St. Gallen

25. Januar 2020 10:39; Akt: 25.01.2020 15:25 Print

Hundert Kilo Kokain in die Schweiz geschmuggelt

Eine Frau (37) hat dutzende Koffer mit Kokain auf dem Landweg von Amsterdam nach St. Gallen transportiert. Dafür muss sie sich nun vor Gericht verantworten.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die heute 37-jährige Frau wurde vor gut fünf Jahren von einem Mann als Drogen-Kurierin angeworben. Mit diesem Mann reiste sie nach Amsterdam, wo sie den Mittelsmann kennen lernte, von dem sie bei ihren künftigen Reisen präparierte Koffer mit Drogen in Empfang nehmen sollte. Das Kokain und teilweise auch Ecstasy war hinter doppelten Böden in den Koffern versteckt.

Ab 2015 flog die Frau mindestens 43 Mal mit Swiss nach Amsterdam. Dort begab sie sich in ein Hotel und wurde jeweils am nächsten Morgen von Mitglieder des Drogenrings abgeholt.

Diese brachten sie zu einem Bahnhof und übergaben der Frau jeweils einen Koffer, der Drogen erhielt. Damit reiste sie per Zug nach Friedrichshafen (D). Dort wechselte sie auf die Fähre und überquerte damit den Bodensee nach Romanshorn TG, von wo aus sie weiter nach St. Gallen reiste.

Zu Hause angekommen rief sie den Mittelsmann an, um ihn zu informieren, dass der Koffer in St. Gallen angekommen sei, worauf jemand das Gepäckstück abholte.

2000 Franken pro Schmuggle-Trip

Zwischen 2015 und 2019 unternahm die Frau diverse Reisen nach diesem Muster. In der Anklageschrift geht die Staatsanwaltschaft von 43 Reisen aus. Dabei soll die Frau insgesamt rund hundert Kilo Kokain in die Schweiz geschmuggelt haben. Pro Reise sollen zwei bis fünf Kilo Kokain in die Schweiz eingeführt worden sein.

Die genau Menge der Drogen sei der Frau jeweils nicht bekannt gewesen. Klar sind die Mengen bei der letzen Reise im April 2019, nach welcher die Frau verhaftet wurde. Im Anschluss verbrachte sie über zehn Wochen in Untersuchungshaft.

Am Montag vor Gericht

Im Koffer wurden 2784 Gramm Kokain sowie fast ein Kilo Ecstasy gefunden. Das Kokain hatte einen Reinheitsgrad von fast 50 Prozent, das Ecstasy von 33 Prozent. Als Lohn für die Schmuggeltouren soll die Frau jeweils 2000 Franken erhalten haben.

Am Montag steht die 37-Jährige vor dem Kreisgericht St. Gallen. Die Staatsanwaltschaft beantragt Schuldsprüche wegen mehrfacher qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und mehrfacher Geldwäscherei sowie als Sanktion eine Freiheitsstrafe von 5 Jahren.

(jeb)