Keine Schlamperei

07. März 2019 12:05; Akt: 07.03.2019 15:11 Print

Tötungsdelikt Ylenia wird nicht neu aufgerollt

Am Donnerstag haben die Staatsanwaltschaft und die Kapo SG Stellung genommen zur Berichterstattung im Fall Ylenia. Die Wiederaufnahme des Falls sei nicht gerechtfertigt.

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Der Erste St. Galler Staatsanwalt Christoph Ill, Mediensprecherin Beatrice Giger, und der Leiter der Kriminalpolizei Stefan Kuehne, von links, aufgenommen an einer Medienkonferenz zum Fall Ylenia, am Donnerstag, 6. März 2019, in St. Gallen. Die Beteiligten nahmen Stellung zur Medienberichterstattung der vergangenen Tage über den Fall Ylenia und legten dar, warum dieser nicht wieder aufgerollt werde. Ylenia wurde am 31. Juli 2007 entführt und Wochen später tot in einem Waldstück aufgefunden. Am 26. September 2007 nahm die Schweiz in der evangelischen Kirche in Appenzell Abschied vom getöteten Mädchen. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Zwei Feuerwehrmänner in traditioneller Uniform nahmen Kondolenzbriefe entgegen. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Trotz des anhaltenden Regens fanden sich sehr viele Trauernde in Appenzell ein. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Bilder zeugten von der unbeschwerten Kindheit, die das Mädchen vor seiner Entführung genoss. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Das unfassbare Ereignis löste in und vor der reformierten Kirche grosse Ergriffenheit aus. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Die Trauernden trafen nach dem Mittag bei nasskaltem Wetter vor der kleinen reformierten Kirche ein. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Der Grossteil der Trauergäste musste die Abdankung mit Schirm und Regenschutz über Lautsprecher auf dem Kirchenvorplatz mitverfolgen, da in der Kirche nur rund 200 Menschen Platz hatten. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Unzählige Trauergebinde in und vor der Kirche. (Bild: 20 Minuten/Felix Burch) Die Kindergartengspänli haben für Ylenia grosse farbige Windrädchen verziert. (Bild: 20 Minuten/Felix Burch) Das Lieblingsbuch von Ylenia mit dem Spruch, den sie jede Nacht aufsagte: «Ich bin klein, mein Herz ist rein. Soll niemand drin wohnen als Jesus allein.» (Bild: 20 Minuten/Felix Burch) Die Primarschüler haben farbige Ballone mit Wünschen für Ylenia gefüllt. (Bild: 20 Minuten/Felix Burch) Die Chinzgi-Gspänli verarbeiten mit Zeichnungen den Schmerz. (Bild: 20 Minuten/Felix Burch) Ylenias Urne, die von ihren Geschwistern d.h. den Kindern von Charlotte Lenhards Partnerin geformt wurde. (Bild: 20 Minuten/Felix Burch) Das Herz, das in der evangelische Kirche während der Zeit in der man Ylenia vermisst hat, auf dem Boden geformt wurde. (Bild: 20 Minuten/Felix Burch) Ylenia habe grosse Stücke auf Pippi Langstrumpf gehalten und sei ein bisschen wie sie gewesen, sagte eine Rednerin. Das «Pippi-Lied» wurde ab Kassette gespielt. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Das Kondolenzbuch liegt seit Auffinden von Ylenia in der Kirche auf. Es sind schon fast alle Seiten voll. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Der Kranz der zwei Kinder der Partnerin von Ylenias Mutter mit Häschen und Orca. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Unter den Trauergästen fanden sich der Innerrhoder Justiz- und Polizeidirektors Melchior Looser sowie mehrere Mitglieder der Gemeindebehörde ein. