Archäologie

14. Februar 2011 18:03; Akt: 14.02.2011 18:41 Print

Hobby-Plünderer suchen Fundstätten heim

von Marlene Kovacs - Archäologen schlagen Alarm: Immer mehr private Schatzgräber plündern archäologische Fundstätten. Die Bevölkerung soll nun dabei helfen, ihnen das Handwerk zu legen.

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Die Schatzgräber gehen bei ihrer Suche nach archäologischen Fundgegenständen sehr gezielt vor. (Symbolbild)

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«Immer mehr archäologische Fundstellen werden von Schatzgräbern illegal heimgesucht», so Hansjörg Frommelt, Abteilungsleiter der Landesarchäologie Fürstentum Liechtenstein. Und die Technik der Plünderer werde immer besser: «Die Schatzgräber gehen sehr zielgerichtet vor und suchen Stellen ab, die bekannt sind für Funde oder kürzlich erst publiziert wurden», sagt Frommelt. Ausgerüstet mit Metalldetektoren sowie Schaufeln, Hacken und anderen Geräten würden sie sich systematisch auf den archäologischen Raubzug machen. «Und dabei zerstören sie dann oft noch die Ausgrabungsstätten, indem sie Löcher hinterlassen», so Frommelt.

Münzen sind beliebt

Abgesehen haben es die Täter auf Metallgegenstände wie beispielsweise Münzen, Bronzefiguren oder Armbrustbolzen. «Und das Kulturgut, das eigentlich der Allgemeinheit gehört, ist dann einfach weg», sagt der Thurgauer Kantonsarchäologe Hansjörg Brem. Denn die meisten Räuber würden die Gegenstände über das Internet verkaufen oder irgendwo umtauschen. «Wir kontrollieren wegen solchen Vorfällen unsere Fundstätten sehr regelmässig», so Brem.

Bevölkerung ist gefragt

Laut der stellvertretenden Kantonsarchäologin von St. Gallen, Regula Steinhauser, gibt es in der Region weit über 10 000 archäologische Fundstellen. «Es ist unmöglich die alle zu überprüfen», so Steinhauser. Und die Täter zu erwischen sei sehr schwierig. «Es kommen nur wenige Fälle vor Gericht», so Steinhauser. Die Archäologen bitten deshalb die Bevölkerung im Kampf gegen die Räuber zu helfen. «Alle, die illegale Grabungstätigkeiten beobachten, sollen dies der Polizei oder uns melden», so Frommelt.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Goldsucher am 15.02.2011 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Diebstahlförderung vom Staat

    Solchen Diebstahl kann man verhindern, wenn für alle Funde eine angemessene Belohnung bezahlt würde. Dann wäre es Attraktiv den Fund an ein Institut abzuliefern, so aber ist es Ertragreicher das ganze per Ebay zu verkaufen.

  • Ruhn am 14.02.2011 19:03 Report Diesen Beitrag melden

    Ruhn

    Wer sucht der findet :) und behaltet es halt ^^

  • thomas am 15.02.2011 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    Keltenringe

    Wer hat zufälligerweise die 7 goldenen Keltenringe in unwegsamen Gelände am Gotthardgelände gefunden. Es war ein Hobbyschatzsucher. Sonst würden die jetzt noch dort im Dreck liegen. Also auch Amateure können ein Kulturschatz zutage fördern. Die sind unbezahlbar und ein Weltkulturerbe.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ein Zürcher am 17.02.2011 23:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wer keine Kultur hat braucht auch keine

    Offenbar suchen und graben hier alle auf eigenem Grund, sind absolute Experten für alles was sie finden, haben das komplette Geschichtsverständnis und es gehört ihnen sowieso alles was sich ausbuddeln lässt. Die einhergehende Zerstörung wird als "Hobby" oder "Abenteuer" verharmlost, der unprofitable weil unverkäufliche Rest wird achtlos liegengelassen oder zerstört. Zu guter letzt will einer Dame hier partout nicht einfallen, dass sie in jedem Kanton nachfragen kann was denn eine "illegale Grabung" ist.

  • Ein Basler am 16.02.2011 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    Als nicht Sondengänger finde ich es nicht richtig

    das der Staat es einfach beschlagnahmen darf! Zwangsenteigung ist die gleiche Sauerei. Der Staat hortet genug und die Sucher sollten entlöhnt werden! Aber wie immer kriminalisiert der Staat alles was Ihm nicht passt. Also halt einfach Ilegal weitersuchen, ich verrate sicher niemand!

  • wolfi1955 am 15.02.2011 19:13 Report Diesen Beitrag melden

    Sondengänger

    Doch warum werden wir Sondengänger verfolgt? Warum will man unser Hobby zunichte machen, anstatt mit uns zusammen zu arbeiten? Zusammen mit uns würden neue Fundstätten entdeckt, wodurch auch sie profitieren. Es ist nicht verständlich, warum Fundstücke wie Pfeilspitzen gehortet werden, anstatt sie einfach den Findern zu überlassen und wertvollere Gegenstände zu katalogisieren und dem Finder zurückzugeben. In den Museen zerfallen Fundstücke wie Eisenteil genauso, wie in unseren Sammlungen, wer profitiert also am Schluss davon?

    • Herr Steuerzahler am 16.02.2011 08:49 Report Diesen Beitrag melden

      Unsere Geschichte wird so zerstört

      Weil Sie die Funde zerstören! Man muss z.B Münzen am Fundort katalogisieren. Damit kann man alte Handelswege nachvollziehen. Ihrte Taten sind absolut egoistisch und verwerflich.

    einklappen einklappen
  • thomas am 15.02.2011 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    Keltenringe

    Wer hat zufälligerweise die 7 goldenen Keltenringe in unwegsamen Gelände am Gotthardgelände gefunden. Es war ein Hobbyschatzsucher. Sonst würden die jetzt noch dort im Dreck liegen. Also auch Amateure können ein Kulturschatz zutage fördern. Die sind unbezahlbar und ein Weltkulturerbe.

  • Michael Meienhofer am 15.02.2011 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    Am Schluss zahlt der Steuerzahler die Zeche..

    ob er will oder nicht.denn,werden solche illegale Funde bei Drittpersonen aufgespührt, könnten sie auch beschlagnahmt werden oder der Staat kauft sie früher oder später beim Händler zurück, also, wenn doch jeder Geld aus jeder Kleinigkeit machen will, Politiker, setzt Fundgelder für solche Sachen aus, jeder möchte ja etwas dazuverdienen !