Influencer warnen

04. März 2019 05:44; Akt: 04.03.2019 05:44 Print

Instagram-Spots werden zu Müllhalden

Von Mode und Fitnessartikeln halten elf junge Influencer nicht viel. Stattdessen setzen sie sich für die Umwelt ein und wollen andere Menschen für die Natur begeistern.

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Der Verein «The Alpinists» besteht aus elf Fotografen. Gemeinsam erklimmen die Jungs diverse Berggipfel, wie hier den Piz Fess im Kanton Graubünden. Dafür Campieren sie sogar im Schnee. Wie hier, bei ihrem Aufstieg auf den Piz Fess. Dort fangen sie dann einzigartige Momente mit ihren Kameras ein. Dieses Bild entstand ebenfalls auf dem Piz Fess. Aber auch den Sonnenauf/untergang erleben die Jungs gemeinsam. All diese einzigartigen Aufnahmen teilt die Gruppe mit ihren rund 70'000 Instagram-Followern. Nachfolgend noch weitere aussergewöhnliche Orte der Schweiz, die die Jungs schon bereisten. Hier waren sie Schlittschuhlaufen auf dem Lago Bianco im Kanton Graubünden. Auch die verschneite Landschaft in den Berner Alpen hat den Verein begeistert. Doch nicht nur in Graubünden oder Bern gibt es schöne Aussichten. Auch im Kanton Glarus werden vermehrt Bilder geschossen. Auch die gemeinsamen Wanderungen werden dokumentiert. Wie hier zum Beispiel auf dem Falknis, mit Blick auf die Wolken. Spiegeleffekte im Lago di Saoseo in Graubünden Aber vor allem Bergseen haben es der Gruppe angetan. Hier kann man das Hornseeli oberhalb von Grindelwald erkennen. Und auch ins Wallis hat es die Gruppe schon verschlagen. Wie hier, an den Lac de Fenêtre. Auch den Silsersee im Oberengadin bereisten die Fotografen schon. Den Pizol im Kanton St.Gallen erklimmten die jungen Fotografen sogar mehrmals. Und auch der Seebensee auf dem Flumserberg mit den Churfirsten im Hintergrund, hat es vor allem Valentin Manhart angetan: «Das ist mein Lieblingsplatz der Schweiz», schwärmt er. Natürlich dürfen auch Influencer-Hotspots wie der Crestasee in Flims,... ... oder die Rheinschlucht nicht fehlen. Die Gruppe ist viel unterwegs. Kein Wunder also, dass man sich nach einer langen Wanderung wie zum Gigerwaldsee, ... ... oder zum Wildsee auf dem Pizol, auch mal abkühlen muss. Vereinzelt tauchen auch Menschen in den Fotos auf. Wie hier am Stazersee. Auch kleinere Häuser, Kapellen und Kirchen machen die Fotos interessant und geheimnisvoll. Das Team ist das ganze Jahr über unterwegs. Egal ob eine Winterwanderung im Engadin,... ... eine Frühjahrswanderung durch die Gemeinde Nendaz im Kanton Wallis,... ... oder den Sommer über im Oberseetal im Kanton Glarus. All diese Orte bieten viele schöne Gelegenheiten für Landschaftsaufnahmen. Auch die Sulzfluh im Wolkenbett sieht man nicht alle Tage. Genau wie die letzten Sonnenstrahlen am Pizalun. Die meisten Bilder entstehen auf Bergen in der Schweiz, wie hier mit Blick auf den Säntis,... ... oder vom Zwinglipass hinab, der an der Grenze zwischen den Kantonen Appenzell Innerrhoden und St.Gallen liegt. Doch auch im Ausland ist die Gruppe unterwegs. Wie hier in den Dolomiten in Italien. Und auch in Ländern wie Kirgisistan werden weiter Fotos produziert. Bilder mit mächtigen Felsen und schönem Lichteinfall, begeistern die Follower von «The Alpinists» immer wieder. Damit will der Verein aufzeigen, dass man einfach mehr nach draussen gehen sollte. Die meisten wunderschönen Orte liegen manchmal nämlich genau vor der Haustüre.

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«Warum sollten wir unsere Reichweite nicht für etwas Positives nutzen?», fragt Valentin Manhart, Mitgründer von The Alpinists. Der 21-Jährige aus Walenstadt SG betreibt mit zehn Freunden das grösste Outdoor-Fotografie-Kollektiv der Schweiz. In ihrer Freizeit erklimmen die elf Fotografen Berggipfel, campieren im Schnee und halten dutzende Sonnenaufgänge mit ihren Kameras fest. All diese Eindrücke teilt die Gruppe dann mit ihren rund 70'000 Instagram-Followern.

«Wir fotografieren alle schon seit etwa fünf Jahren», erzählt Manhart. Auf die Idee mit The Alpinists kamen er, sein Kollege Roman Flepp (21) und die anderem Hobby-Fotografen erst durch Instagram. Die letzten Jahre hatten Manhart und Flepp bereits eine eigene Foto-Seite auf der Plattform. Auch diese gehört mit über 185'000 Followern zu den erfolgreichsten Outdoor-Seiten der Schweiz.

