Vorverkauf

07. Februar 2019 17:54; Akt: 07.02.2019 18:59 Print

Hype vorbei? Sorge ums Openair St. Gallen

Nach mehreren fetten Jahren mit ausverkauften Festivals hat das Openair St. Gallen dieses Jahr offenbar Mühe, seine Tickets abzusetzen. «Abwarten», sagt ein Festival-Fachmann.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Es scheint, als ob der Hype um das Openair St.Gallen vorbei sei», schreibt das Online-Portal FM1Today am Donnerstag. Grund: Das Festival war die letzten zwei Jahre nicht mehr ausverkauft. Und auch dieses Jahr laufe der Vorverkauf schleppend. Nach drei Tagen ist rund ein Drittel der Tickets abgesetzt.

Anders präsentierte sich die Lage in den fünf vorangegangenen Jahren: 2014 etwa waren die sämtliche Tickets im Vorverkauf innert 14 Stunden weg.

Laut einer Umfrage des Online-Portals liegt die aktuelle Baisse am Line-up. «Es sei auf die Trap-Jugend ausgerichtet», fasst FM1Today die Reaktionen der Leserschaft zusammen.

Ein regelrechter Verdrängungskampf

«Eine Wellenbewegung bei den Besucherzahlen hat es schon vorher gegeben», sagt Festivalsprecherin Nora Fuchs. Sie verweist auf die ausserordentliche Konkurrenzsituation: «Wir haben eine der höchsten Festival-Dichten der Welt.» Es gebe aber noch weitere Gründe, wieso nicht jedes Jahr gleich viele Tickets verkauft werden. Nicht alle liessen sich durch die Veranstalter beeinflussen.

Rainer Etzweiler vom RCKSTR Mag. ist ein ausgewiesener Festval-Kenner. Für ihn ist klar: «Das ist nicht ein spezifisches Problem des Openair St. Gallen. Es gibt einen regelrechten Verdrängungskampf zwischen den Festivals.» Dabei seien die Veranstalter schwankenden Trends unterworfen. Ohnehin sei es für ein Urteil noch zu früh: «Der Verkauf läuft erst seit drei Tagen. Ich mache mir im Moment keine Sorgen um das Openair St. Gallen.»

Pause vom Insta-Druck

«Klar spielt das Line-up eine wichtige Rolle», sagt Etzweiler weiter. Und genau dort sei auch der Haken: «Grosse Acts werden immer teurer, weil die Künstler weniger Umsatz mit dem Verkauf von Platten und CDs machen.» Somit ist sei es auch schwieriger, die besten Bands zu bekommen.

Etzweiler nennt noch einen weitern Aspekt: Ihm zufolge stehen die Openairs im Widerspruch zum herrschenden Trend nach Selbstoptimierung. «Die Jungen schauen heute viel mehr auf die Ernährung, genügend Schlaf und ihr Aussehen», so der Festival-Kenner. «Für manche passen zwei schlaflose Nächte und eine dürftige Dusche schlicht nicht mehr ins Selbstbild.» Doch liege hier auch eine Chance für die Festivals: «Die Alltagsflucht vom perfekt ausgeleuchteten Insta-Selfie kann sehr befreiend sein.»

(sav)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • OASG-Fan am 07.02.2019 18:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade ums Openair

    Die OASG-Gänger sind sehr loyal und viele gehen nicht aufgrund der Musik dahin. Aber über mehrere Jahre ein schlechteres line up als andere Schweizer Festivals zu bieten und dies ohne Kompensation (gleiche Preise, keine anderen Attraktionen) geht auf die Dauer leider nicht auf... Schade ums Openair!

    einklappen einklappen
  • Ueli dr Hecht am 07.02.2019 18:33 Report Diesen Beitrag melden

    Früher wars besser

    «Für manche passen zwei schlaflose Nächte und eine dürftige Dusche schlicht nicht mehr ins Selbstbild.» Ach was waren das noch für Zeiten, als es an Openairs noch keine Duschen gab und man dafür 3 Nächte durchgemacht hat.

    einklappen einklappen
  • Festivalguru am 07.02.2019 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    Die grösste Konkurrenz...

    ...kommt nicht aus der Schweiz, sondern aus dem Süden unseres nördlichen Nachbarlandes... Leider finde ich das Line Up vom OASG bisher bloss mässig. und Tagestickets, wenn man bloss eine Lieblingsband sehen möchte, gibt's auch nicht. aber auch der Gurten mit den teuren Tickets ist möglicherweise kein Selbstläufer mehr ausser am Wochenende.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Te Rasse am 14.02.2019 11:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Keine Entwicklung

  • Justmyopinion2 am 14.02.2019 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einheitsbrei im Sittertobel

    Also bei diesem Programm werde ich auch nicht mehr gehen. Es ist nur noch auf Teenies ausgerichtet, die sonst nach Frauenfeld gehen. Ausnahme sind die Ärzte. Schade zeichnete sich das oasg früher doch durch eine gute Mischung von verschiedenen Musikstilen aus, verschreiben sie sich dieses Jahr dem Einheitsbrei. Nur ein junges Publikum anzusprechen ist ein Fehler! Zahlungskräftiger sind ja sowieso die Älteren.

  • Roger Gasser am 13.02.2019 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    Die beste Band der Welt

    Es spielen DIE ÄRZTE,

  • Anna Kunz am 12.02.2019 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    DieJugendlichen

    Der Artikel ist so ein riesen Schwachsinn wenn sie jetzt noch versuchen die Schuld auf uns Jugendliche abzuschieben haben wir erst recht keine Lust mehr zu kommen. Keine Gute Idee seine Kunden auch noch so zu beschuldigen!

  • Patric Le Bon am 08.02.2019 23:03 Report Diesen Beitrag melden

    Patric Le Bon

    Also ich bin seit 40 Jahren fast jedes Jahr ans OpenAir. Ich bin seit 20 Jahren nur gegangen wenn ich ein Ticket oder Gästepass gratis bekommen hab. Ich finde jetzt wirklich das OpenAir der Olma so ähnlich dass diese aus CO2 Gründen zusammengelegt werden müssen. Das wär doch läss.