TGIFW

29. Juni 2016 05:54; Akt: 29.06.2016 10:34 Print

Junges Label bringt faire Mode in die Schweiz

Ein junges Paar aus St. Gallen will mit moderner und nachhaltiger Mode in der Schweiz durchstarten. Die Schweizer Designs werden unter fairen Bedingungen in Nepal hergestellt.

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Die 35-jährige Carmen Lama gründete das Label TGIFW. Ihr Ehemann Tashi (29) verhandelt mit den Betrieben in Nepal und managt die Produktion. Das Label verkauft Fair-Fashion wie zum Beispiel dieses Top aus Bambus, das für 129 Franken erhältlich ist. Insbesondere die Culottes würden sich sehr gut verkaufen. Man bekommt sie in verschiedenen Farben für 129 Franken. Ein Verkaufsschlager sind auch die Schals, die in verschiedenen Farben und Mustern erhältlich sind. Sie kosten zwischen 69 und 129 Franken. Dieses Oberteil gibt es für 149 Franken. Das sind drei Schals aus der Sommer-Kollektion Diese Muster seien laut Carmen Lama besonders beliebt. «Die Kleider werden von drei jungen Schweizer Designerinnen entworfen», sagt Lama. Das St. Galler Fair-Fashion-Label produziere ausschliesslich in Nepal und arbeite mit kleinen Betrieben zusammen. «Ich möchte mich für Frauen in Nepal engagieren und ihnen Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten bieten, indem ich ihnen Arbeitsplätze zu sehr fairen Bedingungen schaffe und ihnen ein Mitspracherecht gebe», sagt die 35-Jährige aus St. Gallen. Alle Kleidungsstücke werden von Hand in Nepal angefertigt. Gewoben wird auf traditionellen Webstühlen. «In der Zukunft wollen wir eine kleine Produktion in Nepal errichten», sagt Lama. Ein Schal wird gebügelt, bevor er in die Schweiz geschickt wird. «Das Land hat mich schon immer fasziniert», sagt die 35-Jährige, die seit zehn Jahren regelmässig nach Nepal reist bereist. In einem kleinen Büro in St. Gallen werden die Kleider verpackt und an die Kunden in der Schweiz geschickt.

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«Vor zwei Jahren hängte ich meine Karriere als Transformationsmanagerin an den Nagel und reiste nach Nepal», erzählt Carmen Lama aus St. Gallen. «Das Land hat mich schon immer fasziniert», sagt die 35-Jährige, die seit zehn Jahren regelmässig Nepal bereist. Dort habe sie die von Frauen handgemachten Schals entdeckt. Sie nahm einige davon mit in die Schweiz. Lama: «Da entwickelte ich die Idee, ein Fair-Fashion-Label zu gründen.»

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Zwei Jahre später hat sich das Label TGIFW soweit etabliert, dass es einen eigenen Online-Shop hat. «TGIFW steht für 'Thank God it's Fair Wear', also frei übersetzt für 'Zum Glück ist es faire Kleidung'», erklärt Lama. Boxy Shirts, passende Culottes aus Hanf und Bio-Baumwolle, Kleider aus Bambus, handgewobene Leinen-Schals mit Löwenzahn-Print sind nur einige der Produkte der Sommer-Kollektion von TGIFW.

Swiss Design made in Nepal

«Die Kleider werden von drei jungen Schweizer Designerinnen entworfen», sagt Lama. Das St. Galler Fair-Fashion-Label produziere ausschliesslich in Nepal und arbeite mit kleinen Betrieben zusammen. «Ich möchte mich für Frauen in Nepal engagieren und ihnen Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten bieten, indem ich ihnen Arbeitsplätze zu sehr fairen Bedingungen schaffe und ihnen ein Mitspracherecht gebe», sagt die 35-Jährige aus St. Gallen.

Das Abenteuer, auf das sich die St. Gallerin einliess, gestaltete sich nicht immer einfach: «Wegen des Erdbebens im vergangenen Jahr und politischen Problemen in Nepal konnten wir teilweise kaum produzieren.» Sie habe ihr gesamtes Privatvermögen in die Firma investiert. Der Kundenstamm sei noch klein und sie frage sich manchmal, ob das Geschäft je Gewinn abwerfen wird. «Doch jedes Mal, wenn bei uns bestellt wird, gibt mir das Motivation weiterzumachen.»

