Staad SG

25. Januar 2018 05:54; Akt: 25.01.2018 05:54 Print

Ist das St. Galler Bürli vom Aussterben bedroht?

Eine St. Galler Bratwurst ohne ein richtiges Bürli ist für viele undenkbar. Trotzdem verschwindet das St. Galler Bürli immer mehr. Zwei Geschwister versuchen das zu verhindern.

Die Mitgründerin Maya Tobler erklärt, wie man das originale Bürli bäckt. (Video: viv)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Jeder St. Galler weiss: Die Bratwurst wird mit Bürli und ohne Senf gegessen. Dennoch verschwindet das traditionelle St. Galler Bürli mehr und mehr von der Bildfläche. Diese Entwicklung beobachtet unter anderem Bäcker-Konditorin Maja Tobler aus Staad: «Das originale Bürli wird nur noch selten hergestellt.» Sie ist Mitgründerin der Manufaktur Tobler und will mit diesem Familienbetrieb die traditionelle Rezeptur und Herstellung des Ostschweizer Gebäcks am Leben halten.

Umfrage
Wie essen Sie Ihre Bratwurst?

«Mir liegt es am Herzen, dass das St. Galler Bürli nicht verloren geht. Es ist, gleich wie die Bratwurst, nicht von der Stadt wegzudenken», so die 55-Jährige. Damit sich dies nicht ändert, verkauft sie gemeinsam mit ihrer Schwester Melanie Backmischungen. «Somit kann jeder dazu beitragen, dass das St.Galler Bürli auch weiterhin in hoher Qualität unter die Leute kommt.» Die Backmischungen gibt es in drei Varianten: hell mit Halbweissmehl, dunkel mit Ruchmehl, vegan mit Ruchmehl.

Ist das St. Galler Bürli vom Aussterben bedroht?

«Ein Bürli muss unförmig sein»

Für Grossbetriebe gebe es zwar Maschinen, die das Brötchen massenweise herstellen. Die Brötchen würden sich dann aber optisch kaum voneinander unterscheiden, und genau das ist Tobler ein Dorn im Auge: «Beim Bürlibacken gelten andere Regeln als bei gewöhnlichen Brotsorten – je unförmiger das Bürli wird, desto schöner ist es.»

Auch geschmacklich sei die maschinelle Produktion nicht mit der traditionellen zu vergleichen. «Nach dem originalen Rezept und von Hand gemacht schmeckt es einfach am Besten», so Tobler.

Männer an den Teig

Das Original-St. Galler-Bürli zu backen sei aber überhaupt nicht einfach, denn es gebe das eine oder andere zu beachten: «Speziell ist beispielsweise, dass keine andere Brotsorte mehr Wasser im Teig hat als das Bürli. Ausserdem muss der Teig nicht ziehen, sondern kommt direkt in den Ofen», erklärt Tobler. Damit das Gebäck aber auch zu Hause problemlos hergestellt werden kann, bieten die Geschwister Tobler wöchentliche Bürli-Backkurse für sieben bis zwölf Personen in St. Gallen an.

Dabei erlebt sie einen zunehmenden Trend, der sogar die Bäckermeisterin erstaunt – das männliche Geschlecht interessiert sich immer mehr für die Backkunst. «Die Kurse werden teilweise von grossen Gruppen besucht, die nur aus Männern bestehen.»

(viv)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • TheRealSchnauz am 25.01.2018 06:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz

    Frage ist eher. Ist die Schweiz vom aussterben bedroht?

    einklappen einklappen
  • Trikedriver am 25.01.2018 06:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kauft beim Handwerker; nicht beim Discounter

    Jeder ist selber schuld, wenn er/sie bei den Discounter Brot einkauft! In der Region Uzwil kenne ich kein Bäcker, der nicht auch das St. Galler Handbürli im Angebot hat.... die besten finde ich in Henau bei Gmeinder.....

    einklappen einklappen
  • Stan Smith am 25.01.2018 06:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vorallem hier

    Vieles wird sich in der Schweiz noch ändern oder verloren gehn. Der Tagesanzeiger usw

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Euromensch am 26.01.2018 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Brauche keine Bäckerei

    Was ist St. Galler Bürli?! Gutes Brot Gibt's beim Lidl und Aldi, fein abgepacktes Schnittbrot aus Deutschland oder EU, gut und günstig!

  • Wönni am 26.01.2018 07:51 Report Diesen Beitrag melden

    Kostengründen nur Brotscheibe

    Auch ich liebe Büürli, egal aus welchem Kanton. Doch vermehrt gibt es an den Wurstständen nur Brotscheiben als Beilage. Was waren das noch Zeiten, Znüünibüürli in der Schulpause für 40 Rappen.

    • Rubia am 26.01.2018 10:27 Report Diesen Beitrag melden

      Bürli

      Bei uns haben sie CHF 0.50 gekostet :-) Waren sooo lecker!

    einklappen einklappen
  • Edmo am 25.01.2018 17:48 Report Diesen Beitrag melden

    Schuld ist immer der Mensch

    Wenn die Bürli dauernd gegessen werden, bevor sie sich fortpflanzen konnten, sterben sie mit Sicherheit aus. Und einmal mehr wird es ganz deutlich: Der Mensch ist schuld, wenn die Artenvielfalt leidet.

  • curdin am 25.01.2018 11:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gutes Brot

    Ein hervorragendes Brot wo auch zu Frühstück oder zu anderen Speisen passt.

    • Rico am 25.01.2018 15:07 Report Diesen Beitrag melden

      @curdin

      ich esse immer nur Brot wo zu Frühstück passt ;-)

    einklappen einklappen
  • S.Tiefel am 25.01.2018 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    SG-Bürli forever

    Es war einmal .. ein Stiefeli Beck .. oder .. Gschwend .. und einige andere. Der Teig eines SG-Bürli wird gehebelt, das ist Aufwand und am Ende hat man ein Bürli, dass nicht einfach nur aus Luft besteht. Schade, dass dies mehr und mehr verschwindet, Sankt-Galler werden meine Worte verstehen. Ein richtiges SG-Bürli mit Butter ist eine Delikatesse, die leider verschwindet. MfG S.Tiefel P.S: Senf gehört auch nicht auf ein SG-Bürli ..