Flums SG

09. August 2018 10:29; Akt: 09.08.2018 15:35 Print

Feuerwehr musste zum Löschen erst Bach stauen

Am Donnerstagmorgen kam es in Flums SG zu einem Vollbrand in einem Haus. Die Löscharbeiten gestalteten sich wegen der aktuellen Trockenheit als schwierig.

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«Als ich während der Arbeit zum Berg hochschaute, sah ich das Haus in Flammen stehen», sagt Leser-Reporter Tobi Grond am Donnerstagmorgen zu 20 Minuten. Danach habe er die Feuerwehren gehört und nach oben fahren sehen.

Ein anderer Leser-Reporter berichtet von einer Explosion, die dem Brand voraus ging. Dies kann die Kantonspolizei St. Gallen allerdings nicht bestätigen. Kurz nach 9.40 Uhr ging dort die Meldung der Hausbewohnerin ein, die in ihrem freistehenden Einfamilienhaus an der Schilstalstrasse Rauch festgestellt hatte. Beim Eintreffen der Rettungskräfte stand das Haus bereits in Vollbrand. «Trotz eines Grosseinsatzes brannte es komplett ab», sagt Kapo-Sprecher Florian Schneider.

Trockenheit und Wasserknappheit

Die Löscharbeiten, an denen rund 70 Angehörige der Feuerwehren von Flums, Walenstadt und Quarten beteiligt waren gestalteten sich allgemein sehr schwierig: «Wegen der Trockenheit breitete sich das Feuer auf die Umgebung aus», so Schneider. Bevor der Brand am Haus bekämpft werden konnte, musste das umliegende Land und die Wiese gelöscht werden. Das Übergreifen der Flammen auf eine Scheune, die sich in der Nähe des Wohnhauses befindet, konnte jedoch verhindert werden. Auch weitere Nachbarobjekte wurden von den Flammen nicht ergriffen.

Die Wasserknappheit verschäfte die Situation zusätzlich: «Das Wasser musste regelrecht zusammengesucht werden. Unter anderem musste auch ein Bach gestaut werden», so der Polizei-Sprecher weiter.

Keine Verletzten, aber hoher Sachschaden

Glücklicherweise hätten sich zum Zeitpunkt des Brandausbruches keine Personen im Gebäude befunden: «Es gibt keine Verletzten», so Schneider weiter. Der Sachschaden wird auf mehrere hunderttausend Franken geschätzt. Zur Brandursache können noch keine Angaben gemacht werden. Das Kompetenzzentrum Forensik der Kantonspolizei St. Gallen wurde mit der Brandursachenermittlung beauftragt.

In letzter Zeit kam es in der Schweiz zu zahlreichen Hausbränden. Laut Fachpersonen bringt die Hitze allein die Bauten aber nicht zum Brennen. «Das Haus brennt nicht, weil es trocken ist», stellt Walter Pfammatter, stellvertretender Direktor des Schweizerischen Feuerwehrverbands klar. Dabei spiele keine Rolle, ob ein Haus aus Beton, Stein oder Holz gebaut sei. Gefährlich sei es, wenn in der Nähe von Häusern Flur-, Busch- oder andere Vegetationsbrände entstünden. «Weil eben die Vegetation trocken ist und rasch brennt.» Pfammatter rät zur Vorsicht bei jeder Art von Feuer im Freien. «Brennt einmal die ausgetrocknete Vegetation in der Nähe von bewohnten Gebieten, besteht die Gefahr, dass das Feuer auf Häuser übergreift.»



Das Gebäude stand am Donnerstagmorgen in Brand. (Video: Leser-Reporter)

(lad)