Zunahme

11. Juli 2014 06:23; Akt: 14.07.2014 09:12 Print

Hundebisse: Viel mehr Attacken gemeldet

Laut Statistik wurden im letzten Jahr im Kanton St. Gallen so viele Menschen von Hunden gebissen wie noch nie. Die tatsächliche Anzahl der Vorfälle dürfte einiges höher sein.

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Der treuste Freund beisst laut Statistik auch am häufigsten zu: Der Deutsche Schäferhund. (Bild: Keystone)

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Mindestens 214 Menschen sind im letzten Jahr im Kanton St. Gallen von Hunden gebissen worden. Damit hat sich die Zahl der Meldungen gegenüber dem Vorjahr massiv erhöht: 2012 waren es 178 und 2011 deren 146 gewesen, wie die Statistik des Amtes für Verbraucherschutz und Veterinärwesen (AVSV) zeigt.

Woran liegt diese starke Zunahme? Der St.Galler Kantonstierarzt Albert Fritsche glaubt, dass der Anstieg auch auf vermehrte Meldungen zurückzuführen ist. «Wir haben die Ärzte, Tierärzte und Hundetrainer sensibilisiert, uns die Hundebisse zu melden», sagt der Kantonstierarzt.

Schäferhunde beissen am meisten

Die 214 Bissverletzungen seien aber nicht zu verharmlosen, so Fritsche. Und weiter: «Die tatsächliche Zahl dürfte viel höher sein.» Laut Statistik haben Schäferhunde am häufigsten zugebissen. «Dieser Hunderasse ist am meisten verbreitet bei uns», sagt der Kantonstierarzt.

Alarmierend ist die Zunahme der von Hundebissen betroffenen Kinder. Dort stieg die Zahl der gemeldeten Fälle ebenfalls um rund 20 Prozent an. «Die meisten Verletzungen erfolgten, weil die Betreuungspersonen die Aufsichtspflicht vernachlässigten. Wenn Kinder gebissen werden, sind die Verletzungen häufig gravierender und es braucht eine ärztliche Behandlung», schreibt das AVSV. Dies zeige auf, dass die Eltern und Hundehalter besser informiert werden müssten.

Anfeindungen gegen Hundehalter

Auffallend: Nicht im Park oder auf der Strasse muss man sich am meisten vor Hunden fürchten – am häufigsten beissen die Hunde laut Statistik in ihrem Umfeld wie in der privaten Wohnung oder im eigenen Garten zu. Häufig passieren auch die Unfälle, wenn die Hundebesitzer ihre raufenden Hunde trennen wollen.

Für die Hundetrainerin Suzanne Föhr ist die Statistik nicht aussagekräftig. «Die Hunde sind nicht gefährlicher geworden», sagt sie. Allerdings seien die Leute gegenüber Hundehaltern intoleranter geworden und würden einen Biss auch eher melden.

(dst)