Zu enge Pisten

30. Dezember 2015 17:09; Akt: 30.12.2015 17:11 Print

Kaum Schnee, aber auf Pisten knallts häufiger

In den Skigebieten hat es derzeit wenig Schnee. Um so knapper ist der Platz auf den weissen Pistenstreifen. Daher kommt es vermehrt zu Kollisionen.

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Im Bünderland sind derzeit nur rund die Hälfte der Pisten befahrbar. Das ist aber nicht gleichbedeutend mit weniger Skiunfällen. Im Gegenteil. Wie das «Regionaljournal Ostschweiz» berichtet, wurden im Kantonsspital Graubünden in Chur zwischen dem 24. und dem 27. Dezember zwanzig Patienten wegen Skiunfällen eingeliefert. Das seien leicht mehr als in derselben Periode des Vorjahres.

Noch schlimmer sieht es aus, wenn man die Zusammenstösse auf Skipisten betrachtet. Diese haben sich mehr als verdoppelt. Als Grund dafür wird vermutet, dass wegen der prekären Schneeverhältnisse auf den Pisten Platzmangel herrscht. Viele Pisten bestehen aus Kunstschneestreifen (siehe Bildstrecke). Da es neben der Piste nur grüne Wiese gibt, fehlt die Möglichkeit, die Piste zu verlassen, um einer drohenden Kollision auszuweichen.

Mehr Auffangnetze

Die Skigebiete haben auf den Schneemangel reagiert und vermehrt Vorsichtsmassnahmen getroffen. «Wir mussten mehrere Auffangnetze aufstellen, weil es an den Pistenrändern keinen Schnee hat», so Paul Moser, Rettungschef im Ostschweizer Skigebiet Pizol. Auch bei Bachübergängen habe man Massnahmen treffen müssen, um die Skifahrer vor Unfällen zu schützen. Auch grosse Steine oder Felsvorsprünge müssen vermehrt markiert werden. Mit Erfolg: Am Pizol gab es in dieser Saison bislang erst fünf Unfälle. Es habe aber auch weniger Leute auf den Pisten als in anderen Jahren.

Obwohl dieses Jahr deutlich weniger Pistenkilometer geöffnet sind als im Vorjahr, flog die Rega schweizweit viele Einsätze über die Festtage. «Bei der Rega spüren wir es vor allem, wenn schönes Wetter in den Skigebieten herrscht, was rein statistisch mehr Unfälle zur Folge hat. Dann fliegen wir mehr Einsätze, weil mehr Leute auf der Piste sind. Über die Festtage flogen wir wegen des schönen Wetters viele Rettungseinsätze für Wintersportler. Im Vergleich mit 2014 gab es zwar in diesem Jahr deutlich mehr Einsätze im gleichen Zeitraum, aber im langjährigen Vergleich bewegen sich die Einsatzzahlen auf dem Niveau von 2013 und 2012», so Rega-Sprecher Adrian Schindler.

(jeb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fabian am 30.12.2015 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    OMG

    Mann muss auch nicht Ski fahren wenn es keinen Schnee hat. Ich geh ja auch nicht baden wenn es kein Wasser hat....

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  • Rosa am 30.12.2015 12:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einf. Vergnügen

    Ich verstehe die Leute nicht welche auf diese künstl.Pisten Skifahren nochals Vergnügen ansehen.

  • Murphys Law am 30.12.2015 12:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kopfschütteln

    Fahren auf Sicht und den Verhältnissen angepasst! So einfach geht das. Nehmt doch Rücksicht aufeinander. Aber eben,jeder will der Schnellste sein und am meisten aus den überteuerten Tageskarten rausholen. Nehmt Euch Zeit!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kirigaya Kazuto am 30.12.2015 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es sind nicht die Raser, sondern die Anfänger 

    Ich fahre seit meinem 3. Lebensjahr Ski und ich beherrsche den Sport nahezu Perfekt. Nicht die Schnellen Fahrer sind das Problem sondern die Anfänger. Bei den Anfänger hat man keine Ahnung was sie als nächstes machen, da sie den Berg runter rutschen, keine Bögglein machen und weder nach Oben noch nach links oder rechts schauen. Und sie stehen immer mitten in der Piste oder die kleinen wenn sie stehen fahren einfach mitten in die Piste rein auch an unübersichtlichen stehlen. Bei den "Rasern" weiss man genau was sie tun. Carvinglinien, die 3 Blicke und sie stehen am Rand und fahren ned drauf los.

    • Simon am 31.12.2015 08:30 Report Diesen Beitrag melden

      Bitte was?

      Also es mag schon sein, dass Anfänger auch einen grossen Teil der Unfälle verursachen. Aber meiner Meinung nach sind Raser die schlimmsten! Ich habe lieber einen Anfänger vor mir als ein Raser hinter mir. Dann kann man wenigstens einen Bogen um den Anfänger herum fahren und der Raser... bei dem muss man einfach nur Glück haben, dass er einem nicht umfährt. Übrigens sind es auch meistens die Raser, welche die Anfänger umfahren.

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  • trudi am 30.12.2015 16:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    deja vu

    Beim ski und autofahren dominiert die selbstüberschätzung. Viele verwechseln schnell mit gut!

  • Bergrettung am 30.12.2015 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Bergrettungsmannschaften

    Viele Bergrettungsmannschaften müssten sich in gefährliche Situationen begeben, um verantwortungslose Skifahrer in Sicherheit zu bringen

    • Bergrettung am 30.12.2015 16:52 Report Diesen Beitrag melden

      Jährlich verunfallen

      Jährlich verunfallen durchschnittlich 65 000 Personen der Schweizer Bevölkerung auf Pisten im In- und Ausland.

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  • Schneegirl am 30.12.2015 14:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kaum Schnee.....

    Kaum Schnee und es wird trotzdem auf diesen schmalen Schneestreifen gefahren. Bin selber auch Skifahrerin, es käme mir aber bei so wenig Schnee nicht in den Sinn auf die Piste zu gehen. Aber wer es nicht lassen kann solls machen. Wohne in Graubünden und heute ist die Rega schon wieder einigemale über unser Haus geflogen, wen wunderts. Es gibt doch noch andere sportliche Möglichkeiten zum die Freizeit auszufüllen wenn der Schnee fehlt. Wenigstens geht allen Arbeitenden im Spital die Arbeit nie aus.

  • Sunny_zh am 30.12.2015 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schnee nähe zürich

    hoch-ybrig hat ganz viel schnee und nicht nur solche streifen. war echt überrascht. heute bereits den ganzen tag am skifahren