Rapperswil-Jona SG

20. Mai 2019 04:53; Akt: 20.05.2019 04:53 Print

Joggerin flüchtet vor Bussard ins Gebüsch

In Rapperswil-Jona wurde kürzlich eine Joggerin von einem Bussard angegriffen. Zum Schutz sprang sie ins Gebüsch. Nun warnt sie andere auf Facebook.

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«Alles ging so schnell. Ich wusste, man soll unter einen Baum oder in ein Gebüsch flüchten»,erzählt Gabi Steiner gegenüber der Linth-Zeitung. Die Frau wurde am Donnerstag während einer Jogging-Einheit auf der Tägernaustrasse in Richtung Jona von einem Bussard angegriffen. Der Raubvogel griff von hinten an: Sie hätte noch kurz etwas gehört und direkt darauf flog er knapp über ihren Kopf hinweg. Dann habe er abrupt umgedreht und sie angegriffen. «Ich war geschockt», sagt Steiner. Nach einem Verteidigungsversuch mit einer Mütze, flüchtete sich die Frau mit einem Hechtsprung ins Gebüsch.

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Der Lenker eines vorbeifahrenden Autos beobachtete die Szene und brachte Steiner schliesslich aus der Gefahrenzone in sein Auto. Wie die «Linth-Zeitung» weiter berichtet, zog sich die Frau beim Sprung einige schmerzhafte Prellungen zu. Neben ein paar blauen Flecken werde ihr aber auch der Schock bleiben, so Steiner. Auf Facebook teilt sie das Erlebnis und mahnt die Leser zur Vorsicht und rät, die betreffende Strasse in den nächsten Tagen und Wochen zu meiden. Sie selbst werde sich für die nächsten Wochen auf jeden Fall eine andere Jogging-Route suchen.

Augen auf dem Hinterkopf

Über den Grund des Angriffes kann man nur mutmassen. Laut der Schweizerischen Vogelwarte Sempach kommen solche Angriffe vor allem von Mai bis Juli vor, wenn die Vögel Junge haben. Bei den attackierenden Vögeln handelt es sich beinahe ausschliesslich um Mäusebussarde, ausnahmsweise auch um Milane. «Kommt ein Jogger zufälligerweise in der Nähe des Horstes oder nahe bei einem frisch ausgeflogenen Jungvogel vorbei, sehen die Altvögel in ihm eine Gefahr», heisst es auf der Website der Vogelwarte. Ziel der Attacke ist es, den Feind zu vertreiben.

Während der Brutzeit sollten Reviere von Mäusebussarden deshalb gemieden werden. Hilfreich sei es auch, sich Augen auf den Hinterkopf oder eine Mütze zu malen oder kleben. Wenn Mäusebussarde ihren Opfern in die Augen schauen, greifen sie nicht an, weil dann eine Attacke aus dem Hinterhalt nicht mehr möglich sei. Komme es zu Verletzungen, auch wenn diese nur klein sind, sollte man sich beim Hausarzt gegen Starrkrampf (Tetanus) impfen lassen.

(mwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • rocmade am 20.05.2019 06:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit einem Geier auf Zypern

    Das ist mir mal auf Zypern passiert. Dort hat mich und einen Freund ein Geier angegriffen... ich bin dann Rückwärts gelaufen immer den Blicke auf den Geier und mein Freund hat mich geführt.. so kamen wir ohne weitere Atacke davon.

  • Alternative für die Schweiz am 20.05.2019 05:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Good luck

    Interessant, aber nur zum lesen, nicht selber erleben, viel Glück der Joggerin!

  • Roberto am 20.05.2019 05:06 Report Diesen Beitrag melden

    Zecken im Gebüsch

    Wenn man in ein Gebüsch springen muss, sollte man sich anschliessend genau auf Zecken untersuchen. Deren "Angriff" kann noch weit folgenreicher sein.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Avenarius am 20.05.2019 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    Die Vögel

    Also ... alle Verletzungen selbst beigebracht. Ein Bussard ist eher ein kleiner Raubvogel. Ich hätte mich hingesetzt und geschaut was passiert. Keine Bewegung, keine Jagd. Was man nicht tun sollte - panisch reagieren.

  • Claude am 20.05.2019 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Mit der Wiederholung viel besser...

    Mir scheint der Artikel viel besser, wenn er als Wiederholung aufgeschaltet wird. 1:1 mit neuem Datum...

  • Brigä am 20.05.2019 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Hitchcock

    Wurde auch schon als "Landeplatz" missverstanden oder gar für Material zum Nestbau. Aber noch besser eine Landung als eine Darmentleerung aus der Luft ;-)

  • Flor am 20.05.2019 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Es wird eng.. die Natur schlägt zurück

    Es ist querbeet in vielen Berichten zu lesen. Die Natur wird uns in Sippenhaft nehmen, nebst dem dass wir sie so derart verachten vermehren wir uns wie Ungeziefer und verdrängen andere "Arten" . Solche Meldungen mehren sich. All die übergriffe von dressierten Orcas oder Schosshündchenlöwen etc... das geht so nicht weiter. Ich denke mal das sind Zeichen, die uns immer öfters in Erscheinung treten. Früher lebten die "Natur"völker, von uns fälschlich als Primitiv und unzivilisiert markiert, im EINKLANG mit der Natur. Heute leben wir nur im Einklang mit uns selbst. Siehe Strassenrand mit Abfall!

  • mama am 20.05.2019 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kal

    Ach von dem muss man doch keine Angst haben. Einfach im Blickfeld behalten, gegen die Arme eines Menschen hat der keine Chance.