Katholischer Knatsch

25. Juli 2013 17:28; Akt: 25.07.2013 22:03 Print

Kirche: Entlassung wegen Sexualität?

Wurde eine Katechetin in Sirnach von religiösen Eltern weggemobbt, weil sie lesbisch ist? Die Kirchgemeinde weist die Vorwürfe jedoch zurück.

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Soll von der Katechetin im Religionsunterricht verunglimpft worden sein: Der heute emeritierte Papst Benedikt XVI. (Bild: Keystone/AP/Pier Paolo Cito)

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Die Idylle im Hinterthurgau ist gestört: Die katholische Kirchgemeinde Sirnach hat Katechetin Martina Schäfer per sofort freigestellt. Brisant: Laut «Wiler Nachrichten» musste die Theologin wegen ihrer Homosexualität gehen. «Ich lebe in lesbischer Beziehung, solche Sünde ist wohl nicht kompatibel mit dem Moralanspruch der Kirche», wird Schäfer von der Zeitung zitiert. Alex Frei, Präsident der Kirchgemeinde, weist dies zurück: «Ihre sexuelle Orientierung war nie ein Thema.»

Grund für die Entlassung im März sei, dass mehrere Eltern ihre Kinder aus Schäfers Religionsunterricht genommen hätten, weil sie mit ihrem «konfrontativen Stil» nicht einverstanden gewesen seien. Einmal habe sie Kinder mit «Schweizer Rotzbengel» beschimpft. Ausserdem habe Schäfer Papst Benedikt verunglimpft. «Man darf über den Papst diskutieren, aber eine gewisse Übereinstimmung mit seiner Haltung muss man als Kirchenangestellte schon haben», sagt Frei.

Druck von Eltern?

Schäfer weist dies zurück: «Ich habe verschiedene Ansichten zum Papst thematisiert, ihn aber nie verunglimpft», sagt sie. Sie vermutet, dass «reaktionäre Kreise» bei Frei mit massivem Druck auf ihre Entlassung gedrängt haben. Der Hinterthurgau gilt als Rückzugsgebiet des Verein zur Förderung der psychologischen Menschenkenntnis (VPM), einer sektenähnliche Vereinigung am rechten politischen Rand, die ursprünglich in Zürich entstand. Schäfer: «Möglich, dass die Angriffe von VPM-Seite kamen.»

(eli)

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