Nach Grossbrand

22. September 2014 17:42; Akt: 22.09.2014 19:18 Print

Haften zwei Teenager für 30-Mio-Schaden?

Nach dem Grossbrand von Züberwangen hat ein Gericht zwei Jugendliche schuldig gesprochen. Nun wird sich weisen, ob sie für den Schaden von über 30 Millionen Franken aufkommen müssen.

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Nun ist klar: Zwei Jugendliche sind schuld am Grossbrand vom 6. September 2013.

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Wie das Kreisgericht Wil in seinem am Montag veröffentlichten Urteil schreibt, ist klar, dass die beiden damals 14- und 15-jährigen Jugendlichen den Grossbrand verursacht haben. Sie hatten 6. September 2013 auf dem Gelände der Topfpflanzen-Gärtnerei Rutishauser in Züberwangen in einer selbstgebauten Hütte aus Kunststoff-Kisten mit Feuer gespielt.

Das Feuer frass sich in Windeseile durch die Treibhausreihen auf einer Fläche von rund 20 Fussballfeldern und zerstörte eine Million Topfpflanzen. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Pflichtwidrig und unvorsichtig

Die Jugendlichen wurden wegen fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst schuldig gesprochen. Sie hätten den Brand nicht absichtlich gelegt, sich jedoch pflichtwidrig und unvorsichtig verhalten. Den beiden Jugendlichen sei aufgrund ihres Alters bekannt und bewusst gewesen, dass das Entzünden von Streichhölzern und Plastikverpackungen an einer solchen Stelle Gefahren berge, schreibt das Gericht.

Gebäudeversicherung reicht Zivilklage ein

Akzeptieren die Jugendlichen den Schuldspruch hat dies für sie und ihre Familien einschneidende finanzielle Konsequenzen. Laut dem Gerichtspräsidenten macht allein die Grossgärtnerei einen Schaden von rund 30 Mio. Franken geltend. Dazu kommen weitere Forderungen in der Höhe von mindestens 100'000 Franken. Wie hoch der gesamte Schaden ist, ist noch offen.

Das Gericht hat die finanziellen Forderungen auf den Zivilweg verwiesen. Wie Renato Resegatti, Direktor der Gebäudeversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (GVA), auf Anfrage sagte, wird die GVA eine Zivilklage machen und bei den Verursachern des Brandes einen Schaden von rund 10 Mio. Franken geltend machen.

Haftpflichtversicherung der Eltern

Laut den Verteidigern haben die Eltern der beiden Jugendlichen eine Haftpflichtversicherung mit einer Schadensdeckung von je fünf Mio. Franken. Klar sei, dass die 10 Mio. Franken bei weitem nicht für die Deckung des ganzen Schadens ausreichen werden, sagte Resegatti.

Die Eltern könnten für die restliche Forderung nicht belangt werden, also müssten die Versicherungen das Geld bei den Jugendlichen holen. «Die GVA wird sich diesen Schritt aber gut überlegen müssen», sagte Resegatti. Es dürfe nicht sein, dass sich die Gebäudeversicherung zu Lasten zweier junger Menschen schadlos halte.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wunderfitz am 22.09.2014 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    Was mich wundert...

    ...so schwerwiegend die Sache auch ist, aber warum reicht ein Feuerchen an einer Ecke um gleich die ganze Fläche zu vernichten? Wurden da irgendwelche Brandschutzvorschriften nicht beachtet? Bei uns in der Firma gibts schon Rambazamba wenn jemand auf dem Aussenlagerplatz (halb offene Halle) zwei Pallettenstapel zu nahe beieinander abstellt.

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  • Jan am 22.09.2014 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so!

    Jetzt heisst es, Sackgeld erhöhen damit die Rechnung bezahlt werden kann!

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  • Franz Meister am 22.09.2014 20:56 Report Diesen Beitrag melden

    ehrlich gesagt...

    weiss ich nicht wieviele Plastickverpackungen die verbrennt haben, aber 30 Millionen Schaden und kein Feuerlöschsystem? Was macht hier jemand der ne Zigarette raucht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Babooo am 23.09.2014 09:12 Report Diesen Beitrag melden

    Jugend

    wenn ich denke, was ich früher gemacht habe... klar auch wir haben mit dem feuer experimentiert..ABER wir wussten, dass wir nicht mit fremdem Eigentum "spielen" dürfen und schon gar nicht einen Schaden verursachen dürfen!! Die Jugend heutzutage wird immer extremer und anstandsloser! Die Forderungen der Versicherung sind unverhältnismäßig, jedoch hat der Besitzer seine Existenz verloren... Ich finde, die Strafe sollte so angemessen sein, dass es eine Warnung fürs Leben ist.

  • Andy am 23.09.2014 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Schande

    Eine Schande wenn die Jugentlichen belangt werden, immerhien haben sie sich selber der Polizei gestellt,hätte schon vielen passieren können.

    • St. Florian am 23.09.2014 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      verantwortungslos

      Ok, ich zünde meinem Nachbar das Haus an und stelle mich dann der Polizei und alles ist wieder in Ordnung, die anderen sollen dafür zahlen, es macht ja jeder Dummheiten im Leben!

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  • Thomas N am 23.09.2014 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sie haben das Feuer gelegt

    Haben sie den Schaden verursacht , dann haften sie dafür. Mir wäre es gleich wer mir den Schaden begleicht . Hauptsache es wird bezahlt und wenn die bis an ihr Lebensende den Lohn bis zum Existenzminimum gepfändet bekommen.

  • Anna am 23.09.2014 08:49 Report Diesen Beitrag melden

    Schwierig

    Da muss aber ordentlich mit Feuer gespielt worden sein? Jedenfalls ist es sicher falsch, jetzt das Geld von den Jugendlichen zu verlangen. Die können das nie und nimmer abbezahlen. Und was würdet ihr in einem solchen Fall machen? Richtig, ich würde nie mehr arbeiten und vom Sozialstaat leben. Oder auswandern und mir irgendwo anders eine Existenz aufbauen.

    • Nathi am 23.09.2014 09:23 Report Diesen Beitrag melden

      denen entgeht gar nix:

      sie holen es ja nicht von den Jungs, sondern von deren Haftpflicht-Versicherung...

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  • Pfingstrose am 23.09.2014 08:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rechtsverdreher

    Also, wenn ich die vielen Kommentare lese, kommt mir die Galle hoch: der Besitzer sei selber schuld, weil das Gelände zu wenig gesichert!!!! Diese Jungs haben auf fremdem Territorium über- haupt nichts zu suchen und damit basta, schon mal davon gehört???