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Nach der Predigt versammelten sich Angehörige und Bekannte vor der Kirche und liessen farbige Ballons mit Ylenias Namen in den Himmel steigen. (Bild: 20 Minuten/Felix Burch) Die Ballons verschwinden im Grau des Himmels. (Bild: 20 Minuten/Felix Burch) (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Die Todesanzeige im St. Galler Tagblatt. Blumen und Kerzen an der Stelle im Hartmannswald, wo Ylenias Leiche gefunden worden war. (Bild: Reuters/Miro Kuzmanovic). Auch persönliche Abschiedsbriefe an Ylenia wurden an der Stelle deponiert. (Bild: Reuters/Miro Kuzmanovic). (Bild: Reuters/Miro Kuzmanovic). (Bild: Reuters/Miro Kuzmanovic). Der Ort der Trauerfeier: Die reformierte Kirche in Appenzell. (Bild: 20 Minuten/Lukas Näf) Der Hartmannswald, in dem Ylenia gefunden wurde, entwickelt sich zu einer Art Wallfahrtsort. Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg Allein am 22. September 2007 kamen innert zwei Stunden 70 Personen aus der ganzen Schweiz, um Ylenias zu gedenken. Darunter Schwangere und viele Familien mit Kindern. Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg Blumen und Kerzen erinnern in der Nähe des Fundorts im Hartmannswald bei Oberbüren an die tote Ylenia. (Bild: Keystone/Regina Kühne) Im Gedenken an Ylenia errichtet ihre Mutter eine Stiftung, die Kindern helfen soll. Wer der Stiftung «Ylenia» Geld spenden will, kann dies tun auf das Spendenkonto: PC 85-120 000-0. (Bild: Keystone/Regina Kühne) Ylenias Mutter, Charlotte Lenhard, will eine Stiftung für bedürftige Kinder einrichten, die den Namen ihrer ermordeten Tochter trägt. (Bild: SF) Vielleicht erhalte der Tod Ylenias durch die Stiftung einen Sinn, sagte der Bruder von Charlotte Lenhard gegenüber der «Tagesschau» von Schweizer Fernsehen. (Bild: SF) «Die Zeit vor dem Einschlafen ist für mich und Ylenia da», sagt Charlotte Lenhard in der SF-Sendung «Reporter», Sie denke dann an Ylenia - und spreche mit ihr: «Dass ich sie lieb habe. Und dass sie nichts für das kann, was passiert ist.» (Bild: SF) Hans Eggenberger, Chef Mediendienst, Kripochef Bruno Fehr und Untersuchungsrichter Erich Feineis, geben an der Medienkonferenz vom Dienstag, 18. September 2007 Auskunft. (Bild: Keystone/Regina Kühne) Ylenia wurde am 15. September 2007 im Hartmannswald bei St. Gallen gefunden: Das Mädchen ist tot. (Bild: Reuters) Er hat Ylenia gefunden: Simon Kuhn aus Winterthur. Er hatte sich 3 Wochen Ferien genommen, um den Wald abzusuchen. (Bild: 20 Minuten) Ylenia war ca. 50 Zentimeter tief vergraben. Der Fundort wurde von der Polizei nach der Spurensicherung unkenntlich gemacht. Die St. Galler Kantonspolizei beim Fundort des toten Mädchens. (Bild: Reuters) Fotografen am 15. September 2007 beim Waldloch, wo Ylenias Leiche gefunden wurde. (Bild: Reuters) (Bild: Reuters) Der Fundort von Ylenias Leiche im Hartmannswald wrude von der Polizei weiträumig abgesteckt. (Bild: KEYSTONE/ Regina Kuehne) Ylenia Lenhard ist ca. 120cm gross, hat blondes, schulterlanges Haar und blaue Augen, im Haar 2 farbige, eingeflochtene Bändel, goldenes Halsketteli mit Schutzengel, silberner Fingerring am linken Zeigefinger. (Bild: zVg) Am Tag ihres Verschwindens in Appenzell trug sie ein fliederfarbenes T-Shirt, weiss-orange 3/4-Hosen und Sandaletten in beige-rosa. (Bild: zVg) Das Mädchen war auf einem Kickboard der Marke «Razor» mit blauen Griffen unterwegs. (Bild: zVg) Diesen Fahrradhelm hatte Ylenia beim Verlassen des Hauses noch auf. (Bild: zVg) Ylenias Thek. (Bild: zVg) Die Flyer mit der Vermisst-Meldung der 5-jährigen Ylenia hängen schon am Bahnhof, an Tankstellenshops, im Spital und beim Schwimmbad. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Auf dem Weg zwischen Hallenbad und Denner ist sie verschwunden. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Auf diesem Weg hat der Spürhund der Polizei die Witterung des Mädchens aufgenommen. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Die Reaktion des Suchhundes hat angedeutet, das Mädchen könnte in die Sitter gefallen sein. Der Fluss wurde erfolglos abgesucht. