Oberbüren SG

05. Dezember 2019 16:31; Akt: 05.12.2019 16:31 Print

Verängstigter Hund auf Autobahn löst Stau aus

Am Donnerstagmorgen ist der Polizei ein freilaufender Hund auf der A1 gemeldet worden. Das Tier konnte nach einer Stunde eingefangen werden.

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Ein Hund ist am Mittwochmorgen ausgebüxt. Schlussendlich konnte der Hund am Donnerstagmorgen von der Polizei auf der A1 zwischen Gossau und Uzwil eingefangen werden. Die Kantonspolizei St. Gallen fand das Tier verängstigt auf dem Mittelstreifen liegend. Um es einfangen zu können, wurden von Patrouillen in beide Fahrtrichtungen künstliche Staus herbeigeführt. Auf der A1 kam es am 25.11.19 vor dem Stephanshorn-Tunnel zu einer Auffahrkollision mit vier beteiligten Autos. Auslöser war ein Hund auf der Autobahn. Am 02. Mai 2017 sei ein Hund selbstständig auf die Autobahn zwischen Seewen und Goldau gelaufen. Durch den tierischen Vorfall bildete sich auf der Strecke Stau. Zum Glück gab es keine Unfälle. Am 25. September 2016 mussten Polizisten einen herumstreunenden Hund auf der Autobahnausfahrt Abtwil SG einfangen. Wie das Tier auf die A1 kam, ist ein Rätsel. Ein Hund verirrte sich am 02. Februar 2016 auf die Autobahn bei Lenzburg. Er rannte auf den Pannenstreifen, die Polizei konnte ihn in letzter Sekunde retten. Ein kleiner Hund befand sich am 18. September 2012 auf der Autobahn in Zürich. «Alle Autofahrer haben sofort gebremst, einige versuchten, das Tier einzufangen», erzählt ein Leser-Reporter. Erfolglos. Der Hund rannte weiter in den Uetlibergtunnel. «Dort wurde er von einem Wagen angefahren», sagt Martin Sorg, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich. «Er starb sofort.» Als die achtjährige Jack-Russell-Hündin Speedy am 27. November 2019 den Fussgängerstreifen an der Birsstrasse in Basel überqueren wollte, erfasste sie ein Fahrzeug. Das Tier überlebte den Unfall nicht und der Lenker beging Fahrerflucht. Brav habe sie auf der Treppe Richtung Trottoir gewartet, erzählt ihr Herrchen Georg Ernst Billeter. Dann habe er ihr ein Zeichen gegeben, über die leere Strasse zu laufen. Als sie bereits auf der anderen Seite der Strasse war, sei ein Auto mit einem «Affenzahn», auf den Fussgängerstreifen zugefahren, auf dem Billeter lief, erzählt er. Sein Hund sei sofort zurück gerannt, um ihn zu «warnen». Das Fahrzeug erfasste zwar nicht den Mann, dem Tier konnte der Lenker oder die Lenkerin aber nicht mehr ausweichen. Billeter sei sofort zu ihr gelaufen und habe sie aufgehoben: «Ich spürte, wie ihr Herz noch schlug. Doch ihr Körper wurde immer schwerer und plötzlich merkte ich, wie ihr Herz aufgehört hat zu schlagen. Sie ist in meinen Händen gestorben.» Billeter meint, er und weitere Personen haben gesehen, dass das Tatfahrzeug in der 30er-Zone viel zu schnell gefahren sei. «Wenn der Fahrer normal gefahren wäre, wäre es bestimmt nicht so weit gekommen», sagt er. «Durch Speedy habe ich meine Lebensfreude nicht verloren. Sie hat mir so viel gegeben, wie ein Mensch nicht geben könnte. Plötzlich hatte ich eine Aufgabe, ich musste mit ihr zum Tierarzt und sie erziehen. Ich war wieder voll da. Jemand der keinen Hund hat, begreift das gar nicht», erzählt Billeter.

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Am Donnerstagmorgen um 8 Uhr musste die Kantonspolizei St.Gallen bei Oberbüren auf die Autobahn A1 ausrücken. Die Meldung über einen freilaufenden Hund war eingegangen. Laut Medienmitteilung stellten die ausgerückten Polizisten auf dem Mittelstreifen liegend das verängstigte Tier fest.

Um den Hund einfangen zu können, wurden von Patrouillen in beide Fahrtrichtungen künstliche Staus herbeigeführt. Beim Versuch sich dem Tier zu nähern, flüchtete es mehrmals auf die Fahrstreifen der Autobahn.

Chauffeurin als Heldin

Schliesslich näherte sich der Hund einem im Stau stehenden Lastwagen. Die ausgestiegene Lastwagenchauffeurin konnte das Tier zu sich locken, festhalten und der Polizeipatrouille übergeben.

Die Beamten brachten den Hund zum Stützpunkt, wo er den Besitzern übergeben werden konnte. Der Hund war bereits tags zuvor entlaufen und gesucht worden.

(mig)