht am 21.06.2018 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht mehr normal

    Was heute auffällt ist, wenn Wohlhabende, Manager oder angehende Akademiker fremdes Geld veruntreuen ist es ein Kavaliersdelikt. Wenn das Sozialhilfeempfänger tun ist es ein Verbrechen. Aber das Spiegelt irgendwie das Abbild unserer heutigen oberflächlichen verweichlichte und peinliche Gesellschaft.

    einklappen einklappen
  • Stromi am 21.06.2018 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Ist nix Neues

    Das ist ja nix Neues! Die HSG hat schon lange ihr Glanz verloren. Zu meiner Zeit als ich bei der HSG angestellt war, haben sich einige Leute gerne zuviel bedient...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Galliker am 22.06.2018 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    Die Frage an sich ist falsch.

    Die Frage sollte nicht lauten "haben sie geschummelt" sondern "wer schummelt an der HSG nicht". Ich konnte an der Bushaltestelle ein Gespräch unter deutschen Studentinnen mithören, wie sie bei den Reisespesen betrügen und jeder der dies nicht mache ist ja selber schuld. Ja was erwartet ihr denn von einem Institut, dass das Thema Profit als oberstes im Lehrplan steht, Ethik aber zuunterst?

  • Rolf B. am 22.06.2018 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Public Governance, nicht government

    Es heisst HSG-Institut für Systemisches Management und Public GOVERNANCE. Wenn es "public governement", wie es im Artikel inklusive Tippfehler fälschlicherweise heisst, wäre, hätte Johannes Rüegg-Stürm auch nicht so ein Problem mit der Tatsache, dass er im VR versagt hat...

  • Ein Hiesiger am 21.06.2018 19:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haben Statt Geben

    HSG heißt eben "Haben Statt Geben"

  • Kein HSGler am 21.06.2018 15:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Theorie und Praxis-Hand in Hand

    Was regt Ihr Euch alle so auf? Die HSG hat schliesslich einen Ruf zu veteidigen! Da sollten gerade die Angestellten vermehrt mit schlechtem Beispiel vorangehen, um den Studenten nebst der Theorie auch die Praxis im Alltag zu vermitteln.

  • Alice am 21.06.2018 15:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hausaufgaben

    Gerade die HSG sollte wissen, dass das kein Betrug war sondern Hausaufgaben erledigen.