Graubünden

13. Januar 2016 14:16; Akt: 13.01.2016 18:17 Print

Jäger schiesst aus Versehen Goldschakal

In der Surselva tappte kürzlich ein Goldschakal in eine Fotofalle. Zudem hat ein Jäger ein Exemplar versehentlich geschossen. Ob es sich um das gleiche Tier handelt, ist unklar.

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Eine Fotofalle in der Surselva dokumentierte am 27. Dezember 2015 die Präsenz eines Goldschakals. (Bild: Amt für Jagd und Fischerei Graubünden)

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Fehler gesehen?

Vergangenes Wochenende erlegte ein Jäger im Bündner Oberland auf der Passjagd aus Versehen einen jungen, männlichen Goldschakal: Er hatte das Tier für einen Fuchs gehalten. Nachdem der Jäger den Fehler bemerkt hatte, erstattete er unverzüglich Selbstanzeige bei der Wildhut.

Kurz zuvor, am 27. Dezember 2015, war ein solches Tier in der Surselva in eine Fotofalle geraten. Ob es sich dabei um denselben Goldschakal handelt, ist nicht erwiesen, wie das Amt für Jagd und Fischerei Graubünden am Mittwoch mitteilte.

Erster körperlicher Nachweis

Damit bestätigt sich aber, dass die Ausbreitung dieser Tierart vom südöstlichen Europa nach Zentraleuropa fortschreitet. Für die Schweiz ist es der erste körperliche und der zweite fotografische Nachweis, nachdem im Winter 2011/12 in den Nordwest-Alpen ein Goldschakal in mehreren Fotofallen erfasst wurde.

Der Goldschakal ist ein mittelgrosser Vertreter der Hundeartigen und steht mit einem Körpergewicht von 8 bis 15 Kilogramm zwischen Fuchs und Wolf (das Tier aus der Surselva wog 11,2 Kilo). Er ist hochbeiniger und etwas kräftiger als der Fuchs und hat einen kürzeren Schwanz mit einer schwarzen Spitze. Seine Nahrung setzt sich aus kleineren bis mittleren Wirbeltieren, Insekten und Früchten zusammen; er kann aber auch Schafe und Ziegen reissen.

Areal ausgeweitet

Seit vielen Jahren dehnt der Goldschakal sein Verbreitungsgebiet kontinuierlich vom südöstlichen Balkan nach Mitteleuropa aus. In Österreich und Nordost-Italien pflanzt sich der Goldschakal bereits seit 2007 fort. Die nächsten bekannten Vorkommen finden sich im Südtirol.

Mit der Arealausweitung und der selbständigen Einwanderung gilt diese Art gemäss Einschätzung des Bundes in der Schweiz als einheimische, geschützte Art. Für die Regelung allfälliger Schäden wurde deshalb die Jagdverordnung vorsorglich angepasst und der Goldschakal den anderen geschützten Grossraubtierarten Luchs, Wolf und Bär gleichgestellt.

(taw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mk am 13.01.2016 14:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grund Regel 4

    Es gibt einen guten Spruch aus dem Militär: Seines Zieles sicher sein!!!!

  • Günther Jauch am 13.01.2016 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    Jägerhelden

    Einmal mehr eine Meisterleistung eines Waismannes. :-(

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  • Hugo Fröhlich am 13.01.2016 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    Grössenordnung der Strafe ?

    Mich würde vielmehr interessieren, was der Jäger für eine Strafe/Busse erhält und in welcher Grössenordnung ? Das ist interessant zu erfahren.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Krmmel am 13.01.2016 17:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jaeger

    also ich denke das da schon ein kleiner unterschied ist vom goldschakal und fuchs!!!! den der schakal ist schon etwas groesser als der fuchs,schad um das schoene tier.hut ab vom jaeger das er sich selbst bei dem jaegerverband gemolden hat.

  • Elisabeth Keller am 13.01.2016 16:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nun ja

    Der Unterschied ist ja eigentlich nicht sehr gross . Andere können Katzen nicht von Füchsen unterscheiden .

  • Cira am 13.01.2016 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verwechslung?

    Sorry aber wenn ein Jäger einen Goldschakel nicht mehr von einem Fuchs unterscheiden kann, soll et bitte mit dem Jagen aufhören. Diese beiden Tiere sehen sich überhaupt nicht ähnlich. Wundert mich dass es den Schakal nicht für einen Wolf gehalten hat. Schade um das schöne Tier.

  • Marco S am 13.01.2016 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    sehr ähnlich

    Man kennt den Goldschakal in der CH noch nicht und seine Ähnlichkeit mit dem Fuchs ist gross. Wenn ein Jäger einen Hund oder eine Katze für einen Fuchs hält, ist das unverzeihlich, aber bei einem Schakal würde ich jetzt nicht allzu hart durchgreifen. Bis der Goldschakal sich bei uns etabliert hat, können nach meiner Meinung solche Verwechslungen der Ähnlichkeit wegen schon mal passieren und sollten mit etwas Nachsicht bestraft werden

  • Marco am 13.01.2016 16:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tragisch

    Und was ist die Strafe?? Hoffentlich Jagdt-Lizenz weg!

    • Zuwenig am 13.01.2016 16:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marco

      Eine "das darf man nicht" mehr gibts nicht war ein versehen!

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