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Der Weg zum Hallenbad ist derselbe wie der Weg in den Kindergarten des Mädchens. Dieser liegt direkt neben dem Hallenbad. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Ylenias Kindergarten. Dieser liegt direkt neben dem Hallenbad, wo das Mädchen zuletzt gesehen wurde. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Hier ist sie nie angekommen: Der Denner in Appenzell. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Die Suchmannschaft der Polizei bildet in der Nähe des Fundortes des Lieferwagens des Rucksackes und des Helmes eine Kette und sucht den Wald nach der Vermissten ab. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Die Polizisten erhalten letzte Anweisungen. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Die Polizisten verschwinden im Dickicht des steilen Waldstückes. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Sie brauchen mehr als eine halbe Stunde, um wieder zurückzukehren. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Derweil nimmt Kriminaltechniker Roland Schraner DNA-Proben von einem Fleck, den er auf der Strasse entdeckt hat. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Ob es Blut ist, und wenn ja, wessen Blut, wird die Analyse zeigen. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Schraner verpackt die Probe in eine Box. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Das Päckchen wird schnellstmöglich ins Polizeilabor spediert. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Schraner sucht die Umgebung nach weiteren Spuren ab. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) In diesem Waldteil, etwa 50 Meter oberhalb des parkierten Lieferwagens, wurde der 67-Jährige Schweizer aufgefunden. Er hatte sich selbst erschossen. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Am Boden sieht man Reifenspuren des Lieferwagens. Diese drehten durch beim Versuch, den steilen Waldweg hochzufahren. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Ein Polizeihelikopter mit Wärmebildkamera kreist über dem St. Gallischen Oberbüren. (Bild: Keystone/Eddy Risch) Der Polizeiheli mit Wärmebildkamera im Tiefflug. (Bild: Keystone/Eddy Risch) An diesem Platz in der Billwilerhalde bei Oberbüren stand das Auto des 67-jährigen Täters, der sich hundert Meter weiter oben im Wald selbst richtete, nachdem er versuchte, einen 46-Jährigen zu erschiessen. (Bild: Keystone/Eddy Risch) In diesem Waldstück nahe der Autobahn bei Oberbüren im Kanton St. Gallen wurde ein 46-jähriger Mann, von einem 67-jährigen Täter, der rechts stand, angeschossen. (Bild: Keystone/Eddy Risch) Die Fahne zeigt an, wo der äusserste Mann der Polizeikette losgelaufen ist. Diese Fahnen werden immer wieder im Wald gesteckt. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Der Spaten und der Fotoapparat gehören zum Kriminaltechniker, damit sammelt er DNA-Proben ein. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Gerade macht sich Roland Schraner bereit, um weitere Proben zu sammeln. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Später kommt er wieder aus dem Wald zurück. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Hinter diesem Kreuz wurden (vermutlich vom 67-jährigen) der Rucksack und der Helm des Mädchens abgelegt. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Direkt daneben befinden sich ein Parkplatz und ein kleines Ferienhäuschen, in dem sich aber niemand aufhielt. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Hinter dem Weiler Billwil, etwa 500 Meter vom dem Kreuz an der Strasse entfernt, stellte der 67-jährige seinen Lieferwagen ab und erschoss sich in einem steilen Waldstück. