Rorschach

23. Juli 2014 17:23; Akt: 23.07.2014 17:58 Print

Heiratsschwindler geht der Polizei ins Netz

Die Polizei hat den Betrüger Reiner H. am Mittwoch in Rorschach festgenommen. Der 56-jährige Deutsche soll mehrere Frauen um insgesamt eine halbe Million Franken erleichtert haben.

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Der Heiratsschwindler gaukelte den Frauen die grosse Liebe vor, hatte es aber nur auf ihr Bankkonto abgesehen. (Bild: colourbox.de)

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Reiner H. ist der Polizei ist Netz gegangen. Dem Mann wird vorgeworfen, mit Frauen übers Internet und in Bars Kontakt aufgenommen haben, um sie nachher zu bestehlen. Der 56-jährige Deutsche wurde am Mittwochnachmittag von Einsatzkräften der Kantonspolizei Thurgau festgenommen.

Die Fahnder stellten den Gesuchten in Rorschach, wie die Polizei mitteilte. «Der Mann hat sich bei seiner Festnahme nicht gewehrt und versuchte auch nicht zu flüchten», sagte Polizeisprecher Andy Theler. Reiner H. war bei seiner Festnahme alleine unterwegs. Ermittlungen und Hinweise aus der Bevölkerung hatten die Polizei auf die Spur des Betrügers gebracht.

Mehrere Beziehungen eingegangen

Erst am Montag hatte die Thurgauer Kantonspolizei vor dem 56-jährigen Deutschen gewarnt, nachdem rund ein halbes Dutzend geschädigte Frauen den Mann angezeigt hatten. Die Schadenssumme beträgt insgesamt rund ein halbe Million Franken.

Der mutmassliche Betrüger ist offenbar mehrere Beziehungen gleichzeitig eingegangen und habe den Frauen die Heirat versprochen. Dabei hatte er es aber nur auf das Bankkonto abgesehen. Sobald er das Vertrauen der Frauen gewonnen habe, habe er sie gebeten, ihm ihr Geld für Anlagegeschäfte zu überlassen.

Hinter Schloss und Riegel

Danach habe er Kontoauszüge gefälscht und Erfolge im Aktien- und Devisenhandel vorgetäuscht. Von einzelnen Frauen habe er sogar Vollmachten für das Bankkonto erhalten. Die Gelder habe der Verhaftete auf eigene Konten abgeleitet. Sobald die Frauen misstrauisch geworden seien, habe er sich abgesetzt.

Der Festgenommen wurde am späteren Nachmittag der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen zugeführt. Die Staatsanwaltschaft wird für den Mann Untersuchungshaft beantragen. «Der Beschuldigte wird sich wegen mehrfachen Betrugs und weiteren Delikten verantworten müssen», sagte eine Mediensprecher der Staatsanwaltschaft.

(dst)