Kreisgericht St. Gallen

21. Februar 2011 18:21; Akt: 21.02.2011 23:15 Print

Katzenkiller-Urteil erhitzt die Gemüter

von Marlene Kovacs - Der Fall des Katzenkillers M.N.* sorgt für Aufregung. Für die bedingte Freiheitsstrafe von sieben Monaten hagelt es Kritik.

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Katzenkiller M.N. ist zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilt worden. (Bild: 20 Minuten/tob)

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«Es stellt sich die Frage, ob so ein brutaler Mensch sich nicht auch schwächeren Menschen wie Kindern gegenüber sadistisch verhalten könnte» oder: «Lachhaft, diese milde Strafe! So ein Tiermonster gehört 15 Jahre in den Knast. Diese armen Tierchen sind mehr wert als dieser kranke Mensch», lauten die Reaktionen von Lesern zum Urteil im Katzenkiller-Prozess.

Und sie sind nicht die einzigen, die sich über die bedingte Freiheitsstrafe von sieben Monaten mit einer Probezeit von drei Jahren für M.N. ärgern. Dieser hatte die drei Ratten und drei Katzen seiner Freundin auf bestialische Weise gefoltert und getötet. Die Katze Stelina hatte er sogar mehrmals mit kochendem Wasser übergossen. «Was muss denn noch passieren, dass einmal eine hohe Strafe ausgesprochen wird?», fragt der Zürcher Tieranwalt Antoine F. Goetschel. Man hätte in diesem Fall ein Exempel statuieren können.

Dennoch geben die Experten zu bedenken, dass das St. Galler Urteil eigentlich bereits als Erfolg gewertet werden müsse. «In anderen Kantonen würde so ein Tierquäler mit einer Busse davonkommen», so Gieri Bolliger, Geschäftsleiter der Stiftung für das Tier im Recht. Für ihn besteht bei M.N. eine Rückfallgefahr. «Der Mann bleibt ein potenzieller Täter», glaubt Bolliger. Denn wenn Menschen so roh vorgehen würden, sei die Gefahr gross, dass so etwas wieder vorkomme.

*Name der Redaktion bekannt