Olma

20. Oktober 2017 18:56; Akt: 20.10.2017 18:56 Print

Hundekot und Pöbeleien – St. Galler ÖV wappnet sich

VBSG und Regiobus, aber auch Taxis hatten jüngst unschöne Szenen in ihren Fahrzeugen zu bewältigen. So reagieren Chauffeure auf Pöbler und Kotzer.

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(Bild: Regiobus)

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Die Olma ist für die Angestellten des St. Galler ÖV keine leichte Zeit, denn betrunkene Fahrgäste zu befördern, ist nicht immer ein Spass. Und auch nüchtern werden manche Passagiere zum Problem, wie ein Fall vom Mittwoch im Regiobus Richtung Herisau zeigt.

Im Bus 158 hatte ein Fahrgast Hundekot liegen gelassen. Der Chauffeur griff zum Putzzeug und reinigte den Bus – und wurde dafür prompt von einem Fahrgast angepöbelt, wie die «Appenzellerzeitung» am Freitag berichtet. Wegen der minimen Verspätung wurde der Chauffeur offenbar als «dumme Siech» und «huere Tubel» betitelt.

Bruno Huber, Geschäftsführer der Regiobus AG bestätigt den Vorfall. «Leider müssen sich unsere Chauffeure viel gefallen lassen.» Der Chauffeur habe vorbildlich gehandelt und sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Leider komme es oft vor, dass die Fahrer zum Putzlappen greifen müssen. «Während der Olma erbrechen die Leute häufiger im Bus.» Die Chauffeure böten den offensichtlich Betrunkenen daher «Brechsäckli» an. «Leider denken viele, sie hätten sich im Griff», so Huber.

Bindemittel für Erbrochenes

Bei den VBSG hat man sich im Hinblick auf die Olma ebenfalls etwas überlegt: «Zurzeit sind wir auf der Suche nach einem geeigneten Bindemittel für Erbrochenes», sagt Ralf Eigenmann, Unternehmensleiter der VBSG auf Anfrage. Gegen Pöbler sind die Verkehrsbetriebe ebenfalls gewappnet, so Eigenmann. Wie die Regiobus AG bieten auch die Verkehrsbetriebe St. Gallen spezielle Schulungen an. Künftig sei auch ein Deeskalationskurs denkbar

Auch Taxifahrer müssen während der Olma vermehrt Erbrochenes aus ihren Polstern entfernen. Trotz gesteigerten Umsätzen sei die Olma nicht unbedingt die schönste Zeit für Taxifahrer, sagt ein Unternehmer gegenüber 20 Minuten: «Betrunken zeigen viele ihre schlimmste Seite.» Zwar würden die Reinigungskosten den Fahrgästen verrechnet, aber: «Wer bezahlt den Betriebsausfall?»

(tso )