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24. Mai 2019 09:46; Akt: 24.05.2019 17:19 Print

Polizei führt Gaffer-Kontrolle durch

Im Rahmen einer Übung brachte die Kantonspolizei neun Verkehrsteilnehmer zur Anzeige. Sie machten am Steuer Fotos mit ihrem Handy.

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Die Kantonspolizei St. Gallen führte am Mittwoch und Donnerstag im Raum Buchs eine Rettungsübung der lokalen Feuerwehren durch. Dabei wurde auf der A13 ein Unfallszenario geprüft.

Am Mittwoch bemerkte die anwesende Polizeipatrouille während einer Stunde drei Autofahrer, wie sie beim Vorbeifahren mit ihren Smartphones Fotos knipsten. Also führte die Kantonspolizei eine Gaffer-Kontrolle durch.

Neun Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft

Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei, sagt auf Anfrage: «Für einmal war die Polizei nicht aktiv an einem Unfall beteiligt. Es war jedoch wieder einmal sehr auffällig, dass Leute mit ihren Handys Fotos machen, deshalb entschieden sich die Beamten die Autofahrer sofort aus dem Verkehr zu nehmen.»

Auch am Donnerstag war die Polizei vor Ort. In der Zeit zwischen 10 Uhr und 13.30 Uhr wurden fünf Männer und eine Frau angehalten, die ebenfalls mit Handy am Steuer unterwegs waren. Insgesamt wurden neun Verkehrsteilnehmer zur Anzeige gebracht.

«Möchten Sie die Leiche anschauen?»

Es ist nicht das erste Mal, dass diese Woche Polizisten Gaffer zur Rede stellten. Am Dienstag sensibilisierte ein Polizist in Nürnberg die Gaffer etwas anders: Am Mittag ereignete sich auf der A6 ein tödlicher Unfall. Während des Einsatzes des Rettungsdienstes fuhren etliche Autofahrer mit gezückten Handys an der Unfallstelle vorbei.


Polizeinsatzleiter Pfeiffer geht aktiv und unkonventionell gegen Gaffer vor. (Video: News 5)

Stefan Pfeiffer, Einsatzleiter der Verkehrspolizei, hatte schliesslich genug. In einem Video ist zu sehen, wie er ein Auto anhält und fragt, ob die Insassen die Leiche sehen möchten. «Dann können Sie auch gern aussteigen und sich die Leiche anschauen», sagt Pfeiffer. «Möchten Sie?» Als die Autoinsassen verneinen, findet der Beamte klare Worte: «Also verschwinden Sie!»


(fss)