Grosse Zukunftspläne

Durch die Gründung des Labels TGIFW habe sie auch viel Schönes erlebt, sagt Carmen Lama. «Ich habe meinen Mann Tashi in Nepal kennengelernt.» Er führe das Unternehmen gemeinsam mit ihr und verhandelt mit den Betrieben in Nepal, managt die Produktion und die Finanzen. Alle Entscheide werden gemeinsam gefällt. Das frischgebackene Ehepaar lebt in St. Gallen, von wo aus es die Kleidungsstücke verschickt. Vier Tage in der Woche arbeitet die 35-Jährige an der Universität St. Gallen und berät Unternehmen, die Studierende rekrutieren wollen. Den Rest ihrer Zeit widmet sie TGIFW.

«In der Zukunft wollen wir eine kleine Produktion in Nepal errichten», sagt Lama. Im Moment würde TGIFW nur Frauenschals und -kleidung anbieten, doch das solle sich ändern: «Wir planen irgendwann auch Männer- und Kinderkleidung herzustellen.» Bald werde man man aber erstmal handgeknüpfte Teppiche bestellen und dabei das Design komplett selber erstellen können. Trotz der Diversifikation will Lama ihr grosses Ziel nicht aus den Augen verlieren: «Wir wollen eines der coolsten Schweizer Jungesigner-Label sein!»

(afa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eine am 29.06.2016 07:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fair Trade ist ok aber

    Ich würde gerne mehr Kleider kaufen, die aus Fair Trade Produktion stammen. Bin kein Fan von Zara und all diesen ausnehmenden, profitgierigen Unternehmen Leider muss ich sagen, dass viele der Fair Trade Sachen einfach unmodisch sind. Sie sind ideen- und farblos und erst für Menschen ab Ü70 geeignet Bitte mit frischen Ideen und Farben aufkommen, so würden auch vermehrt jüngere Generationen Fair Trade kaufen :-)

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  • Sylvia am 29.06.2016 07:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und die starken Frauen?

    Und fortschrittlich und modern sein wollen, für selbstbewusste Frauen... Und dann bis Grösse L produzieren. Frauen mit XL dürfen nicht selbstbewusst sein? Na gut, der Schal passt mir, ist aber nicht lieferbar.

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  • Simba74 am 29.06.2016 08:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    warum?

    sehr gut und sinnvoll. aber wieso sieht diese Mode so stinklangweilig aus?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lia wenger am 30.06.2016 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu teuer

    Ein fair produziertes Shirt kostet einige Franken mehr, auf keine. Fall aber Fr. 129.- da wir kräftig abkassiert von den Verkäufern...

  • Frosties am 30.06.2016 01:29 Report Diesen Beitrag melden

    Fair trade...

    Stundenlohn: CHF -.65, Verkaufspreis in der CH: CHF 120.-. So geht das mit "Fair trade"...

  • Irene Minder am 30.06.2016 00:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ideenlos

    Hat sich die Gründerin grad selber noch einen saftigen Fairtrade-Aufschlag gegönnt? Ich mag den traurig-faden Stil nicht. Es ist zu wenig Freizeit und sportlich.

  • selfmade selbst ist .... am 29.06.2016 20:14 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Stil

    Ich nähe und flicke lieber meine Kleider. Das angebotene Label ist viel zu teuer. Solche Tops (massgeschneidert) können selbst geschneidert und genäht werden in 1-2 Stunden.

  • Werner am 29.06.2016 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Fair Trade ist noch kein Argument

    Warum muss Fair Trade immer so prüde aussehen? Die Leute kaufen in erster Linie nach dem Auge. Danach kommt das Gewissen. Da braucht es noch etwas umdeneken.

    • Frosties am 30.06.2016 01:26 Report Diesen Beitrag melden

      @Werner

      Sehe das genau so, aber vermutlich entspricht es einfach der Mode des Kundensegments? Zielgruppe: Kauft im Reformhaus ein, isst nur Sonnenblumenkerne, hat eigene Hanfpflanze für Eigenbedarf im Garten, trägt Gesundheitstreter und Wollsocken vom Heimatmarkt. Wählt hauptsächlich links und findet die Natur toll usw. Also Neo-Hippies.

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