Lebensmittelkontrolle

05. April 2017 20:34; Akt: 05.04.2017 20:34 Print

In Restaurants geht die Gefahr von Pasta aus

In Graubünden war letztes Jahr fast ein Drittel der amtlich geprüften Restaurant-Speisen mangelhaft. Vor allem bei Teigwaren ist Vorsicht geboten.

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Bei Teigwaren ist Vorsicht geboten, damit sich keine Keime bilden. (Bild: Doris Fanconi)

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Das kantonale Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit (ALT) von Graubünden hat seinen Jahresbericht herausgegeben. Dieser zeigte Probleme im Gastronomiebereich auf. In 308 Gastrobetrieben im Kanton wurden insgesamt 987 Proben durchgeführt. 27,5 Prozent der Stichproben, also fast jede dritte Speise, musste beanstandet werden.

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Für Matthias Beckmann, Kantonschemiker von Graubünden, ist diese Quote unbefriedigend. Denn: Gegenüber den Vorjahren hat sie sich nicht verbessert. Für Beckmann ist klar weshalb: «Das Hauptproblem ist die hohe Fluktuation in der Gastronomiebranche», wie er gegenüber der «Südostschweiz» sagt.

Eine Kurspflicht würde vieles verbessern

Franz Sepp Caluori, Präsident des Branchenverbands Gastro Graubünden, hat genug von solchen Ergebnissen. Er will mit einem Vorstoss im Grossen Rat für mehr Aus- und Weiterbildung in der Bündner Gastrobranche sorgen. «In den Betrieben gibt es viele unausgebildete Mitarbeiter», bestätigt Kantonschemiker Beckmann. Eine Kurspflicht könne neben mehr Wissen um die Lebensmittelhygiene auch zu weniger Fluktuation in der Branche führen.

In St. Gallen ist ein einwöchiger Kurs zur Lebensmittelhygiene und Suchtpräventien vorgeschrieben. Bringt ein neuer Mitarbeiter nicht die gewünschten Vorkenntnisse mit, wird er in besagten Hygienekurs oder in eine Weiterbildung geschickt.

Bei Pastagerichten Risiko am höchsten

Bei den beanstandeten Speisen handelte es sich am häufigsten um Teigwaren. Dabei handle es sich um vorgekochte Teigwaren, die nur noch kurz erhitzt werden müssen. «Wichtig ist hier, dass das Abkühlen schnell geht, benötigte Geräte sauber sind und das Personal saubere Hände hat», erklärt Pius Kölbener, Kantonschemiker von St. Gallen. Würden Teigwaren zu lange bei hohen Temperaturen aufbewahrt, könnten sich Keime gut ausbreiten. «Am besten kühl lagern, bei 4 Grad Celsius sind die Teigwaren für einige Tage haltbar», so Kölbener. Das gelte für die Gastronomie wie auch für den Privathaushalt.

(air)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Realistin am 05.04.2017 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder...

    Sowas passiert halt, wenn die Mitarbeiter keine Ausbildung haben. Angestellte in der Lebensmittelbranche sollten generell mindestens einen Kurs nachweisen müssen'

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  • cludi am 05.04.2017 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bündner Regierung muss handeln!!!

    Ich bin Bäcker-Konditor-Confiseur und kenne mich mit den Hygienebedinungen bestens aus. Für Betriebe die Lebensmittel Herstellen oder Verarbeiten haben in DER GANZEN SCHWEIZ eines der Strengsten Lebensmittelgesetze auf der Welt. Ich bin der Meinung das wenn jemand nicht eine Lehre auf einem Lebensmittelberuf macht aber ein Gastrobetrieb eröffnen will oder Lebensmittel herstellen will mindesten einen Kurs in Betriebshygiene und der Verarbeitung von Lebensmittel, sowie die Reinigung der Maschinen und Geräten und den Räumlichkeiten mit den Richtigen Putzmitteln lehrnen muss. Leider hat da Herr Calouri von der Gastrosuisse absolut recht das in Graubünden zuviel nicht Quallifizirtes Personal in Küchen und auch Bäckereien arbeiten und das jeder der will ohne Wirteprüfung in Graubünden ein Lokal eröffnen kann, was denn aber leider zu solchen Hygieneproblemen führt wegen Unwissenheit. Um diesen Missstand zu ändern ist die Bündnerregierung gefordert den die haben es in der Hand!!!

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  • Typhoeus am 05.04.2017 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sparen am falschen Ort

    Erfahrenes und geschultes gutes Personal kostet Geld. Günstiges Personal hat oft kaum Kenntnisse in Hygiene: Kontinuierliches Händewaschen und Kontrolle sauberer Küchenabläufe ist eigentlich oberes Gebot. Aber Zeit ist Geld. Auch die Bakterien profitieren davon.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • St.Galler am 06.04.2017 23:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bündner Lebensmittel

    Im Grauvünden hat es ja sehr viele Hotels die von Superprofis geführt werden. So muss also jeder andere Betrieb enorme Zustände im Lebensmittelbereich haben. Für mich die einfachste Lösung, da ja auch Metzgereien u. Bäckkonditoreien dazu gehören, das Bündnerland total meiden wenn ich Hunger habe.

  • Restaurateur EHL am 06.04.2017 21:00 Report Diesen Beitrag melden

    Nachtrag..

    stärker von den Kantonen kontrolliert werden. Es ist fraglich dass man zum Fahrradfahren eine Prüfung ablegen muss, zur Zubereitung und Abgabe von Lebensmitteln für den Konsum aber nicht. Essen (Nahrungsaufnahme) ist eine sehr persönliche Sache, in welcher man nicht jedem blind vertrauen sollte. Kann- oder will der Gastgeber diese Eigenverantwortung nicht wahrnehmen muss der Staat intervenieren um den Konsumenten zu schützen.

  • Restaurateur EHL am 06.04.2017 20:51 Report Diesen Beitrag melden

    Eigenverantwortung wahrnehmen..

    In der fundierten Grundausbildung von Köchen ist ein umfangreiches Wissen von Hygiene- und Warenkunde verankert. Ein Problem ist, dass viele (und meist kleinere) Betriebe) 'kostengünstige' Mitarbeiter einstellen, welchen der elementare Hygienestandart völlig fremd ist. Aus fremden Kulturkreisen kommenden Angestellte sind meist nie zuvor mit dem Kochen 'konfrontiert' worden, und hier erwartet man dass sie die Profession gelernter Köche erfüllen. Seit der Abschaffung der Wirteprüfung, (was für mich auch schon einer "Schnellbleiche" gleicht), erachte ich es als zwingend, dass Gastronomiebetriebe

  • P. Sutter - Arosa am 06.04.2017 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt aber Kehrtwende

    Haushaltschule abgeschafft; dafür boomen Kochsendungen (penetrant, bis zum Abwinken) und Single-Kochkurse. Letzteres, weil viele Männer, die den ganzen Tag chrampfen, nicht mal mehr bekocht werden von ihren kochunfähigen Partnerinnen. Also kommt die Scheidung. Die Wirtschaft freut's - aber jetzt kommt der Bumerang. Haushaltschule wieder einführen - subito an den Schulen (gerne auch für Männer). Und Wirtepatent einführen mit den notwendigen Qualifikationen in Sachen Hygiene und Lebensmittelkunden. Umfassend! Merci.

  • Nordostschweizerin am 06.04.2017 13:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Andere Orte

    Darum gehen wir nie ins Bündnerland, schon nach dem Fleischskandal war die Entscheidung gefallen. Hygiene, auch Körperhygiene, sind für uns nun einfach mal sehr wichtig.