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Auf dieser Strasse stand der weisse Lieferwagen des 67-Jährigen. Die Polizei hat bei ihrer Suche in der Nacht auf den Donnerstag offenbar daneben gegraben. In diesem Wald wurde auch das Kickboard des Mädchens gefunden. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Die Strassengabelung im Wald. Der 46-jährige stellte seinen Wagen hier ab. Um die Ecke, auf dem anderen Strassenstück, stand der Lieferwagen des 67-Jährigen, der durch die Ankunft des 46-jährigen gestört wurde und dann auf ihn schoss. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Hier kurz nach der Lichtung parkierte der 67-jährige seinen Wagen. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Ausweisfoto des 67-jährigen Hans Urs von Aesch. Seine Leiche wurde im Billwilerwald aufgefunden. Nach Erkenntnissen der Polizei nahm er sich mit einem Kopfschuss das Leben. (Bild: Kantonspolizei St. Gallen) Dass der Tote und dessen Selbstmord in Zusammenhang mit dem Verschwinden der fünfeinhalb Jahre alten Ylenia Lenhard stehen, ist nach der Analyse der DNA-Spuren an Ylenias Utensilien erwiesen. (Bild: Kantonspolizei St. Gallen) Das Auto, in dem der 67-jährige Schütze und Selbstmörder gefunden wurde.(Bild: zVg) (Bild: zVg) Die Polizeiverantwortlichen von Innerrhoden und St. Gallen informieren die Medienschaffenden an der Pressekonferenz über die bisherigen Erkenntnisse. (Bild: 20 Minuten/Annette Hirschberg) Im Hallenbad Appenzell wurde Ylenia am 31. Juli 2007 letztmals gesehen. Die Sitter, die unmittelbar neben dem Hallenbad Appenzell vorbei fliesst. Die Polizei wurde am 5. August wie am Vortag von einem Armeehelikopter bei der Suche unterstützt. Systematisch wird am 5. August der nach Sektoren abgeteilte Bürerwald von 80 Personen durchsucht. In diesem Hotel wollte der tatverdächtige Hans Urs von Aesch ein Studio mieten. (Bild: 20 Minuten/Lukas Nef) Auch fünf Tage nach dem Verschwinden von Ylenia geht die Suche fieberhaft weiter. (Bild: 20 Minuten/Lukas Nef) So wurde der Wagen Von Aeschs im Wald gefunden. Im Haus mit den blauen Fensterläden (mitte) in Iselisberg wohnten die Von Aeschs bis 1990. (Bild: 20 Minuten) Das ehemalige Haus der Von Aeschs in Iselisberg. (Bild: 20 Minuten) Der Wald bei Oberbüren wird eine Woche nach dem Verschwinden von Ylenia von Durchdienern der Schweizer Armee durchkämmt.(Bild: Keystone/Regina Kühne) Mit den spitzen Stecken soll lockere Erde, wie sie nach einer Grabung vorhanden wäre, erfühlt werden. (Bild: Keystone/Regina Kühne) (Bild: Keystone/Regina Kühne) (Bild: Keystone/Regina Kühne) (Bild: Reuters/Christian Hartmann) (Bild: Reuters/Christian Hartmann) Schweizer und örtliche Polizisten untersuchen am 10. August 2007 Von Aeschs Haus und Grundstück im spanischen Benimantell. (Bild: Keystone/EPA/Manuel Lorenzo). (Bild: Keystone/EPA/Manuel Lorenzo). (Bild: Keystone/EPA/Manuel Lorenzo). Polizisten stehen Wache vor Hallenbad und Kindergarten in Appenzell. Kein Zugang für die Presse zu Beginn des neuen Kindergartenjahres. (Bild: 20 Minuten/Lukas Nef) Für Ylenias Kamerädli beginnt das zweite Chindsgi-Jahr. Der Kindergarten liegt direkt neben dem Hallenbad, wo Ylenia zuletzt gesehen wurde. (Bild: 20 Minuten/Lukas Nef) Neueres Bild von Urs Hans von Aesch. In der Fernsehsendung «Aktenzeichen XY ungelöst» vom 30. August 2007 wurde international um Mithilfe zur Aufklärung des Verbrechens ersucht. (Bild: Keystone/KaPo Appenzell Innerhoden) Ausschnittvergrösserung. Sind Sie diesem Menschen begegnet? (Bild: Keystone/KaPo Appenzell Innerhoden) Private Suchaktion. Rund 30 Freiwillige suchten am Sonntag, 2. September 2007 beim Billwilerwald in der Nähe von Oberbüren nach der vermissten Ylenia. (Bild: 20 Minuten/Lukas Näf) Zwei Frauen, Regula und Tanja Leu hatten die Suche auf privater Basis organisiert. Es wurde mit mehreren hundert Helfern gerechnet, nur gerade 30 kamen. (Bild: 20 Minuten/Lukas Näf)

