Altstätten SG

15. Februar 2019 05:48; Akt: 15.02.2019 05:48 Print

Irene K. wurde hier nach einem Monat tot entdeckt

Steven Zäch (21) verunfallte am Mittwoch auf der Kriessernstrasse und wurde erst nach 90 Minuten gefunden. Dort verunfallte bereits Irene K. – sie wurde erst nach einem Monat tot entdeckt.

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90 Minuten lang musste Steven Zäch auf seine Rettung warten. Der 21-Jährige war am frühen Mittwochmorgen auf der Kriessernstrasse zwischen Altstätten SG und Kriessern verunfallt und mit seinem Auto in einem schmalen Waldstreifen neben der Strasse gelandet.

Er hatte Glück. Wie 20 Minuten weiss, kam es 1999 auf der gleichen Strecke ebenfalls zu einem Unfall. Dieser endete für Irene K.* allerdings tödlich und bis sie entdeckt wurde, dauerte es einen Monat.

Keine Spur

Die damals 27-Jährige war am 29. Juli 1999 mit Kollegen an einem Geburtstagsfest im Löwen in Altstätten SG. Das Lokal gibt es heute nicht mehr. Danach ging die blonde Informatikerin noch zu einer weiteren Party. Zuletzt gesehen wurde sie am 30. Juli 1999 gegen 5.30 Uhr. Sie hatte sich verabschiedet und auf den Heimweg zu ihrer Mutter nach Diepoldsau SG gemacht, wo sie in den Ferien weilte. Angekommen ist sie aber nicht.

«Am 1. August 1999 um 19.45 Uhr ging bei der Kantonalen Notrufzentrale die Meldung ein, dass die junge Frau vermisst werde», so Kapo-Sprecher Florian Schneider. Am Tag darauf machte Irenes Mutter bei der Polizei eine Vermisstenanzeige. Die Polizei habe daraufhin die Ermittlungen aufgenommen. Angehörige hängten Fahndungsplakate auf, auch im nahen Ausland. Laut Schneider wurde sie später sogar international als vermisst ausgeschrieben, ohne Erfolg. Rückmeldungen gab es keine. Auch nicht auf die Meldungen in regionalen Zeitungen oder im TV. «Sie war wie vom Erdboden verschluckt, einfach spurlos verschwunden», so Schneider.

Todesursache unklar

Am 30. August um 13.44 Uhr meldete ein Landwirt der Polizei, er habe zwischen Altstätten und Kriessern, in einem schmalen Waldstreifen, ein Auto entdeckt. «Die Polizei rückte aus und fand im Auto, einem grauen Honda Civic, die Leiche von Irene K.», so Schneider. Sie war wie Steven Zäch mit ihrem Auto von der Strasse abgekommen und in einen Baum geprallt. Dieser wurde durch die Wucht des Aufpralls quasi gefällt und deckte dann das Auto zu.

Gemäss dem Sprecher war zunächst alles offen, auch ein Gewaltverbrechen konnte nicht ausgeschlossen werden. «Heute geht man davon aus, dass es ein Selbstunfall war», so Schneider. Genau klären liess sich der Unfall aber nicht, auch die Todesursache konnte nie genau ermittelt werden. Ob Irene K. direkt durch den Aufprall starb oder erst später, bleibt offen.

Nicht vergessen

Obwohl bald 20 Jahre her, ist der Fall Irene K. noch vielen Altstättern sehr präsent und hat sich in die Köpfe eingebrannt. Und so hat so mancher, wenn er die Strecke von Altstätten nach Kriessern fährt, einen genauen Blick auf den Waldstreifen neben der Kriessernstrasse und ob nicht ein Auto zu sehen ist oder irgendwo ein Stück Metall verdächtig aufblitzt. Nicht, dass noch einmal ein Verunfallter 30 Tage dort unentdeckt liegen bleibt...

* Name der Redaktion bekannt

(taw)