Slowfashion

25. Juni 2018 17:01; Akt: 25.06.2018 17:01 Print

Kleider, die mit den Kindern mitwachsen

Damit man nicht alle sechs Monate neue Kleider für die stetig wachsenden Kinder kaufen muss, entwickelte eine Appenzellerin Kleider, die mit dem Kind mitwachsen.

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Kinder wachsen und brauchen ständig neue Kleider. Eine Binsenweisheit. Dass das nicht immer so sein muss, zeigt das Projekt «Chleiderei» von Manuela Gübeli aus Speicher AR, über das dieostschweiz.ch am Montag berichtete. Gübeli lässt Kleider produzieren, die mit den Kindern mitwachsen.

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«Der obere Teil des Kleides ist ausgeklügelt geschnitten, so dass die Halsweite auch noch passt, wenn das Kind wächst. Zudem passt sich ein elastisches Band der Taille an. Das Unterteil ist mit einer Druckleiste ausgestattet. Wenn das Kind gewachsen ist, kann man ein verlängerndes Stoffstück dort andrücken», erklärt Gübeli das Prinzip. Eine Verlängerung dauere zirka eine Minute, eine Verkürzung zehn Sekunden.

Biostoffe und kurze Wege

Derzeit sind vier verschiedene Röcke im Angebot, auf Herbst sind weitere acht Modelle geplant. Zudem will Gübeli mittelfristig auch Modelle für Buben entwickeln. Die Designs stammen von der 40-Jährigen, die sich dafür auf Stoff- und Trendmessen inspirieren lässt. Nähen lässt sie Teile in Deutschland und Polen. «Eigentlich wollte ich in der Schweiz nähen lassen, doch das war leider viel zu teuer.» Selbst in Polen schlagen die Nähkosten pro Stunde noch mit 22 Franken zu buche. «In Asien kann man mit einem Franken pro Stunde kalkulieren.»

Doch eine Produktion in Asien kommt für Gübeli nicht in Frage, da der Nachhaltigkeitsgedanken bei ihr von zentraler Bedeutung ist. Kurze Wege und Biostoffe gehören deshalb bei der «Chleiderei» zum Konzept. Auf die Idee gekommen ist Gübeli, als sie für ihre mittlerweile 5-jährige Tochter regelmässig andere Kleider kaufen musste. Da fing sie an zu experimentieren und seit kurzem sind die Kleider marktreif.

Ein Kleid drei Jahre lang tragen

Die Kleider laufen unter dem Label «Slowfashion» – ein Gegentrend zu «Fastfashion», wobei jede Saison neue Kleider auf den Markt geworfen werden, um den Konsum anzukurbeln. Die Kleider sind somit nachhaltiger als Röcke ab der Stange, haben jedoch auch ihren Preis. Ein Kleid kostet 94 Franken.
Diese können von den Kinder für mindestens drei Jahre getragen werden.

Die Kleider können im Onlineshop von Chleiderei.com oder bei Formidabel an der St. Georgen-Strasse in St. Gallen erworben werden. Mit weiteren Läden ist Gübeli im Gespräch. Möglicherweise wird es auch bald Kleider für Erwachsene bei der Chleiderei geben. Gübeli denkt dabei an ein Kleid, das tagsüber für das Büro lang getragen wird, abends für den Ausgang kürzer gemacht werden kann.

In diesem Video wird erklärt, wie die Chleiderei-Kleider funktionieren. (Video zVg)

(jeb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mutti am 25.06.2018 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    Hatte ich früher auch

    Erst Rock, dann Minirock.

  • Stefanie am 25.06.2018 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Räuber - Buben wie Mädchen

    Das ist ja alles ganz toll und in der Theorie super durchdacht, aber die Praxis sieht anders aus. Die Kinder, ja auch Mädchen, toben rum, springen, rutschen auf dem Boden, Essen. Alles hinterlässt Spuren. Nach einem halben Jahr / ein Jahr sehen die Kleider einfach nicht mehr schön aus, wenn man sie denn überhaupt noch anziehen kann. Und Mädchen gehen nicht sorgfältiger mit ihren Sachen um als Buben.

  • Joschkys Gotti am 25.06.2018 21:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flicken

    hätte bei mir nie geklappt. Ich war gut in Flecken machen und Kleider kaputten. Das elende Sonntagsröckli konnte ich nicht ausstehen, da ich draussen nichts tun durfte.... weder sändele, schutte, klettern, versteckerle noch Weitsprung oder runter springen. Zum Röckli müssten eine Menge passende Flickstücke mitgeliefert werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • BeRo am 27.06.2018 08:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nähen

    94.- ist doch recht viel. Wenn man nähen kann, braucht man keine drei Stunden für diese Kleider.

  • marko 33 am 26.06.2018 23:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Super

  • Claudia F. am 25.06.2018 23:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Creativität

    Die Appenzeller scheinen einheimisch mehr Glück zu haben als Zürcher mit mehr Creativität bei Appenzellern.

  • C.F am 25.06.2018 22:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Langarmige Bluse

    Langarmige Blusen wachsen auch mit langen Ärmel und Gummi drinn. Wenn die Ärmel zu gross, Gummi Richtung Ellbogen schieben. Gepünktelt sieht es lustig aus.

  • A.S am 25.06.2018 22:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vor 30 Jahren ..

    Seit 30 Jahren gibt es auch Shorts zum länger oder kürzer tragen für Erwachsene und Kinder wie im Sportbereich auch. Bioprodukte sind nie schlecht.