Tierquälerei?

24. Juli 2014 06:03; Akt: 24.07.2014 09:19 Print

Kater Garfields Tod führt zu Strafanzeige

Der Tod des angeblich zu früh eingeschläferten Katers Garfield löst eine Schlammschlacht unter Thurgauer Tierschützern aus. Jetzt gipfelt der Fall in einer Strafanzeige.

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Kater Garfields Tod hat alte Machtkämpfe entfesselt. (Bild: ZVG)

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Bei der Staatsanwaltschaft Bischofszell ist am Mittwoch eine Strafanzeige wegen Tierquälerei, Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz, Sachbeschädigung und Sachentziehung eingegangen. Dies bestätigte der Mediensprecher auf Anfrage.
In der Anzeige erhebt Reinhold Zepf, Präsident des Thurgauer Tierschutzverbandes, schwere Vorwürfe: Der Tierschutzverein Romanshorn habe eine Katze aus Geldnot eingeschläfert.

Zur Vorgeschichte: Kater Garfield wird Anfang Juli in Egnach TG mitten in der Nacht von einer Passantin aufgegriffen. Via Tierschutzverein Romanshorn landet der Kater beim Tierarzt. Dieser schläfert das Tier ein. Garfields Besitzer, das Alters- und Pflegeheim Egnach, wird nicht informiert.

Ein Machtkampf

Garfield sei auf Druck des Tierschutzvereins Romanshorn eingeschläfert worden, schreibt Zepf in seiner Anzeige. Dem Verein habe schlicht das Geld gefehlt, den Kater zu betreuen und zu vermitteln. Zudem habe er mehrere Betreibungen und Schulden am Hals. Anders sei es kaum vorstellbar, dass Tierschützer und ein Tierarzt ein gesundes Büsi einschläferten.

Ronny Eichhorst vom Tierschutzverein Romanshorn wehrt sich. Zepf habe bereits vor Jahren einen Machtkampf mit seinem Verein angezettelt. Die Anzeige sei ein Versuch, den Tierschutzverein Romanshorn zu misskreditieren und unter seine Kontrolle zu bringen. Zu den Finanzproblemen sagt er: «Wir haben seit Anfang Jahr weder Schulden, noch Betreibungen.»

Besitzer können nicht immer informiert werden

Tierarzt Gert Bay hat Garfield die Spritze verabreicht. Sein Urteil: Garfield lag bei seiner Ankunft in der Praxis im Sterben. Das Büsi sei abgemagert und kurz vor dem Ersticken gewesen. «Die Schleimhäute waren blau angelaufen.» Den Besitzer ausfindig zu machen, hätte Garfields Leiden unnötig verlängert. «Solche Fälle gibt es leider zuhauf. Etwa bei angefahrenen, schwer verletzten Katzen.»

Allerdings erlebt Bay auch wöchentlich, dass Leute kerngesunde Büsi einsammeln und in seine Praxis bringen. «Das ist tatsächlich ein Problem», sagt der Tierarzt.

Welche Auswirkungen die Strafanzeige haben wird, ist noch unklar. Weder der Tierschutzverein Romanshorn, noch Tierarzt Bay befürchten Konsequenzen.


(tso)