Bäume pflanzen und Aufräum-Tag

Da die Natur die beiden Ostschweizer fasziniert, ist es auch kein Wunder, dass sich The Alpinists zum Schutz dieser einsetzen. «Da die Instagram-Spots mittlerweile recht überlaufen sind, bleibt auch einiges liegen», sagt Flepp. So sind laut Manhart bereits Projekte in Planung wie ein Clean-up-Day, an dem Naturliebhaber gemeinsam ein Stück Landschaft vom Müll befreien, oder ein Instagram-Treffen mit anschliessendem Bäumepflanzen. «Auch Workshops, in denen wir etwas über geeignete Zeltplätze, übers Drohnenfliegen und die Regeln in Naturschutzgebieten erzählen, stehen bereits auf dem Programm», so der Fotograf.

Da der Grossteil der zwischen 19 und 26 Jahre alten Jungs noch im Studium ist, bleibt nur wenig Zeit für solche Abenteuer. «Man muss viele Kompromisse eingehen und auch mal Kollegen absagen», erzählt Manhart. Doch all das sei es ihm und den anderen zehn Landschaftsfotografen wert. Schliesslich haben sie alle ein Ziel: «Die jungen Leute zum Rausgehen motivieren und Menschen klar machen, wie schön unsere Natur und direkte Umgebung sein kann.»

(juu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M. D. am 04.03.2019 06:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Ich bin noch so erzogen worden und vorgelebt, dass das, was ich mitbringe ,auch wieder von mir mitgenommen wird! Eigentlich ist die Gesellschaft eine traurige Gesellschaft. Alles muss man sagen. Niemand kann den Kopf einschalten...

  • PapaRucki am 04.03.2019 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Sache

    Tolle Sache,aber eigentlich bedenklich, dass man die Leute zu rausgehen noch animieren muss....

  • Duede am 04.03.2019 09:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lavertezzo

    Leider gibt es auch im Tessin überall Littering, aber was ich bei der Ponte dei Salti alles an Müll gesehen habe, hat mich sehr traurig gemacht. Von den geschätzten 1 Million Zigarettenstummel mal abgesehen, lagen in den Felsen gebrauchte Windeln, Plastiksäcke/Verpackungen, kaputte Spielsachen gebrauchte Einweggrills vergessenen Badesachen usw rum. Was mit dem ganzen Müll passiert, wenn mal ein Hochwasser kommt, muss ich hier nicht extra erwähnen. Man schiebt die Plastikverschmutzung der Meere immer anderen in die Schuhe, aber jeder Bach der in der Schweiz entsteht, fliesst auch einmal ins Meer...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bündner am 05.03.2019 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erziehung

    Zum Glück habe ich gesunde Natur Burschen grossgezogen, bei uns ist das normal wen wir Wander oder spazieren das der Müll mit nach Hause genommen wird und dort entsorgt wird.

  • BiChaDe am 04.03.2019 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wenn, dann

    Macht was ihr wollt, aber wenn ihr die Kids rauslockt, dann lernt ihnen auch Umweltbewusstsein... In den Bergen gibt es keine Mi die hinterherräumt!!!

  • Paul am 04.03.2019 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    auch meine Schuld

    Ich könnte auch auch auf andere schimpfen, wie es anonym so üblich ist. Leider bin ich auch einer von denen die früher( jung/dumm) hier und da mal aus Bequemlichkeit was hat fallen lassen, obwohl ich gut erzogen wurde. Damit bin ich mit verantwortlich dafür wie es jetzt auf unserer Erde aussieht. Ich schäme mich sehr für früher. Heute trage ich sogar eine Dose für Zigarettenfilter bei mir. Hoffentlich versteht mein Sohn im Teeny Alter warum Müll nur in die Mülltonne gehört.

  • Tim Mauntain am 04.03.2019 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Hey The Alpinists

    Würdet Ihr mich mal mitnehmen? Bin noch neu in der Fotographie, und bin total unsportlich und muss vermutlich jede Stunde 10 Minuten Pause machen, aber ich könnte sicher sehr viel lernen bei so einem Trip. Aber nur normales wandern, mit Seilen und so will ich nicht auf den Berg rauf :) Dafür bringe ich Ruhe und Geduld.

  • mrblack am 04.03.2019 11:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    überall so

    Ja die instagram hotspots werden dank influencern und geo-tags nur so überrennt. Jeder schwärmt von Bali aber die schönen Spots darf man sich dort alle mit 300-400 Leuten gleichzeitig teilen die alle versuchen dasselbe Bild zu schiessen.. Überall liegt Abfall.. Und das ist ein Trend den man in all diesen Orten sieht. Darum, nie den ort preisgeben und hört auf euren Freunden die schönen Ferienorte zu empfehlen. Thailand ist schon total zerstört zum Beispiel und jetzt schwärmen alle nach Vietnam und das Land verändert sich extrem zum negativen..