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Die zum Tatzeitpunkt fünfeinhalbjährige Ylenia wurde am Vormittag des 31. Juli 2007 letztmals in Appenzell lebend gesehen. Danach wurde sie entführt, durch Toluol vergiftet und ihre Leiche im Hartmannsholz in Oberbüren vergraben. Die breit angelegte Untersuchung der Strafverfolgungsbehörden ergab damals zweifelsfrei, dass Urs Hans Von Aesch der Täter war. Dieser nahm sich noch am Tag des Verschwindens von Ylenia mittels eines selbst gebastelten Schussapparats im Wald bei der Billwilerhalde in der Umgebung von Oberbüren das Leben. Nach umfangreichen Untersuchungen in enger Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen Urs Hans Von Aesch am 25. Juli 2008 zufolge Todes ein.

Neue, medial erhobene Spekulationen

Seit dem 27. Februar 2019 verbreiteten gewisse Medien den Vorwurf, die Kantonspolizei und die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen hätten im Fall Ylenia unsorgfältig gearbeitet. Namentlich habe man Zeugen nicht ernst genommen oder deren Aussagen falsch gewürdigt. Als Resultat davon hätten die Strafverfolgungsbehörden die Mittäterschaft von zwei Männern ausser Acht gelassen und seien fälschlicherweise von einer Alleintäterschaft von Urs Hans Von Aesch ausgegangen. Der Mittäterschaft wurden in den fraglichen Medien sowohl ein durch Schüsse von Urs Hans von Aesch am 31. Juli 2007 verletztes Opfer wie auch ein mittlerweile verstorbener Mann verdächtigt. Der Suizid von Urs Hans von Aesch wurde medial ebenfalls angezweifelt und stattdessen als Tötungsdelikt dargestellt.

Wie es am Donnerstag in einer Medienmitteilung der Staatsanwaltschaft St. Gallen heisst, haben die Strafverfolgungsbehörden den Auftrag, Falschdarstellungen und Gerüchte zu dementieren und richtig zu stellen. Deshalb lud man zu einer Pressekonferenz.

Vorwürfe entkräftet

Sie zeigten auf, dass die Strafverfolgungsbehörden während knapp eines Jahres sorgfältigst gearbeitet und alles Wesentliche untersucht hatten. Namentlich wurden zahlreiche Spuren gesichert und ausgewertet. Dabei stellte sich heraus, dass etwa im weissen Lieferwagen von Urs Hans Von Aesch sowohl im Lade- als auch im Fahrerraum ausschliesslich Spuren von ihm selber und von Ylenia waren. Dasselbe gilt für Ylenias persönliche Gegenstände und das Werkzeug, mit dem ihre Leiche begraben wurde. Zusammengefasst war keine einzige Spur vorhanden, die einer Drittperson hätte zugeordnet werden können.

Entgegen den erhobenen Vorwürfen wurden auch alle bekannten Zeugen (teils mehrfach) befragt. Die Polizei ging über 1500 Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Dabei musste sie allerdings feststellen, dass eine grosse Zahl dieser Hinweise nicht den Tatsachen entsprach. Namentlich bei zwei in der aktuellen Berichterstattung zitierten angeblichen Hauptzeugen zeigte sich, dass deren Erinnerungen mit zunehmender zeitlicher Distanz zum Ereignis überraschenderweise immer konkreter wurden und weder mit früheren eigenen Aussagen noch mit Aussagen weiterer Zeugen oder der Spurenlage übereinstimmten.

Schliesslich zeigte der Leiter der Kriminalpolizei auf, dass auf Grund der kriminaltechnischen und rechtsmedizinischen Untersuchungen auch am Suizid von Urs Hans Von Aesch kein Zweifel bestehen kann. Auf seiner Leiche, insbesondere der Hand, wurden Schmauchspuren gesichert. Auf der Suizidwaffe befanden sich lediglich Spuren von Urs Hans von Aesch. Auch die übrige Spurenlage vor Ort dokumentierte einen Suizid – so insbesondere der Verlauf der Schussbahn und der Auffindort der Leiche in Bezug auf die erfolgte Schussabgabe. Daneben hatte Urs Hans Von Aesch unmittelbar vor seinem Tod mit diversen Personen telefoniert und diesen gegenüber seinen Tod angekündigt.

Keine Wiederaufnahme

Nachdem die von den Strafverfolgungsbehörden zusammengetragenen Fakten sämtlichen Spekulationen, die derzeit im Umlauf sind, widersprechen und insbesondere eine angebliche Mittäterschaft klarerweise ausschliessen, sei eine Wiederaufnahme des Falls Ylenia juristisch nicht möglich.

Neue Hinweise aus der Bevölkerung nimmt die Polizei trotzdem jederzeit entgegen.

(20M)