Engishofen TG

07. Juli 2014 05:25; Akt: 07.07.2014 10:26 Print

Kastrierter Kater aus Versehen sterilisiert

Entführt und sterilisiert: Operationen an zwei Katzen sorgen für Zoff unter Thurgauer Tierschützern. Eines der beiden Tiere war ein bereits kastriertes Männchen.

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Eine Katze liegt auf dem Operationstisch bereit zum Eingriff. (Bild: Fotolia.de)

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Zuerst wunderten sich die Thurgauer Bauersleute, als ihre beiden Katzen, ein Weibchen und ein Männchen, nicht mehr auftauchten. Noch viel mehr staunten sie aber, als die beiden zehn Tage später wieder dastanden – beide mit einer sauber vernähten Wunde am Bauch.

Der Sohn der Bauern ging der mysteriösen Sache nach und wurde fündig: Eine eifrige Tierschützerin hatte die Büsi für herrenlose Streuner gehalten, eingefangen und zu Bea Baumann von der Tierhilfe Schweiz in die Katzenstation gebracht. Hier werden verwilderte Katzen gepflegt und für eine Kastration beziehungsweise Sterilisation zum Tierarzt gebracht – Dutzende Jahr für Jahr.

«Das erste Mal in 30 Jahren»

Es war nicht die einzige Verwechslung, wie die «Ostschweiz am Sonntag» berichtete – es kam noch schlimmer: Der Tierarzt hielt den bereits kastrierten Kater für ein Weibchen und schnitt ihn zwecks Sterilisation auf – erst dann bemerkte er den Irrtum und nähte das Tier wieder zu. Das Weibchen sterilisierte er wie gewohnt. Sehr zum Ärger der Bauersleute. «Von uns aus hätte es gerne Junge haben können», so die Bäuerin, «wir hatten immer Abnehmer für die Kätzchen.»

Tierschützerin Bea Baumann tut die ganze Sache «unendlich leid», wie sie sagt. «In den dreissig Jahren, in denen ich für den Tierschutz arbeite, ist dies das erste Mal, dass so etwas passiert.» Man habe sich aber bei den Bauern entschuldigt, für die Beteiligten sei der Fall damit erledigt.

Chips gegen Verwechslungen

Nicht so für Reinhold Zepf vom Thurgauischen Tierschutzverband: «So etwas darf nicht passieren», sagt er, «das schadet dem Ansehen des Tierschutzes.» Kastrationsaktionen seien zwar notwendig, doch dürfe der Eingriff nur mit dem Einverständnis des Besitzers durchgeführt werden. Katzenhaltern, denen so etwas widerfährt wie den Thurgauer Bauern, rät er zu einer Strafanzeige. Diese wollen trotz des Ärgers auf eine solche verzichten: Für sie sei die Sache abgehakt.

Um allfällige Verwechslungen zu vermeiden rät Tierschützerin Baumann Katzenhaltern, ihre Tiere mit Chips versehen zu lassen: «So könnten die Tiere jederzeit ihrem Besitzer zugeordnet werden und es könnte viel Tierleid verhindert werden.»

(20 Minuten)