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21. März 2017 11:12; Akt: 21.03.2017 18:03 Print

Heilbad diskriminierte Behinderte

Das Heilbad Unterrechstein verweigerte Behinderten den Zutritt zum Bad. Dabei handle es sich um Diskriminierung, entschied jetzt das Ausserrhoder Kantonsgericht.

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Das Heilbad Unterrechstein verweigerte Behinderten den Zutritt. (Bild: heilbad.ch)

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Verschiedene Behindertenorganisationen hatten beim Kantonsgericht Appenzell Ausserrhoden eine Klage eingereicht gegen eine Diskriminierung durch das Mineral- und Heilbad Unterrechstein.

Behinderte nur zu Randzeiten

Im Januar 2012 verweigerte das Heilbad fünf Kindern im Alter zwischen 6 und 14 Jahren der Heilpädagogischen Schule Heerbrugg den Zutritt zum Bad. Die Begründung war, andere Gäste würden sich durch die Anwesenheit der körperlich und geistig behinderten Kinder gestört fühlen.

Zudem habe das Bad in einem Brief an die Schule mitgeteilt, dass sie Gruppen von Menschen mit Behinderung nur zu Randzeiten in das Bad lasse und sich darüber hinaus vorbehalte, behinderten Einzelpersonen den Zugang zum Bad zu verweigern, wie das Kantonsgericht Appenzell Ausserrhoden mitteilte.

«Schweizweite Signalwirkung»

Nun hat das Gericht festgestellt, dass die Verantwortlichen des Bades eine Diskriminierung begingen, indem sie den Kindern wegen ihrer Behinderung den Zugang zum Bad verweigerten.

Es sei das erste Mal, dass in der Schweiz eine Klage wegen Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen gutgeheissen worden sei, schrieben die klagenden Behindertenorganisationen am Dienstag in einer Stellungnahme. «Wir erhoffen uns von dem Urteil eine schweizweite Signalwirkung.»

(sda/gts)