St. Gallen

18. Mai 2009 22:28; Akt: 18.05.2009 22:30 Print

IG Stiller bläst zum Kampf gegen Glocken des Doms

von Sascha Schmid - Nach Trogen jetzt St. Gallen: Die IG Stiller nimmt den Kampf gegen das nächtliche Läuten der Domglocken auf und sucht genervte Anwohner.

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Zehn Jahre dauerte der Streit um das nächtliche Läuten der Trogner Kirchenglocken. Mit dem Einbau von Schallschutzwänden ging er vor kurzem zu Ende. Doch die IG Stiller, die sich schweizweit für die Einhaltung der Nachtruhe einsetzt, hat schon eine neue Kirche im Visier: den St. Galler Dom, der mit dem Stiftsbezirk als Weltkulturerbe der Unesco gilt.

«Die Glockenschläge in der Nacht sind störend, nervig und unnötig», sagt Anwohner Felix Mätzler. Er wohnt 100 Meter vom Dom entfernt und wird laut eigenen Angaben mehrmals pro Nacht von den Glocken aus dem Schlaf gerissen. Schon zweimal hat sich Mätzler deswegen beim katholischen ­Administrationsrat beschwert – ohne Erfolg. Die Glocken hätten eine jahrhundertealte Tradition und diese solle nicht aufgegeben werden, so der Rat. Zudem müsste die mechanische Turmuhr teuer umgerüstet werden, um sie in der Nacht auszuschalten.

Damit gibt sich Mätzler jedoch nicht zufrieden. Zusammen mit IG Stiller sucht er deshalb weitere genervte ­Anwohner. Laut IG-Stiller-Vorstand Samuel Büechi ist schon eine entsprechende Aktion geplant. Dompfarrer Josef Raschle sieht dem geplanten Angriff aber gelassen entgegen. «Ich glaube, die meisten Leute würden die Glocken vermissen.»